Der Roccaweg

Kurze Passagen verlaufen auf einem Steig, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig. Absolutes Muss ist eine wirklich gute Taschenlampe für die Stollen. Steiler Aufund Abstieg. Sehr aussichtsreiche und spannende Wanderung. Genügend Getränke - vorräte und Sonnenschutz mitnehmen. Früh am Morgen starten. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
Dunkle Stollen an der Cima Rocca.
Der Aufstieg zur Cima Rocca ist eine der interessantesten Routen in diesem Gebiet. Hier können wir das aus - gedehnte, vollständig renovierte österreichische Kriegsstollensystem auf dem Monte Sperone (Cima Rocca) besichtigen und den wundervollen Panoramablick auf den Gardasee genießen. Vom Parkplatz in Biacesa gehen wir Richtung Kirche, überqueren dann die Straße geradeaus in den Ort. An einem Brunnen geht es rechts. Wir folgen dem Weg Nr. 417. Von Biacesa steigen wir bis zur Abzweigung nach Caregna empor und wandern dann auf dem Saumpfad Nr. 417 weiter. Im Val Vasotina gelangen wir zum Abzweig von Weg Nr. 460, auf dem wir jetzt rechts weiterwandern bis zur Kirche S. Giovanni, immerhin auf 858 m Höhe (1.40 Std.). So manchen Schweißtropfen hat der Aufstieg schon gekostet und wir haben uns eine Pause auf den Rastbänken hier oben verdient. Außerdem heißt es nochmal Kraft tanken, denn der eigentlich spannende Wegabschnitt liegt noch vor uns.
Roccaweg »Solo per Experti« können wir lesen.
Experten sind wir natürlich, aber nur wenn wir eine sehr gute Taschenlampe dabeihaben sowie trittsicher und schwindelfrei sind. Wir folgen den Schildern Richtung Kriegsstollen - »Sentiero della rocca«. Im Wald geht es weiter stetig aufwärts zum Eingang des ersten Stollens. Gebückt treten wir ein. Hier gibt es noch manches Fenster bis zum Kaminausstieg, ganz im Gegensatz zum zweiten Stollen. Wir verlassen den Stollen über eine Leiter. Durch das Gelände und an Fixseilen entlang kommen wir immer weiter nach oben zum Eingang des zweiten Stollens. Wer besonders trittsicher und schwindelfrei ist, betritt den Stollen zunächst nicht, sondern lässt ihn linker Hand liegen und folgt dem Steig entlang eines stellenweise eingestürzten Laufgrabens zum Gipfelkreuz. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto und dem Genießen der tollen Aussicht auf den Gardasee steigen wir zum zweiten Stollen zurück, um auch ihn zu durchqueren. Er ist das »Tunnelsystem« durch das Gipfelmassiv. Hier ist es jetzt wirklich stockdunkel, und wir bekommen ein Gefühl für die unglaublich harten Bedingungen, unter denen die Soldaten hier lebten. Es wird heller, auf einem Laufgraben geht es hinunter zur Bocca Pasumèr oder Bocca Sperone (980 m; 1.10 Std.). Beim Mast können wir eine Pause einlegen. Der Weg Nr. 405bis mündet auf 1000 m Höhe in den Weg Nr. 417. Letzterer ist nun unser Wegbegleiter bis fast nach Biacesa. Wir folgen ihm nach links und steigen im Wald ins Vasotinatal ab, bis zur Abzweigung des Weges Nr. 460, der uns am Morgen zur San-Giovanni-Kapelle gebracht hat (1 Std.). Ab hier ist alles vertraut. Wir steigen abwärts nach Biacesa. Mit etwas müden Beinen, aber mit großartigen Eindrücken und einmaligen Erlebnissen kommen wir zum Ausgangspunkt zurück (50 Min.).

Wandern Gardasee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied700 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortBiacesa
AusgangspunktParkplatz an der Hauptstraße in Biacesa
EndpunktParkplatz an der Hauptstraße in Biacesa
TourencharakterDer gesamte Rocchetta-Stock war im Ersten Weltkrieg Frontgebiet, hier verlief der mächtige Festungsriegel »Alto Garda« der österreichischen Verteidigungslinie von der Ponalesperre bis zur Wasserscheide Rocchetta- Cima D’Oro. Auf den Bergen rund um das Ledrotal lieferten sich Österreich und Italien einen erbarmungslosen Stellungskrieg. Ein in das Herz des Sperone gehauenes Stollennetz machte es möglich, von San Giovanni zu den Westgräben und zur Bocca Pasumer zu kommen. Der lange, teilweise aus Stollen und Schützengräben bestehende Laufgraben wurde instand gesetzt und bietet heute dem geübten Wanderer einzigartiges Erlebnis. Wir lernen auf dieser Tour ein einmaliges Beispiel militärischen Ingenieurwesens und menschlicher Arbeit kennen.
Hinweise
Klettern möglich
KartentippKompass-Wanderkarten - 1:25 000, Blatt 690 Alto Garda e Ledro; 1:35 000, Blatt 096 Alto Garda, Val di Ledro
MarkierungenWeg Nr. 417, 460, 405/bis
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Trento Centro oder Rovereto Sud/Lago di Garda Nord, weiter Richtung Riva del Garda und von dort durch den Tunnel ins Ledrotal bis Biacesa. Parkmöglichkeit links unterhalb der Hauptstraße bei einer Forellenzucht und kleinem Rastplatz.
GastronomieIn Biacesa und in Molina (siehe Tipp)
Tipps
AZIENDA AGRICOLA TROTICOLTURA ARMANINI. Gleich neben dem Parkplatz befindet sich die Forellenzucht von Armanini. Mit Wasser aus dem Fluss Ponale in der gesunden, natürlichen Landschaft im Ledrotal züchtet die Familie Armanini seit 40 Jahren hervorragende Forellen. Die Fische werden natürlich gefüttert und wachsen in Echtzeit auf. Wenn Sie eine Ferienwohnung gemietet haben, können Sie sich hier für heute ein schmackhaftes Abendessen besorgen. Und für die Heimreise gibt es geräucherte und eingeschweißte Forellenprodukte. Übrigens, Armanini hat schon viele Auszeichnungen bekommen. Azienda Agricola Troticoltura Armanini, Via S. Antonio 56, Biacesa di Ledro – Valle di Ledro, Tel. 0039/0464/50 82 99, E-Mail - troticoltura@armanini.it, www.armanini.it
Tourismusbüro
Consorzio Pro Loco Valle di Ledro, Via Nuova 9, 38060 Pieve di Ledro, Tel. 0039/0464/59 12 22, Fax 0039/0464/59 15 77, E-Mail - info@vallediledro.com, www.vallediledro.com

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