Burg Zähringen und Rosskopf

Mit der Stammburg der Zähringer und dem Aussichtsturm auf dem Rosskopf verbindet diese Rundwanderung zwei der schönsten Aussichtspunkte im Wald zwischen Freiburg und Glottertal. Interessant ist auch das Vorrücken der Windkraftindustrie in den Wald: Auf dem Rosskopf stehen mehrere Windkrafträder, die von Groß und Klein bestaunt werden. Wer die Wanderung ausdehnen will, unternimmt den Abstecher zum ebenfalls durch herrliche Ausblicke gekennzeichneten Wildtälereck. (Autor: Chris Bergmann)
10 km
300 m
3.00 h

Zur Zähringer Burg

Gesunde Luft, herrliche Aussicht und die Gemütlichkeit eines naturnahen Restaurants machen das Waldrestaurant Zähringer Burg mit seiner Gartenwirtschaft zu einem viel besuchten Ausflugsziel. Es liegt noch auf Freiburger Stadtgebiet, während sich die Burgruine Zähringen in unmittelbarer Nachbarschaft schon auf dem Gebiet der Gemeinde Gundelfingen erhebt. Im Restaurant ist der Schlüssel zur Besteigung des Turms erhältlich, Hinweisschilder zeigen den steilen Weg, der in wenigen Minuten zur Ruine der Zähringer Stammburg hinaufführt.

Vermutlich zum Abschluss seines Eroberungsfeldzugs im Breisgau 1078/79 gründete Berthold II. auf einem schon in vorgeschichtlicher Zeit als Fliehburg genutzten Vorberg des Rosskopfmassivs auf der Gemarkung Wildtal Burg Zähringen, eine Wehranlage mit weitem Blick auf die Schwarzwaldberge und über die Freiburger Bucht. Während Burg Zähringen noch 1098 so wichtig war, dass sie Namensgeberin einer Herzogsdynastie wurde, lief ihr schon wenig später die Burg auf dem Freiburger Schlossberg nach der Gründung der Stadt Freiburg (1120) den Rang ab. Da Burg Zähringen auf Reichsboden lag, forderten die deutschen Könige die Burg nach dem Aussterben der Zähringer (1218) für das Reich zurück, 1247 und 1278 wurde sie zerstört und danach wieder aufgebaut, Ruine blieb sie nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525. Der erhaltene Bergfried stammt wahrscheinlich aus dem 13./14. Jh. Er bietet einen erstklassigen Blick hinüber zum Kandel jenseits des Glottertals, auf Freiburg und den Südschwarzwald sowie über die Rheinebene hinweg auf die Vogesen.

Zum Ochsenlager

Von der Burg geht es auf demselben Weg kurz zurück Richtung Restaurant und links ab Richtung »Rottecksruhe«, wobei die Markierung »gelbe Raute« die Route weist auf dem bequemen Krämerbuchwaldweg. Im Hang des Uhlbergs führt er im Wald sacht aufwärts und bietet mehrfach schöne Ausblicke ins Wildtal und zum Kandel, ehe er nach einer guten halben Stunde den Rastplatz Rottecksruhe mit Kinderspielplatz erreicht.

Wo sich die Schutzhütte Rottecksruhe befindet, stand im frühen 19. Jh. der Schönehof, der Landsitz des Freiburger Historikers Carl von Rotteck. Hier zeigen die Schilder Richtung »Ochsenlager« auf den Martinsfelsenweg. Er schlängelt sich unterhalb des gleichnamigen Aussichtsfelsens im Nordhang des Rosskopfs zur Schutzhütte am Ochsenlager hinauf. An der Wegespinne Ochsenlager befindet sich bei der Schutzhütte die Rosmarientanne. Diese Fichte wurde vom Wirt der ehemaligen Freiburger Gaststätte »Zum Fahnenberg« gestiftet und trägt den Namen seiner Frau.

Auf den Rosskopf

Am Ochsenlager sind zahlreiche Wege ausgeschildert (darunter der Weg zum Wildtälereck), der Kandel-Höhenweg führt am aussichtsreichen Martinsfelsen vorbei zum Aussichtsturm auf dem Rosskopf. Der Rosskopf (737 m) auf dem alten »Dreiländereck« zwischen Wildtal und Dreisamtal ist der gemeinsame Hausberg von Freiburg und Gundelfingen, auch die Gemarkungsgrenze der früher selbstständigen Gemeinde Ebnet trifft hier mit denen von Freiburg und Gundelfingen zusammen, viele historische Grenzsteine künden vom Grenzverlauf.

Bänke und eine Schutzhütte laden auf der vom Wald umgebenen Gipfellichtung zur Rast, in der Mitte erhebt sich ein stählerner Aussichtsturm, der eine prachtvolle Aussicht auf den Süd- und den mittleren Schwarzwald sowie über den Kaiserstuhl hinweg bis zu den Vogesen gewährt. Der Rosskopf ist ein beliebtes Ziel für Mountainbiker und Wanderer ebenso wie für Scharen von Schaulustigen, die die Anlagen der Windkraftindustrie besichtigen. 2003 wurde mit vier Windrädern der kontrovers diskutierte Windpark auf dem Rosskopf eröffnet; zusammen mit den beiden Windrädern an der Holzschlägermatte am Schauinsland bildete er damals eines der größten Projekte der Windkraftindustrie in Baden-Württemberg. Durch die Konzentration auf dem Rosskopf sollte gewährleistet werden, dass andere Berge in der Umgebung von diesen Industrieanlagen verschont bleiben.

Vom Rosskopf führt der Kandel-Höhenweg recht steil hinab. An der kleinen Schutzhütte beim Silberbrunnen zweigt die Markierung »gelbe Raute« rechts ab und führt zurück zum Grillplatz Rottecksruhe. Wie beim Hinweg geht es von hier auf dem bekannten Weg zurück zum Waldrestaurant Zähringer Burg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortFreiburg im Breisgau (278 m) am Fuß des Südschwarzwalds ist die am weitesten südlich gelegene und sonnigste Großstadt Deutschlands, die historische Altstadt mit dem gotischen Münster und den bächledurchflossenen Gassen ist eine der beliebtesten Studentenstädte in Süddeutschland.
AusgangspunktParkplatz am Gasthaus Zähringer Burg.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterEine Burgruine, Aussichtspunkte und ein Windpark: Bequeme Wald- und Aussichtswanderung, nur der kurze Aufstieg zum Rosskopf ist steil.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 505 Freiburg im Breisgau/Naturpark Südschwarzwald, Blatt 1 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungA 5 Karlsruhe – Basel, Ausfahrt Freiburg-Nord, weiter Richtung Freiburg auf der Schnellstraße bis zur Abfahrt Zähringen-Nord/Gundelfingen, nun Richtung Zähringen, nach der Bahnbrücke links in die Berggasse, zweite rechts in die Wildtalstraße und nächste links beim Café/Bäckerei Bronner in die Pochgasse; die Pochgasse führt immer bergauf durch ein Wohngebiet und dann noch 3 km durch den Wald.
GastronomieWaldrestaurant Zähringer Burg.
Tourismusbüro
Gemeinde Gundelfingen, Alte Bundesstraße 31, 79194 Gundelfingen, Tel. 0761/59110, www.gundelfingen.de 
Freiburg Wirtschaft und Touristik, Rotteckring 14, 79098 Freiburg, Tel. 0761/3881880, www.freiburg.de

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Chris Bergmann

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