Das Lonetal auf der Südostalb

Einfache Rundwanderung mit nur geringen Anstiegen, zwischen Wiesen und Feldern, kurzzeitig durch Wald und im Wiesental des Flüsschens Lone; mehrere Höhlen, Wallfahrtskirche in Stetten ob Lontal. (Autor: Peter und Ute Freier)
9 km
100 m
3.00 h
Parkplatz im Lonetal – Vogelherdhöhle (10Min.) – Stetten ob Lontal (20Min.) – Lindenau (ca. 1 1/4 Std.) – Hohlenstein (15Min.) – Parkplatz (45Min.) Weltberühmt sind die Höhlen Vogelherd und Hohlenstein-Stadel, denn Archäologen fanden bei Ausgrabungen nur wenige Zentimeter große Figürchen, die ausMammut-Elfenbein geschnitzt wurden und, zusammen mit den in den Höhlen bei Blaubeuren gefundenen Skulpturen, mit einem Alter von über 30 000 Jahren als die ältesten Kunstwerke der Menschheit gelten. Ausgestellt sind diese Skulpturen im Museum für Vor- und Frühgeschichte der Universität Tübingen im Schloss Tübingen und im Landesmuseum Stuttgart. Über die Vogelherdhöhle nach Stetten ob Lontal: Gleich am Wanderparkplatz zwischen Bissingen und Stetten ob Lontal überqueren Sie die Straße Bissingen–Stetten, folgen nach rechts einem Fußweg über die unscheinbare Lone und kreuzen die hier nach Hürben abzweigende Straße. Von einer Informationstafel führt ein Pfad am bewaldeten Talhang hinauf zum Haupteingang der kurzen, mit einer Taschenlampe problemlos begehbaren Gänge der Vogelherdhöhle; oberhalb der Höhle befindet sich eine Grillstelle. In der Höhle wurden bei Ausgrabungen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und bei einer Nachgrabung 2006/2007 kleine Tierfiguren entdeckt – Mammut, Wildpferd, Bison, Höhlenlöwe, Höhlenbär –, die vor über 30 000 Jahren (Altsteinzeit) aus Mammut-Elfenbein geschnitzt wurden. Nach Verlassen der Höhle halten Sie sich leicht links bergab und folgen einem als Radweg markierten Wirtschaftsweg zum Ortsrand von Stetten ob Lontal. Im Ort (Markierung: rotes Dreieck) biegen Sie am Gasthof Adler kurz vor der barocken Wallfahrtskirche (18. Jh.; Gnadenkapelle hinter dem Altar) und einem nicht zugänglichen Barockschloss links ab in die Mitteldorfstraße und überqueren wenig später die Durchgangsstraße Niederstotzingen– Bissingen. Über Lindenau zum Hohlenstein: Jenseits der Straße (Markierung: rotes Dreieck, Lindenau) folgen Sie der Wasserhaustraße und halten sich am Waldrand links zu einer Wegkreuzung, von der ein Waldpfad nach rechts leicht ansteigt. Kurz nach Verlassen des Walds wenden Sie sich nach links und gelangen auf einem für Kfz offenen Fahrweg in den Weiler Lindenau. Ursprünglich handelte es sich um einen Mönchshof; heute ist die Gaststätte »Im Schlössle«, die im einstigen Hospiz eingerichtet wurde, ein beliebtes Ausflugsziel. An der Gaststätte führt nach rechts ein Fahrweg (Markierung: rote Gabel, Hohlenstein) zum Waldrand und bequem in das Tal der Lone hinunter. Auf einem am Waldrand rechts abzweigenden Pfad erreichen Sie einen als Hohlenstein bezeichneten Felsklotz (hin und zurück 10Min.) mit zwei Höhlen, Bärenhöhle sowie Stadel und dem Felsüberhang Kleine Scheuer. Der bedeutendste Ausgrabungsfund war eine knapp 30 cm große Löwen- Mensch-Figur. In der Bärenhöhle fand 1861 die erste wissenschaftliche Höhlengrabung auf der Schwäbischen Alb statt. Hunderte von Bärenknochen zeigten, dass diese Höhle ein Bärenschlupf war. Dagegen wurde der Stadel sowohl vom Neandertaler (ca. 180 000–ca. 25 000 v. Chr.) als auch von dem um 40 000 v. Chr. eingewanderten modernen Menschen, dem Homo sapiens sapiens (wissender, weiser Mensch) immer wieder als Lagerplatz oder Wohnhöhle genutzt. Beweise dafür sind u. a. ein 100 000 Jahre alter Neandertaler-Oberschenkelknochen, der älteste Neandertalerfund in Baden- Württemberg, und zahlreiche, etwa 25000 Jahre alte Elfenbeinbruchstücke, die sich zu einer aufrecht stehenden menschlichen Figurmit Löwenkopf zusammensetzen ließen, welche von einigen Wissenschaftlern als Schamane interpretiert wird. Zu sehen ist die in mühsamer Puzzle-Arbeit zusammengesetzte Löwen-Mensch-Figur im Museum in Ulm. Sie kehren zum Wirtschaftsweg zurück, überqueren die Lone, gehen nach rechts und gelangen talabwärts auf einem bequemen Weg zu Ihrem Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz im Tal der Lone.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterWeltberühmt sind die Höhlen Vogelherd und Hohlenstein-Stadel, denn Archäologen fanden bei Ausgrabungen nur wenige Zentimeter große Figürchen, die aus Mammut-Elfenbein geschnitzt wurden und, zusammen mit den in den Höhlen bei Blaubeuren gefundenen Skulpturen, mit einem Alter von über 30 000 Jahren als die ältesten Kunstwerke der Menschheit gelten. Ausgestellt sind diese Skulpturen im Museum für Vor- und Frühgeschichte der Universität Tübingen im Schloss Tübingen und im Landesmuseum Stuttgart.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte des LVA B-W, Blatt 525 (Ulm), 1:50 000.
VerkehrsanbindungA 7 Kreuz Ulm/Elchingen–Würzburg, Ausfahrt 118 (Niederstotzingen); Landstraße in Richtung Niederstotzingen und 1,5 km hinter Bissingen ob Lontal rechts an der Straße ein Wanderparkplatz.
GastronomieGasthof Adler in Stetten ob Lontal (geöffnet Mi–Sa ab 17.30 Uhr, So 11–14 und ab 17.30 Uhr); Gaststätte Schlössle in Lindenau mit Gartenterrasse (Ruhetag Mo, an Feiertagen geöffnet).
Tipps
Als willkommener Ausklang eines Wandertags, vor allem für Familien mit Kindern, bietet sich in Niederstotzingen das ganzjährig geöffnete Freizeitbad Lonido an, u. a. mit Schwimmbecken, Kinderbereich mit 50-Meter-Rutsche und Baby-Planschbecken, Blockhaus-Sauna, Kneippanlage und Cafeteria (Tel. 07325/102-75).
Unterkunft
In Stetten ob Lontal u. a. Gasthof Adler (Tel. 07325/919090)
Tourismusbüro
Stadtverwaltung, Lange Str. 58, 89452 Herbrechtingen, Tel. 07324/95 50, www.herbrechtingen.de oder allgemein im Internet unter www.lonetal.de

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