An der Veroneser Klause

Unschwierige Rundwanderung. Am Monte Rocca stellenweise kurz weglos und felsig; Trittsicherheit ratsam. Kein Schatten. (Autor: Helmut Dumler)
4 km
170 m
1.00 h
In Rivoli (191m) gehen wir ab der Kirche südlich auf der Via Vigo in 5Min. zu einem weißen Steinkreuz. Hier schwenkt man links in die Strada della Rocca ein.
Nach 200m an der zweiten Linksabzweigung nehmen wir den nichtasphaltierten Weg. Weiter am Rande von Weingärten entlang. Im Frühjahr blühen Veilchen und Schneeheide; am Mäusedorn (Ruscus) hängen rote Beeren. Vorbei an einem Marienbildstock am Baum. Über die Kuppe hinweg, bis vor ein Haus.
Hier wenden wir uns links, dem Hinweisschild folgend, bergan durch Strauch- und Buschwerk, auf dem ausgedörrten Südrücken des Monte Rocca streifen wir einen zugewachsenen Marmorbruch. Stellenweise über niedere Felsstufen der schwächer werdenden Spur folgend, kommen wir zur sichtbar künstlich abgeflachten Kuppe des Monte Rocca (265m). Sie war stets Fluchtstätte und als solche bewehrt, wovon noch Mauerreste sowie die große Zisterne am Abbruchrand zeugen. (Ab Rivoli 3/4Std.).
In der Tiefe strömt die Etsch (ital. Adige) in die seit der Zeitenwende befestigte, zeitweise durch eine Kette im Wasser gesperrte Veroneser Klause. Deutsche Könige und Kaiser kommandierten ihre Truppen durch die Felsenge in ein von Zwietracht zerrissenes Land.
Barbarossa (Friedrich I.) geriet 1135 bei der Rückkehr in einen Hinterhalt der Veroneser, aus dem ihn Graf Otto von Wittelsbach, Führer der kaiserliche Leibwache und Reichsbannerträger, mit 200 klettergewandten Bayern befreite. Nordöstlich, jenseits der Etsch, auf dem Rücken des Monte Pastello drohte das italienische Kanonenfort Mollinary.
Die südwestliche Verlängerung dieses Rückens wurde in grauer Vorzeit von unserem Standpunkt, der »Rocca«, gebildet, ehe die Etsch einen Strich dazwischen zog. Im Norden sehen wir auf einer Kuppe das Fort von Rivoli, ein Munitionsdepot der »Alpini« (ital. Gebirgsjäger). Dahinter rechts erkennt man auf dem Rücken des Cavalare-Vorgebirges das 1885 gegen Österreich gegründete Forte San Marco, die stärkste Fortifikation im italienischen Verteidigungsgürtel um Rivoli. Nordwestlich hinter Rivoli wölbt sich die Monte-Belpo-Kuppe, die südliche Vorhut des Baldokammes.
Und weit im Westen winkt an klaren Tagen der Monte Pizzocolo, von den Veronesern angesichts der Silhouette seines Gipfelstockes »Nase Napoleons« genannt.
Rückweg: Auf den bekannten Pfaden zunächst hinunter zum einzeln stehen-den Haus. Vom Eingangstor rechts abwärts mit schönen Blicken auf die »Rocca«.
Etwa 20Min. nach dem Gipfel erreichen wir den Etschkanal (Canale Biffi), der im Monte Rocca verschwindet und südlich von Verona wieder in die Etsch fließt. Nun geht es längs des Kanals dahin. Danach auf dem Asphaltsträßchen bergan zum alten Waschplatz. An der Gabelung links und wieder hinauf nach Rivoli.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied170 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRivoli Veronese (191m), auf einer Hochfläche nordwestlich der Veroneser Klause; Parken neben der Kirche.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Rue de Rivoli ist eine der Prachtavenuen von Paris. Ihr Name geht zurück auf die Ortschaft Rivoli Veronese, wo Napoleon 1797 ein österreichisches Heer schlug. Die Umgebung konturieren im Halbrund die Colli Veronesi, im Volksmund »Cimi«. Es sind riss- und würmeiszeitliche Stirnmoränen des Gletschers, der sich vor rund 15000 Jahren als ein Ast des Gardaseegletschers durch die Furche schob und dessen Wasser die Veroneser Klause aushöhlten.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:25000, Blatt 692.
MarkierungenKeine.
VerkehrsanbindungVon der Autobahnausfahrt Affi-Garda Sud 4km. Werktags Busverbindungen mit Verona.
GastronomieIn Rivoli etliche Gasthöfe.
Tipps
Museo Napoleonico Rivoli. Über Napoleons hiesiges Wirken als Divisionsgeneral der französischen Revolutionstruppe belehrt das Museo Napoleonico (nördlich der Kirche, Haus Nr. 14), März–Oktober 9:30–12Uhr, 15:30–18:30Uhr.
Unterkunft
Hotels, Pensionen in der weiteren Umgebung, u.a. am Gardasee.
Region:
Italien
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