Cima Valdritta – die höchste Erhebung

Sportliche Wanderung. Stellenweise ausgesetzt, eine leichte Kletterpassage. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig. Bei Nässe, Gewitterneigung usw. absolut nicht zu empfehlen. Langer steiler Abstieg. Empfehlung - Wanderstöcke zur Knieentlastung. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
Die dunklen Seiten des Monte Baldo.
Der Monte Baldo war von jeher ein gern genutzter Verbindungsweg zwischen den Alpen und der weiten Poebene. Im Mittelalter stellten seine Hänge sogar eine wichtige Durchgangszone für Händler und Heere dar. Über ein Dutzend Burgen verteidigten diese Straße. Doch Brentonico und der Monte Baldo, die auf der Grenze zwischen dem italienischen und dem österreichisch-ungarischen Reich lagen, waren zwischen 1915 und 1918 auch Schauplatz des Ersten Weltkriegs. Dies bezeugen die Kanonen, Barackenlager und Schützen - gräben, die bis heute zu sehen sind.
Auf die Cima Valdritta.
Von der Bergstation wandern wir einige Meter abwärts mit der Markierungsnummer 651 in die Bocca di Tratto Spino (1720 m). Hier, bei den vielen Wegweisern, wenden wir uns dem Gegenanstieg zu (Weg Nr. 651 Richtung Punta Telegrafo; auch E 5) und marschieren am Skilift vorbei zum aussichtsreichen grasbewachsenen Felsgrat, auch Baldensischer Grat genannt (ca. 50Min. von der Seilbahn-Bergstation). Vorbei an einem Meer aus Steinmännchen (1914 m) wandern wir stetig steinig weiter empor. Wir gelangen zu einem zerklüfteten Grat und zu einem Sattel. Immer weiter aufwärts erreichen wir die Cima delle Pozzette (2132 m; 1.40 Std. von der Seilbahn-Bergstation). Auf Felsen steigen wir abwärts zu einem Sattel am Anfang des Valle d’Angual (2030 m; 20Min.). Die Cima del Longino umgehen wir. Felsund Wurzelpfade wechseln sich ab. Weitere schöne Ausblicke belohnen uns für die Mühe. Nun stehen wir fast wie vor einer großen Mauer. Links führt der Steig mit einer Kette gesichert in leichter Kletterei nach oben. Hier ist unsere volle Konzentration gefordert. Wir gelangen hinauf zu einem Felstor am Gipfelstock der Cima Valdritta (1.30 Std.).
Abzweig zum Gipfel.
Hier lohnt eine kurze Verschnaufpause, bevor wir die letzten 60 Höhenmeter zum Gipfel in Angriff nehmen. Der Weg wird nun steiniger und luftiger. Jetzt ist Vorsicht angebracht, damit man beim Hochgehen keine Steine lostritt. Hier haben Soldaten während des Ersten Weltkriegs Höhlen gegraben – unvorstellbar. Am höchsten Punkt angelangt, eröffnet sich nun der Blick auf den Gardasee. Dahinter erheben sich die vergletscherten Gipfel der Adamellogruppe, im Nordwesten zeigt sich die Brentagruppe. Bei guter Sicht lässt sich in der Ferne sogar die Berninagruppe erkennen. Zurück geht es auf gleichem Weg (hin und zurück ca. 30Min.), an der Forcella Valdritta (2170 m) folgen wir nach rechts dem Weg Nr. 5. Durch Geröll wandern wir im Zickzack in das Kar Valdritta und immer weiter abwärts bis zum verfallenen Baito Valdritta (1820 m; 40Min.). Kurz geht es nochmals hinauf, dann erst mäßig und bald wirklich steil abwärts vorbei am Aussichtspunkt »La Guardia« (1520 m; 45Min.).
Wir folgen weiter Weg Nr. 5 vorbei an der Quelle La Fontana (1324 m; 25Min.) hinab zum Col di Piombi. Nun wechselt die Wegnummer. Weg Nr. 2 bringt uns immer weiter hinab, und wir gelangen durch den Wald bis zur Mittelstation der Seilbahn (1.15 Std.), mit der wir wieder nach Malcesine abfahren.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied700 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortMalcesine
AusgangspunktSeilbahn-Bergstation oberhalb von Malcesine bei der Baita dei Forti
EndpunktSeilbahn-Bergstation oberhalb von Malcesine bei der Baita dei Forti
TourencharakterDer Monte Baldo ist mit über 2000 m das höchste Bergmassiv am Gardasee. Auf über 30 km Länge trennt er das Ostufer vom Etschtal. Wir steigen heute auf seinen höchsten Gipfel, die Cima Valdritta. Der Monte Baldo verfügt über verschiedene Klimazonen, die sich je nach Meereshöhe sowohl in der Temperatur als auch in unterschiedlicher Fauna und Flora an seinen Hängen widerspiegeln. Bei der Wahl der Kleidung heißt es daher, für alle Fälle gewappnet zu sein. Da sich die Wetterverhältnisse am Monte Baldo manchmal schnell ändern, sollte man also auch auf schlechtes Wetter eingerichtet sein, selbst wenn man bei wolkenlosem Himmel aufbricht. Die Sonne ist im Sommer hier oben sehr intensiv – Sonnenbrille, Sonnencreme und ein Hut dürfen nicht fehlen. Aber es gab hier oben auch dunkle Zeiten ...
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarten - 1:50 000, Blatt 071 Alpi di Ledro, Valli Giudicarie; Blatt 102 Lago di Garda, Monte Baldo
MarkierungenWeg Nr. 651, 5, 2
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Rovereto Sud, und weiter der Beschilderung Richtung Riva del Garda folgen; in Torbole auf der SS 249 nach Malcesine. Parkmöglichkeit im Ort oder im Parkhaus der Seilbahn.
GastronomieSeilbahn-Bergstation; in Malcesine; unterwegs keine Einkehrmöglichkeit (genügend Wasser und Proviant mitnehmen)
Tipps
DIE SEILBAHN. Die neue Seilbahn mit Drehkabinen führt von Malcesine auf den Monte Baldo und eröffnet eine bezaubernde Panoramawelt, denn sie dreht sich während der Fahrt um 360 Grad. Schon die futuristische Gestaltung ihrer Stationen beeindruckt - Gebäude mit klaren architektonischen Elementen, wo Stahl, Aluminium, Glas und Stein verschmelzen und die Helligkeit und Trans - parenz der Innenräume unterstreichen; gleichzeitig fügen sie sich harmonisch in die äußere Umgebung ein (s. auch Tour 10). Azienda Trasporti Funicolari Malcesine, Malcesine, Tel. 0039/045/740 02 06, Fax 0039/045/740 18 85
Informationen
Baden möglich
Tourismusbüro
TOURIST-INFO Istituzione Malcesine Più, Via Castello – Via Capitanato, 37018 Malcesine – Verona, Tel./Fax 0039/045/740 08 37, E-Mail - info@malcesinepiu.it, www.malcesinepiu.it

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