Brecherspitz

Ein langer und ein kurzer Weg
Die Bergumrahmung des kleinen Schliersees reizt auf den ersten Blick nicht mit spektakulären alpinen Akzenten. Es ist ein Revier für den beschaulichen Wanderer. Im Norden macht sich bereits das flache Voralpenland bemerkbar, im Osten und Westen rahmen bewaldete Bergkuppen den See ein. Nur am Südende erheben sich ein paar Bergspitzen, die nicht nur Bergabenteuer, sondern auch einen weiten Blick versprechen. Die keck das Bild dominierende Gestalt ist die pyramidenähnliche Form der Brecherspitz. Wenngleich er als das Wahrzeichen von Schliersee gilt, so gehört er doch nicht zu den überlaufenen Bergen; andere, leichter erreichbare Gipfel wie Rotwand oder Bodenschneid laufen ihm dabei den Rang ab. Der früher klassische Anstieg durch das Dürnbachtal wurde nahezu verdrängt durch den kurzen Anstieg vom Spitzingsattel, der uns nicht nur 330 Höhenmeter erspart, sondern auch eine bedeutend kürzere Wegstrecke darstellt. Beide Anstiege lassen sich jedoch zu einer äußerst reizvollen Rundtour verbinden, wenn man den Bus vom oder zum Spitzingsattel nimmt.
Der kurze Weg: Obgleich dieser Anstieg einige Höhenmeter erspart, ist er bergsteigerisch anspruchsvoller, denn am Gipfelgrat gibt es einige recht ausgesetzte Passagen. Vom Spitzingsattel folgen wir zuerst rechts dem asphaltierten Fahrweg (für den allgemeinen Verkehr jedoch gesperrt) Richtung Obere Firstalm, der nach dem Bergsteiger und Führerautor Theodor Trautwein benannt wurde (Gedenktafel am Wegbeginn). Nach einer Wanderstunde durch dichten Nadelwald haben wir dann die schön gelegene Alm erreicht. Direkt beim Haus beginnt rechts der Steig hinauf zum knapp oberhalb gelegenen Freudenreichsattel, der Bodenschneid und Brecherspitz trennt. Ein markierter Pfad leitet uns dort rechts über freie Almwiesen hinauf auf den schmalen Gipfelgrat. Nun rechts weiter auf dem latschenbewachsenen, im oberen Bereich schrofigen Grat (einige Seilsicherungen) auf den Gipfel. Tief unter uns sehen wir den blinkenden Schliersee auf der einen und den viel kleineren Spitzingsee auf der anderen Seite.
Der lange Weg: Vom Bahnhof in Fischhausen-Neuhaus gehen wir zuerst links in die Dürnbachstraße und zweigen dann links in die Waldschmidtstraße ein, dann folgen wir der Grünseestraße einige hundert Meter und zweigen dann rechts ab, um an den Bergfuß zu gelangen. Dort beginnt die Forststraße, der wir durch den dichten Dürnbachwald bis hinauf in das weite und freie Hochtal am Ende des Ankelgrabens folgen. Bei der im Sommer bewirtschafteten Ankelalm (1311 m) weist uns ein Schild links hinauf auf die so genannte Brecherschneid. Auf dem bald steiler werdenden Steig eröffnen sich reizvolle Ausblicke und motivieren uns zusätzlich, den eigentlichen Gipfel zu erreichen. Durch Latschengestrüpp steigen wir dann über den Brecherspitz-Nordgrat – zuletzt über ein paar Felsabsätze – hinauf zum Gipfelkreuz.
Für den Rückweg haben wir mehrere Optionen offen: Entweder wir steigen nach Westen bzw. Süden zum Spitzingsattel ab, oder wir machen eine Gipfelrunde über die Freudenreichkapelle und wandern von dort zur Ankelalm hinab bzw. benutzen den Anstiegsweg über den Nordgrat und kehre so zum Ausgangspunkt in Fischhausen-Neuhaus zurück.

Dauer:

Vom Spitzingsattel: Anstieg über die Obere Firstalm und den Freudenreichsattel 2 Std., Abstieg 1 1/2 Std. Gesamtgehzeit: 3 1/2 Std.

Von Neuhaus: Anstieg über die Ankelalm 3 Std., Abstieg 2 Std. Gesamtgehzeit: 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortNeuhaus, 801 m.
AusgangspunktSpitzingsattel, 1127 m, oder Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.
TourencharakterVom Spitzingsattel: Bis zur Oberen Firstalm gesperrter Fahrweg, dann Bergsteig. Im Gipfelbereich Trittsicherheit erforderlich (einige Seilsicherungen). Von Neuhaus: Almfahrweg und Bergsteig, im oberen Bereich Trittsicherheit erforderlich, beim Abstieg über den Westgrat einige Seilsicherungen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte 1:50 000, Sonderblatt „Mangfallgebirge“ (LVG).
Verkehrsanbindunga) mit dem Auto: Von der Ausfahrt Weyarn der Salzburger Autobahn, auf Landstraße über Miesbach und Schliersee nach Neuhaus am Südende des Schliersees. Parkmöglichkeit am Bahnhof in Fischhausen-Neuhaus. Oder weiter Richtung Bayrischzell und dann rechts hinauf zum Spitzingsattel. Dort Parkplatz (gebührenpflichtig). b) mit Bahn/Bus: Auf der Strecke München – Bayrischzell bis zum Bahnhof Fischhausen-Neuhaus. Dort Beginn der Wanderung; oder weiter mit RVO-Bus bis zum Spitzingsattel, womit wir uns einige Höhenmeter ersparen.
GastronomieObere Firstalm, 1375 m (privat, ganzjährig bewirtschaftet, 59 Betten, 30 Lager); Jausenstation am Spitzingsattel; Ankelalm, 1300 m (während der Weidezeit einfach bewirtschaftet).
Höchster Punkt
Brecherspitz, 1683 m.
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