Cabane des Aiguilles Rouges, 2810 m, und Lac Bleu, 2090 m

abwechslungsreiche Hüttenrundtour; leicht. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
13 km
900 m
5.00 h
Aufstieg zur Cabane des Aiguilles Rouges -  Vom Office du Tourisme auf der Fahrstraße einige hundert Meter taleinwärts bis zum Weg-weiser nach Praz Gras (rechts) und jetzt zwischen Kriechwacholder, Arven und Wetterlärchen einen Hang empor. Nach Erreichen der Waldgrenze geht es über weite Hochflächen mit saftigen Wiesen gemächlich dahin, bis ein kurzer steiler Anstieg zu den malerisch gelegenen Hütten von Praz Gras führt (2479 m). Prächtig ist der Anblick von Mont Collon und Pigne d’Arolla, vorgelagert Pointes de Tsena Réfien und Monts Rouges – dazwischen liegen zwei Übergänge ins Val des Dix: Col de Riedmatten und Pas de Chèvres. Eine üppige Alpenflora säumt unseren Weg: kurzstieliger Enzian, Seidelbast, die zottigen Fruchtstände der Anemone, Arnika, Purpur-Enzian, Alpenrosen und Schusternägel. Der Steig folgt einer Wasserfuhre bis zu ihrer Fassung am Gletscherbach vom Glacier des Ignes. Geröllhänge sind zu queren in einem gigantischen Bergkessel, der einst von Gletschern ausgefüllt war. Von Punkt 2706 blicken wir durch einen schluchtartigen Einschnitt, in Jahrtausenden durch Erosion entstanden, auf den 600 Meter tiefer liegenden Lac Bleu de Louché. Danach windet sich der Pfad den Moränenhang steil hinauf. Wild schäumt das Wasser vom Glacier des Ignes herab. An (bezeichneter) Stelle ist das breite Bachbett zu queren, ohne dass es nasse Füße gibt. Sanft weiter hinauf bis in ein mit Fels-trümmern gefülltes Kar. Rote Markierung zeigt den besten Durchstieg an. Das Steiglein zieht sich bald einen lieblichen Hang entlang. An einer glatten Felsplatte entschärft Kettensicherung die Ausgesetztheit. Nach 21¼2 Stunden Gehzeit ist die Cabane des Aiguilles Rouges (2810 m) erreicht. Darüber das glitzernde Eis des Glacier des Aiguilles Rouges und die malerischen, stark verwitterten Felsen der Aiguilles Rouges d’Arolla, einer Bergkette zwischen dem Val des Dix und dem Val d’Arolla. Die gemütliche Hütte ist ein beliebter Stützpunkt für Touren in den Aiguilles Rouges d'Arolla, zur Pointe de Vouasson sowie zum Mont de l’Etoile. Über den Col des Ignes braucht es 4 Stunden ins Nachbartal und zur Cabane des Dix. Abstieg zum Lac Bleu de Louché: Deutlich ist der Weiterweg zu er-kennen und zieht bis Punkt 2844 einen Geröllhang empor. Danach (Hinweis) geht es nur noch stetig bergab – erst nach Norden, später Südosten. Der Mont Collon zeigt sich jetzt als finsterer Felskoloss, seine Nordwand liegt in tiefem Schatten. An einem Felsblock (rechts) in großen Buchstaben Lac Bleu mit einem Pfeil darunter in Richtung des Wegverlaufes, ab und zu folgen rote Markierungen. So wandert es sich unbeschwert durch diese außergewöhnliche Landschaft. Der Pfiff eines Murmeltiers gellt durch die Stille. Zwischen Beerensträuchern und Heidekraut, niedrigen Wacholderbäumen und sonderbar ver-wachsenen Lärchen schlängelt sich der Pfad hinab zum türkisfarbenen Lac Bleu de Louché (2090 m). Er wird vom Wasser der Gletscher ge-speist, die sich ihren Weg durch Moränen und Geröllhalden bis hierher suchten. Das Wasser des idyllisch gelegenen Bergsees ist bis auf den Grund des Bodens hin so klar, dass man keine einzige Alge entdeckt. Diese Oase des Friedens zieht Bergwanderer und Maler gleichermaßen in ihren Bann: Man muss sich ein-fach niedersetzen an den Hang über dem See und den Augenblick dankbar in sich aufnehmen. Von La Gouille (an der Straße Les Haudères-Arolla) dauert der Anstieg eine knappe Stunde; trotzdem sind nur wenige Menschen hier oben anzutreffen Höhenweg nach Arolla: Nach langer Pause folgen wir dem Hinweis »Arolla« (an einem Stein) und wandern in südlicher Richtung auf einer Höhe um 2000 Meter über dem Tal der Borgne d’Arolla – abwechselnd durch lichten Lärchenwald und über Hänge mit besonders kräftigen Alpenrosensträuchern. Purpurenziane mit prächtigen dunkelroten Blüten säumen den Weg. Sie werden von Hummeln bestäubt und verbreiten einen eigentümlich süßen Rosenduft. Die winzigen Samen wiegen nur 0,00048 Gramm und werden vom Wind verbreitet. Die Pflanze findet hier den benötigten nährstoffreichen, jedoch kalkarmen Boden mit hohem Rohhumusanteil. Die Wurzel des Purpurenzian (Gentiana purpurea) weist wie die des Gelben Enzian (Gentiana lutea), der außerdem als altes Heilmittel bekannt ist, einen hohen Gehalt an Bitterstoffen auf. Beide Pflanzen sind berühmt durch die Herstellung des Enzianschnapses – er wird aus der vergorenen Wurzel gebrannt. Nach 1 Stunde erreichen wir den höchsten Punkt (2156) dieses typischen Höhenweges und schlendern die letzten 30 Minuten leicht hinab nach Arolla. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktArolla (1998 m) im Val d'Arolla; Start beim Office du Tourisme.
TourencharakterArolla liegt im Schluss des Val d'Arolla. Ort und Tal verdanken ihren Namen der Arve (französisch arole), diesem ausgesprochenen Gebirgs-baum, der hier wunderschöne Wälder gebildet hat. Einst wurden die in unmittelbarer Nähe der Gletscher von Arolla und Tsijiore Nouve höchstgelegenen Maiensässe des Tales (Alpen, auf denen das Vieh gesömmert wird) mit diesem Namen bezeichnet. Wie vielerorts, brachte auch im Val d'Arolla der Alpinismus die touristische Entwicklung - Gast-höfe und Pensionen entstanden, und der Schweizer Alpen-Club (SAC) er-richtete Hütten zur leichteren Erreich-barkeit hochalpiner Ziele. Arollas schöne Umgebung ist für Sommer-frischler, Bergwanderer, Hochtouristen und Skiläufer gleichermaßen attraktiv. Gepflegte Wanderwege in einer noch intakten Landschaft, lockende Gipfel über dem Talschluss, eine vielartige Flora und die Chance, Gämsen und Steinböcke auf freier Wildbahn zu beobachten, machen den Reiz des Val d'Arolla aus. Am Taleingang nisten die in der Schweiz selten gewordenen Königsadler und Alpenkrähen (Füße und längerer Schnabel rot). Letztere werden leicht verwechselt mit den Alpendohlen (Füße rot, Schnabel gelb). Dauer: gesamt 5 Std.; Arolla – Praz Gras 1 Std.; Praz Gras – Cabane des Aiguilles Rouges 11/2 Std.; Cabane des Aiguilles Rouges – Lac Bleu 1 Std.; Lac Bleu – Arolla 11/2 Std. Höhenunterschied: ? 900 m, ? 900 m; Arolla – Praz Gras ? 480 m; Praz Gras – Cabane des Aiguilles Rouges ? 360 m; Cabane des Aiguilles Rouges – Lac Bleu ? 750 m; Lac Bleu – Arolla ? 60 m und ? 150 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 283 T (Arolla; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - Von Sion (Bahnstation) Busverbindung nach Evolène. Auto: Von Sion/Rhonetal ins Val d'Hérens und nach Evolène. Am Ortsende von Les Haudères Queren der Borgne de Ferpècle und weiter südwärts ins Val d'Arolla.
GastronomieCabane des Aiguilles Rouges (2810 m), 80 Schlafplätze, bewartet - Juli bis Mitte September, Tel. 027/2831649 (Hütte), 027/2833325 (Tal). Ferner in den Tal-orten des Val d'Arolla Einkehr und teils Unterkunft: La Gouille, Satarma und Pramousse.
Höchster Punkt
Aiguilles Rouges, 2810 m
Unterkunft
Cabane des Aiguilles Rouges (2810 m), 80 Schlafplätze, bewartet - Juli bis Mitte September, Tel. 027/2831649 (Hütte), 027/2833325 (Tal). Ferner in den Tal-orten des Val d'Arolla Einkehr und teils Unterkunft: La Gouille, Satarma und Pramousse.
Tourismusbüro
Arolla (1998 m, 41 km ab Sion/Rhonetal). Postbusverbindung. Berg-führerbüro, Zeltplatz. Nächstgrößere Orte mit besseren Möglichkeiten zum Einkaufen: Les Haudères und Evolène (11 bzw. 15 km entfernt) im Val d'Hérens. Office du tourisme d'Arolla: CH-1986 Arolla, Tel. 027/ 2833028.

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