Buhlbachsee, Ellbachseeblick, Sankenbachfälle

Dreiseenwanderung über den Kniebis.
Der Wechsel aus Forstwegen und wurzelig-steinigen Pfaden erfordert festes Schuhwerk. Dank der guten Busverbindung ab Baiersbronn lässt sich die Wanderung gut teilen - Bushaltestellen finden sich an der Zuflucht, an der Alexanderschanze und in Kniebis-Dorf. (Autor: Chris Bergmann)
22 km
400 m
5.00 h
Am Murg-Zusammenfluss.
Ausgangsort ist der heilklimatische Kurort Obertal-Buhlbach im Quellgebiet der Murg. Zwischen der Bushaltestelle Adler beim gleichnamigen Gasthof und der Tourist-Information geht es in den Kurgarten hinein, hinter der Murgbrücke mit der Markierung »blaue Raute« rechts hinauf zur Verzweigung Scharrain (604 m) und dort rechts Richtung »Buhlbachsaue«. Oberhalb des Kurparks vereinigen sich Rot- und Rechtmurg zur Murg, aussichtsreich führt der asphaltierte, autofreie Hangweg am Waldrand entlang mit herrlichen Ausblicken auf die Wiesen und Wälder des Rechtmurgtals. In Buhlbachsaue mündet der Buhlbach in die Rechtmurg. Nach Passieren des Freibads von Buhlbachsaue und der Tennisanlagen erreicht der auch als Inlinestrecke genutzte Wanderweg den Parkplatz Lärchenhütte (627 m) am Forsthaus im unteren Buhlbachtal. Hier führt er links weiter und folgt einem breiten Asphaltweg im Wiesen- und Waldtal des Buhlbachs aufwärts. Bald nach Passieren eines Brunnens verlässt die »blaue Raute« den Asphaltweg, führt auf einem Pfad hinunter zum Bach, überquert ihn auf einer Stegbrücke und wechselt auf einen Hangweg, an dem gleich darauf Sitzbänke vor Wiesen zur Rast einladen und wenig später ein Brunnen Erfrischung spendet. Der Hangweg führt durch alte Mischwälder und gewährt schöne Tiefblicke ins Tal, aus dem das Rauschen des Buhlbachs heraufdringt. An der Verzweigung kurz vor der Bärenteichhütte (700 m, in Sicht) geht es rechts weiter aufwärts, bis an der Verzweigung Buhlbachsee (789 m) das Zeichen »gelbe Raute« in knapp einer Minute zum nahen Buhlbachsee führt.
Buhlbachsee.
Der Buhlbachsee (790 m), einer der zahlreichen schönen Karseen des Nordschwarzwalds, ist 2,7 Hektar groß und liegt in einer von Gletschern ausgehobelten Nische in der Nordflanke des Grindenkamms im Schliffkopf-Naturschutzgebiet. Im 19. Jh. wurde der im Lauf der Jahrtausende verlandete See zum Zweck der Holztrift aufgestaut, dabei löste sich der pflanzenreiche Schwingrasen vom vermoorten Untergrund und liegt seither als Insel auf dem Wasser. Ein besonders schönes Bild bietet der See, wenn auf dem Schwingrasen zur Mittsommerzeit das Wollgras flockt. Neben Wollgräsern wachsen dort außerdem Torfmoose, Moosbeeren, Schwarze Krähenbeeren, Moor-Binsen und der Rundblättrige Sonnentau.
Zur Zuflucht.
Nach der Rast am Buhlbachsee geht es zurück zur nahen Verzweigung Buhlbachsee (789 m). Hier beginnt ein steiler, anfangs mit Trittstufen ausgelegter Steig, der steinig und wurzelig durch die Karwand führt. Weiter oben wechselt die »blaue Raute« vorübergehend auf einen Forstweg, der ebenfalls steil aufwärts führt, an der nächsten Verzweigung, am Ende des Forstwegs, wartet eine Sitzbank, dahinter wird es wieder schön - Wurzelig und steinig führt ein naturnaher Steig hinauf zum Parkplatz Bärenteich an der Schwarzwaldhochstraße, quert die Straße und mündet wenig später am Parkplatz vor der Bushaltestelle und der Jugendherberge Zuflucht (963 m) in den Westweg.
Kniebis und Alexanderschanze.
Wo der Zugangsweg am Anfang des Parkplatzes vor der Jugendherberge Zuflucht den Wald verlässt, quert der Westweg die Straße und folgt einem anfangs asphaltierten Forstweg in den Wald. In alten Fichtenbeständen führt er weitgehend eben durch die Wälder am Rand des Kniebis-Grinden-Naturschutzgebiets zur Verzweigung Härtle (933 m), wechselt an der Verzweigung Zollstockhütte (940 m) bergseitig auf einen schmaleren Weg, an dem gleich darauf ein alter Grenzstein mit badischem Wappen steht. Während das Schliffkopf-Naturschutzgebiet zwischen Zuflucht und Ruhestein bereits 1938 ausgewiesen wurde, wurde das grenzübergreifende Grinden- und Waldnaturschutzgebiet KniebisAlexanderschanze erst 1996 eingerichtet. Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung dieser extensiv genutzten historischen Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Biotopen wie Rasenbinsen-Heiden mit Vermoorungen, Bärwurz-Rotschwingel-Wiesen und Nassbrachen sowie der Gehölze und Waldränder. Geschützt werden sollen auch die Steinriegel als ökologisch und landschaftsästhetisch wertvolle Elemente. Der Westweg verlässt schließlich den Wald und leitet aussichtsreich durch das Grinden-Naturschutzgebiet. Rechts schweift der Blick hinaus auf die Ortenau, markantester Blickfang ist der Brandenkopf, der »König des mittleren Schwarzwalds«. Das Etappenziel, die Alexanderschanze, ist durch ein überdimensionales Windkraftrad erkennbar. Sieht man sich zuletzt um, erblickt man den Schliffkopf und die Hornisgrinde. Oberhalb der Windkraftindustrieanlage quert der Westweg die Bundesstraße und erreicht den Parkplatz beim Hotel »Alexanderschanze«.
Ellbachsee-Blick.
Direkt vor dem Hotel »Alexanderschanze« leitet an einem Schuppen der Wanderweg Richtung Dorf Kniebis/ Baiersbronn weiter. Er quert schon bald die Schwarzwaldhochstraße, wechselt auf das »Seesträßchen« und zweigt dann rechts auf einen Waldweg ab, der zum Ellbachsee-Blick führt: Fast unvermittelt fällt der Blick hinab auf den verlandeten Karsee. Das Wasser des Ellbachsees wurde früher als Schwallwasser zur Holztrift benutzt, heute ist der als Naturdenkmal ausgewiesene, nur 2 Meter tiefe See zum größten Teil von einem Schwingrasen bedeckt, die sichtbare Wasserfläche ist nur 0,5 Hektar groß.
Zum Sankenbachfall und -see.
Vom Ellbachsee-Blick führt die Rauten-Markierung Richtung Kniebis-Dorf, wer einkehren will, hat einen Abstecher von nur wenigen Minuten vor sich. Auf dem Buchschollenweg führt die Raute weiter Richtung »Baiersbronn – Wasserfälle«. Von der Wasserfallhütte geht es steil hinab neben dem Sankenbachfall. Da der Sankenbach oberhalb des Kars nur ein kleines Rinnsal ist (außer nach starken Regengüssen), wird er in ein Staubecken geleitet, und wird dieses von Hand geöffnet, stürzen die gesammelten Wassermassen 40 Meter durch die Felswand – dieses Wasserfallspektakel kann jeder selbst durch Öffnen der Stauvorrichtung inszenieren. Der Sankenbach mündet in Baiersbronn in den Forbach kurz vor dessen Mündung in die Murg. Unterhalb des Wasserfalls lädt am Sankenbachsee eine Grillhütte zum Verweilen ein. Der Sankenbachsee war fast völlig verlandet, als er in den 70er-Jahren aufgestaut wurde, um dieses Schwarzwaldtal möglichst wieder in seiner Ursprünglichkeit herzustellen. Bei der Aufstauung wurde das Moor überflutet, inzwischen wächst jedoch von den Ufern schon wieder ein Schwingrasen aus Torfmoosen in den See hinein. Vom See führt die »blaue Raute« durch das Sankenbachtal zum Bahnhof Baiersbronn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied400 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBaiersbronn (584 m), heilklimatischer und Kneippkurort im oberen Murgtal, flächengrößte Landgemeinde Baden-Württembergs.
AusgangspunktWanderparkplatz und Bushaltestelle Obertal Adler (605 m) am Kurpark und der Tourist-Information von Obertal-Buhlbach, Ortsteil von Baiersbronn.
EndpunktS-Bahnhof Baiersbronn.
TourencharakterBuhlbach-, Ellbach- und Sankenbachsee sind drei der schönsten Karseen im Nordschwarzwald. Sie liegen alle auf dem Gebiet der Gemeinde Baiersbronn in der Nordflanke des Kniebis, eines Bergrückens, der den östlichen Abschluss des Grindenschwarzwalds und die Wasserscheide zwischen dem mittleren und dem Nordschwarzwald bildet. Der Kniebis erstreckt sich in etwa von der Siedlung Zuflucht an der Oppenauer Steige bis zur Alexanderschanze und zum Dorf Kniebis, der Name »Zuflucht« ist ein Hinweis darauf, wie gefährlich es früher vor allem im Winter war, den Kniebis zu überqueren. Heute ist der Kniebis ein Wander- und Radwandergebiet und im Winter ein viel besuchtes Loipengebiet. Südlich des Kniebis verläuft zwischen Zuflucht und Alexanderschanze der Westweg (Europäischer Fernwanderweg 1), an dem historische Grenzsteine an die alte Grenzfunktion erinnern. Seit Jahrhunderten trägt der Bergrücken die Grenze zwischen Schwaben und der Ortenau, seit den Veränderungen während der napoleonischen Kriegszeit ist es die Grenze zwischen Württemberg und Baden, weshalb man vom württembergischen Kniebis (Baiersbronn, Freudenstadt) und vom badischen Kniebis (Bad Peterstal-Griesbach) spricht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 504 Freudenstadt/Naturpark Schwarzwald Mitte/ Nord, Blatt 4 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungA 5 Basel–Karlsruhe, Ausfahrt Rastatt, weiter auf der B 462 Richtung Freudenstadt. Murgtal-S-Bahn S 41 Rastatt – Baiersbronn – Freudenstadt.
GastronomieObertal, Alexanderschanze, Kniebis, Baiersbronn.
Tipps
Schwarzwald-Tälerstrasse – durch das Murg- und das obere Kinzigtal. Die Schwarzwald-Tälerstraße erschließt die romantischen Täler von Murg und oberer Kinzig auf rund 100 Kilo- metern Länge. Von Rastatt führt die Tälerstraße im Murgtal aufwärts durch Bad Rotenfels und Gaggenau nach Gernsbach, wo hoch über der Murg Schloss Eberstein thront. Hier verengt sich das Tal zu einem schluchtartigen Einschnitt zwischen felsigen Steilhängen, Wäldern, Heuhüttenwiesen und Fachwerkorten, im Luftkurort Forbach erinnert eine überdachte Holzbrücke von 1776 daran, dass das Tal schon vor Jahrhunderten ein wichtiger Verkehrsweg nicht nur für die Flößer war. Über Klosterreichenbach mit der ehemaligen Klosterkirche und den Luftkurort Baiersbronn führt die Straße im Murgtal weiter nach Freudenstadt, wo sich die Schwarzwald-Tälerstraße und die Schwarzwaldhochstraße kreuzen. Hier wechselt die Schwarzwald-Tälerstraße ins obere Kinzigtal, wo sie an der imposanten Klosteranlage von Alpirsbach endet.
Tourismusbüro
Baiersbronn Touristik, Rosenplatz 3, 72270 Baiersbronn, Tel. 07442/84410, www.baiersbronn.de. Direkt am Ausgangspunkt befindet sich die Zweigstelle Obertal der Baiersbronn Touristik, Ruhesteinstraße 521, 72270 Baiersbronn-Obertal.

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