Cima Valdritta, 2218 m

Lange, trotz des hochgelegenen Ausgangspunktes anstrengende Gratwanderung mit enorm langem Abstieg (Teleskopstöcke). Nur bei sicherem Wetter gehen (Gewitter), keine bewirtschaftete Hütte unterwegs. Bei klarer Sicht immenses Panorama von der Cima Valdritta (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die Gratwanderung Sie führt zunächst sanft bergab in die weite Senke der Bocca Tratto Spino (Tredes Pin, 1720 m), dann moderat steigend am breiten Wiesenrücken entlang. Die Ausflügler bleiben bald zurück, der Müll am Wegrand wird weniger, und die Schotterpiste mutiert zum Wanderweg. Die Cima delle Pozzette (2132 m) ist schon näher gerückt, Latschen bedecken den Kamm. Nach anderthalb Stunden ist der erste Gipfel erreicht, genießt man eine erste schöne Rundschau. Nur das Ziel des Tages, die Cima Valdritta, lässt sich noch nicht blicken. Sie steht genau hinter der nur unwesentlich niedrigeren Cima del Longino (2179 m). Nach einem Zwischenabstieg mit rund hundert »verlorenen« Höhenmetern, der packende Tiefblicke ins Val d’Angual bietet, wendet sich der Gratweg in deren Ostflanke. Am Weiterweg zur Cima Val Finestra (2086 m) tauchen die markant gebänderten Nordabstürze der Cima Valdritta auf; rechts schaut man hinunter in das ummauerte »End’ der Welt« des Val Finestra. Eine kleine Felsstufe (Drahtseil) leitet in die Ostflanke des höchsten Monte-Baldo-Gipfels, querend erreicht man die Abzweigung des Gipfelsteigs. Der stammt aus dem Ersten Weltkrieg, ist teilweise aus dem Fels gesprengt und leitet im Zickzack bequem zum höchsten Punkt (2218 m; 3 Std.), wo sich Ausund Tiefblicke zu einer grandiosen Schau verbinden. Ein langer Abstieg Auf dem Kammweg ist in wenigen Minuten die markante Senke der Bocca di Valdritta (2107 m) erreicht, wo der Talabstieg beginnt. Im Zickzack schnürt man hinab in den felsumrahmten Karwinkel des Val Dritta (Gämsen!), folgt dann der deutlichen Spur, die kurz ansteigt zu einer Wiesenkuppe über der Talschlucht. »La Guardiola« nennen die Einheimischen den Platz, nicht zu Unrecht: Was für ein Seeblick! Der nächste Guck- und Rastplatz folgt nach einer längeren Hangquerung und einem Steilabstieg. Unterhalb der »Guardia« (1523 m) taucht der Weg in den Wald ein, Aussicht gibt’s jetzt nur noch wenig, dafür angenehmen Schatten – und in einer felsigen Mulde sogar kühles Wasser (La Fontana). Am Col dei Piombi (1164 m; 5.30 Std.) wird aus dem Waldweg ein holperiges Sträßchen, das in mehreren Schleifen hinabzieht zur Mittelstation der Monte-Baldo-Seilbahn (563 m; 6.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1760 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortMalcèsine (103 m) am Ostufer des Gardasees
AusgangspunktBergstation der Monte-Baldo-Seilbahn (1752 m) wenig oberhalb der Bocca Tratto Spino
EndpunktMittelstation der Seilbahn (563 m)
TourencharakterKeine Frage, die Überschreitung des gesamten Monte Baldo ist der Klassiker unter allen Wanderungen rund um den Gardasee. Die Tour bekommt locker ihre drei Sterne, allein schon für die Tiefblicke auf den Benacus und sein riesiges Panorama. Letzteres reicht manchmal bis zum Monte Rosa, bei Nordföhn im Herbst gelegentlich sogar bis zum fernen Monviso, der sich hinter Turin in den Cottischen Alpen erhebt. Im Frühsommer ist es eher die legendäre Flora des Monte Baldo, die einen staunen lässt, mit einigen Reliktpflanzen aus der Voreiszeit, die am Südrand der Alpen die Kälteperiode überlebt haben. Den schweißtreibenden Aufstieg von Malcèsine zum Hauptkamm des Baldo übernimmt freundlicherweise die Seilbahn: fast 1700 Höhenmeter ohne jede Anstrengung am dicken Drahtseil. Oben richtet man den Blick dann besser gleich auf ferne Horizonte, bietet die nähere Umgebung der Funivia doch wenig Anlass, an einen schonenden Umgang des Menschen mit der (Berg-)Natur zu glauben … Immerhin stehen größere Flächen an der Westflanke des Bergmassivs unter strengem Naturschutz, sind auch einige Wege gesperrt worden. Doch die Natur bedürfte gerade dort, wo der Kommerz brutal eingreift, eines ganz besonderen Schutzes.
KartentippLagirAlpina 1:25 000, Blatt 12 »Alto Garda«
MarkierungenRot-weiß, Wegnummern 651, 5, 2
VerkehrsanbindungMalcèsine liegt etwa zehn Kilometer südlich von Torbole am Ostufer des Gardasees. Im Ort beschilderte Zufahrt zur Talstation der Funivia. Infos zu Verkehrszeiten www.funiviedelbaldo. It
GastronomieKeine Einkehrmöglichkeit unterwegs
Tourismusbüro
APT, Via Capitanato 6, I-37018 Malcèsine; Tel. +39/045/740 00 44, info@malcesine.biz, www.malcesine.biz

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