Carl-von-Stahl-Haus

Der Hüttenwirt Helmut Pfitzner ist ein echtes Unikum. Seit 35 Jahren gehört der Salzburger zum Stahl-Haus wie die Mozartkugeln zu seiner Heimatstadt. In dieser Zeit leitete der gelernte Kunst- und Portalschlosser unter anderem den Ausbau der Materialseilbahn in die Wege, ließ eine Abwasserpumpanlage errichten und die Küche komplett erneuern. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
14 km
1100 m
5.00 h

Ehrung für langjährige Verdienste

Wer so lange auf ein und derselben Hütte verweilt, muss mit sich und seiner Umwelt im Reinen sein. Und tatsächlich strahlt Helmut eine Zufriedenheit aus, die sich auch auf den Hüttengast überträgt. Selbst wenn alle gleichzeitig in die Hütte drängen und mehr oder weniger ungeduldig ihre Bestellungen aufgeben, bleibt er die Ruhe in Person.

Doch es ist vor allem die Gastfreundlichkeit, die ihn und seine Frau Irmgard bis weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Auch die geselligen Musikerabende bleiben jedem Hüttengast in angenehmer Erinnerung. Helmut ist und bleibt eine Institution, eine lebende Legende. Grund genug für die Salzburger Wirtschaftskammer, ihm im November 2003 für seine langjährigen Verdienste die Anerkennungsurkunde der Sparte »Tourismus und Freizeitwirtschaft« zu überreichen.

Lage der Hütte

Das Stahl-Haus liegt zwischen Göllmassiv und Hagengebirge exakt auf der deutsch-österreichischen Grenze. Groß ist der Höhenunterschied zwischen den Gipfeln und dem Königssee. Doch wer mit der Jennerbahn bis zur Bergstation hochfährt, spart sich gut 1000 Höhenmeter Anstieg und kann sogar die Göll-Überschreitung in einem Tag schaffen.

Nach kurzem Abstieg vom Jenner ist die Hütte rasch erreicht, dementsprechend viel Trubel herrscht hier an sonnigen Tagen selbst unter der Woche. Gipfelambitionierte, die auf die bequeme Aufstiegshilfe per Bahn verzichten und einen der längeren Anstiege in Kauf nehmen, übernachten in der Regel auf der Stahlhütte und gehen am Folgetag auf Tour.

Der Touren-Klassiker

Die Überschreitung dauert vom Stahl-Haus sechs bis acht Stunden und ist einer der Klassiker im Berchtesgadener Raum. Eine grandiose Tour, bei der mit Hohem Brett (2340 m), Brettriedel (2344 m), Großem Archenkopf (2391 m), Hohem Göll (2522 m) und Rauchfang (2253 m) gleich fünf Gipfel bestiegen werden. Vom Rauchfang bieten sich zwei Abstiegsvarianten an: entweder weiter auf dem Weg 451 über das Purtschellerhaus zur Ringstraße oder auf dem Mannl-Klettersteig zum Kehlsteinhaus.

Letzterer wird allerdings in umgekehrter Richtung empfohlen. Auf dem teils exponierten Steig muss man vor etwaigen Gefahren auf der Hut sein: Altschneefelder in den steilen Nordflanken erschweren das Fortkommen und mit einem Wettersturz ist in dieser Höhe noch dazu in Gratnähe auch nicht zu spaßen. Deshalb sollte die Tour nur bei guter Wetter- und Sichtlage begangen werden, abgesehen davon, dass Nebel den Blick auf die imponierende Bergkulisse mit Steinernem Meer und Watzmann versperrt.

Unterwegs auf der Kleinen Reibn

Weniger exponiert und gefahrvoll ist die so genannte Kleine Reibn, die vom Stahl-Haus über Schneibstein (2277 m), Windscharte, Seeleinsee, Priesbergalm und Königsbachalm in vier bis fünf Stunden zum Königssee führt. Auf dieser Tour bleibt ausreichend Zeit, um die Landschaft in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Länge: Vom Parkplatz Königssee über die Königsbachalm (3 Std.) oder vom Parkplatz Hinterbrand über die Mitterkaseralm (1 3/4 Std.); alternativ mit der Jennerbahn bis zur Bergstation (1800 m) und von dort erst ab-, dann aufsteigend zur Hütte (3/4 Std.); vom Parkplatz im Bluntautal bei Golling über Untere und Obere Jochalm (3 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation Jennerbahn in Königssee, Hinterbrand oder Golling
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr.14, Berchtesgadener Land – Chiemgauer Alpen, 1:50.000
Verkehrsanbindunghttp://www.carl-von-stahl-haus.comMit der Bahn stündlich von München nach Freilassing (Richtung Salzburg), dort Anschluss nach Berchtesgaden; weiter mit dem RVO-Bus Nr.9541 nach Königssee. Mit dem Auto auf der A 8 Ausfahrt Piding, auf der B 20 über Bad Reichenhall und Berchtesgaden zum Königssee (Parkplatz Jennerbahn) oder wahlweise von Berchtesgaden auf der Vorderbrandstraße nach Hinterbrand. Nach Golling muss man den Umweg über Salzburg in Kauf nehmen.
GastronomieCarl-von-Stahl-Haus. Ganzjährig bewirtschaftet (außer 24.12.) Infos unter www.carl-von-stahl-haus.com oder telefonisch: 0049/8652/2752
Informationen
Hüttenporträt
Höhe: 1734 m
Erbaut 1921–23 (OeAV-Sektion Salzburg)
Bewirtschaftet: Ganzjährig außer Heiligabend
Kulinarischer Tipp: Österreichische Hausmannskost
Hüttenwirt: Helmut Pfitzner
Telefon: 08652/27 52
Betten: 24
Lager: 70
Materialbeschaffung: Materialseilbahn von Golling
Besonderheit: Lage genau auf der Grenze zwischen Salzburg und Bayern
Tourismusbüro
Berchtesgaden Tourismus, Königsseer Straße 2, 83471 Berchtesgaden, Tel.: 08652/96 70, Fax: 08652/96 74 02, Internet: www.berchtesgadener-land.com

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