Dem Käser über die Schulter schauen: Käserei Vogler

Einfache Wanderung auf Waldwegen und schmalen Asphaltstraßen (Autor: Martina Gorgas)
Jeden Donnerstag führt der Käser persönlich durch seinen Betrieb, eine der wenigen Privatkäsereien der Region, und erzählt Fakten und Geschichten rund um das Thema Käse. Zum Einstieg schlagen wir eine kleine Wanderung vor, danach die gemütliche Einkehr in der urigen Hüttenwirtschaft und zum Abschluss den Besuch des hauseigenen Käsemuseums mit Führung.
Bei dieser Rundwanderung, die durchweg auf Teersträßchen verläuft und sich gut mit Kinderwagen machen lässt, erwartet Sie eine beschauliche, bäuerlich geprägte Landschaft. Der Weg weist einige kurze Steilstücke auf, ist aber problemlos zu gehen. Diverse Weiden mit Kühen, Pferden, Ziegen und Schafen sorgen für Abwechslung. Ausgangspunkt ist der Parkplatz hinter der Käserei Vogler in Gospoldshofen, einem Dorf mit rund 620 Einwohnern. Ein wenig befahrenes Teersträßchen führt zwischen üppigen Blumenwiesen, Weiden und Äckern auf den Gospoldshofer Berg, dessen höchsten Punkt wir wenig später erklommen haben. Wir genießen die schöne Aussicht nach Nordwesten Richtung Arnach und auf das Hergottsried. Früher wurde in dieser Region Torf abgebaut, worauf heute noch der Namensteil »Ried« hindeutet.
Zu Ziegen, Schafen und Pferden
Unser Weg verläuft am Waldrand entlang bis zur nächsten Kreuzung, wo wir links abbiegen und an vereinzelten Gehöften vorbei in Richtung Starkenhofen wandern. Mehrere Ziegen begrüßen uns meckernd, ein Hahn macht sich durch lautstarkes Krähen bemerkbar. An der nächsten Wegzweigung geht es nach rechts, dem Schild zum Aussichtspunkt Wachbühl folgend. Wir kommen an einem Gehöft mit Schafen, Ziegen und Pferden vorbei und werden von den Hofhunden – zum Glück hinter Zäunen – angebellt. Wenig später stößt unser Weg auf ein Teersträßchen, dem wir links folgen. Jetzt ist es wieder schön ruhig, mit etwas Glück machen wir am Himmel einen Bussard aus, der über Wiesen und Felder gleitet. An der nächsten Kreuzung geht es nach rechts bergauf zu einer kleinen Holzhütte. Von hier führt eine romantische Allee hinauf zum Wachbühl, den wir wenig später über einen rechts abzweigenden Pfad erreichen.
Traumblick auf die Alpen – wenn das Wetter mitspielt
Vom 791 m hoch gelegenen Aussichtspunkt, der höchsten Erhebung des Zeiler Rückens, hat man an klaren Tagen einen fantastischen Blick auf die Adelegg, die Allgäuer Nagelfluhkette, die Vorarlberger und die Schweizer Alpen. Nach Norden schaut man auf die bewaldete Marstetter Schotterebene, das Donautal und die Schwäbische Alb. Eine Tafel informiert uns über den erdgeschichtlichen Werdegang dieser abwechslungsreichen Landschaft mit ihren Kuppen, Senken, Mooren und Seen. Mehrere Bänke laden zur Rast ein oder man lässt sich mit Picknickdecke auf der Wiese nieder.
Nach ausreichender Pause machen wir uns auf den Rückweg zurück zur Schutzhütte, wo wir den ersten Weg nach rechts nehmen. Wir passieren einen idyllischen Weiher und ein Pferdegestüt und erreichen schließlich den Ortseingang von Starkenhofen. Bei der Kapelle gehen wir links nach Gospoldshofen. Wir kommen erneut an Ziegen- und Schafweiden vorbei und halten uns beim nächsten Gehöft rechts, dem Wegweiser Bergjock/Gospoldshofen folgend. Beim Vorbeigehen werfen wir einen Blick in einen Kuhstall und staunen kurz danach über ein paar Esel, die sich mit Ziegen eine Weide teilen. Unser Weg führt durch den Tobel Butzenmühle zurück nach Gospoldshofen, dessen Häuser wir wenig später hinter bewaldeten Kuppen ausmachen. Es geht abwechselnd bergauf und bergab, schön sonnig am Waldrand oder schattig im Wald (Ausschilderung jetzt: Höhenweg 5). Wir erreichen den Weiler Bergjock, wandern kurz über freies Gelände und sind dann wieder in Gospoldshofen angekommen. An der Straße gehen wir nach links und schon stehen wir vor der Käserei Vogler.
Käser aus Überzeugung
Vor 15 Jahren stand Jörg Vogler vor der Entscheidung, ob er die Käserei weiterführen sollte, die sein Vater Michael Vogler 1936 gekauft hatte. Die Entscheidung war klar: »Ich mache weiter, aber anders«, erzählt der sympathische Vogler Junior und berichtet nicht ohne Stolz, was sich seitdem alles getan hat. Damals lieferte die Käserei überwiegend an den Großhandel, heute wird vor allem vor Ort und auf Wochenmärkten in der Region verkauft. Es gab nur wenige klassische Käsesorten, heute wählt man im hauseigenen Laden zwischen 15 Sorten, darunter so wohlschmeckende Eigenkreationen wie Blüten-, Rotwein- und Bärlauchkäse. Die Milch für den Käse kommt von sieben umliegenden Bauernhöfen, jeden Tag 4 000 l, und wird umgehend weiterverarbeitet. Bis der fertige Käse auf den Teller kommt, vergehen je nach Sorte zwischen 2½ und 6 Monate. Bei der etwa halbstündigen Führung sieht man die einzelnen Schritte bei der Käseherstellung und wirft einen Blick in die Kellerräume, in denen die bis 90 kg schweren Laibe reifen. Für die Löcher im Emmentaler sind übrigens Bakterien zuständig, so viel sei verraten. Sicher ist, dass der Besuch der Käserei kleinen wie großen Kindern Spaß macht, zumal der Chef immer einen Scherz auf den Lippen hat.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Dauer2.00 h
StartortGospoldshofen bei Bad Wurzach
AusgangspunktGospoldshofen bei Bad Wurzach
EndpunktGospoldshofen bei Bad Wurzach
TourencharakterWer schon immer wissen wollte, wie die Löcher in den Emmentaler Käse kommen, erfährt dies und mehr beim Besuch der Käserei Vogler in Gospoldhofen.
Hinweise
Käserei Vogler. Jörg Vogler, Simon-Göser- Straße 1, 88410 Bad Wurzach, geöffnet Apr.–Okt.: Mo, Di 9–12 und 15–19 Uhr, Mi 9–12 Uhr, Do–So 9–19 Uhr, Nov.–März: Mo, Di 9–12 und 15–17.30 Uhr, Mi 9–12.00 Uhr, Do– So 9–17.30 Uhr, kostenlose Führung (ohne Voranmeldung) Do 14.30 Uhr (außer an Feiertagen)
KartentippKompass Nr. 187, Oberschwaben (Isny–Wangen– Leutkirch), 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Aichstetten/Altmannshofen; dort Richtung Lindau/Leutkirch; weiter rechts über Auenkirchen und Herbrazhofen Richtung Bad Wurzach, dann weiter Richtung Seibranz; im Ort links abbiegen in die Gospoldshofener Straße, am Ortsende von Gospoldshofen liegt links die Käserei Vogler; hinter dem Haus kleiner Parkplatz Bahn. Bahnlinie München– Kempten, Haltestelle Buchloe; Regionalbahn nach Leutkirch; ab Leutkirch Bus 7550 Richtung Bad Wurzach, Haltestelle Gospoldshofen
GastronomieSennerstüble der Käserei. Kalorien zählen sollte man nicht, wenn man die Allgäuer Kässpätzle bestellt – dafür schmecken sie aber auch unwiderstehlich! Ein weiteres Lieblingsessen ist der Hüttenteller mit drei Sorten Käse, Schwarzwurst und Hartwurst – diese und andere Gerichte (nicht nur) mit Käse werden im Sennerstüble serviert. Erfreulich ist, dass die Preise dennoch moderat und sehr familienfreundlich sind.
Informationen
Kurverwaltung Bad Wurzach/ Allgäu, Mühltorstr. 1, 88410 Bad Wurzach/Allgäu, Tel. 07564/302-150, Fax 07 564/302-154, info@bad-wurzach.de, www.bad-wurzach.de
Tourismusbüro
Kurverwaltung Bad Wurzach/Allgäu, Mühltorstr. 1, 88410 Bad Wurzach/Allgäu, Tel. 07564/302-150, Fax 07 564/302-154, info@bad-wurzach.de, www.bad-wurzach.de

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