Böses Weibl (3121 m)

Fast ausschließlich Bergwege, die sich meist gut begehen lassen, evtl. Schneefelder (Autor: Dieter Seibert)
16 km
1220 m
6.00 h
Auch unsere heutige Tour lässt sich bunter gestalten. Die vorgeschlagene Route ergibt einen großen krummen Achter, dessen Bögen sich im Peischlachtörl treffen und die man natürlich in beliebiger Richtung begehen kann. Nebenbei – hier ist man in der Glocknergruppe der Hohen Tauern unterwegs und erst im Törl betritt man die Schobergruppe, deren nördlichster großer Gipfel unser Böses Weibl ist.
Zur Glorerhütte (2 Std.).
Vom Parkplatz knapp unter dem Lucknerhaus rechts von der Straße kurz talein, bei der Verzweigung dann nach oben und mit Hilfe vieler Serpentinen zwischen letzten Bäumen ins freie Gelände. Durch den schmalen begrünten Einschnitt des Bergertales in das Bergertörl mit der Hütte.
Über das Kasteneck ins Peischlachtörl (1.15 Std.).
Von der Hütte nach Süden im Zickzack über die steilen Hänge hinauf zu einem Vorgipfel und über eine Senke hinweg auf das 2836 Meter hohe Kasteneck mit dem ersten ganz freien Blick auf das Böse Weibl. Über erstaunlich sanfte Hänge meist auf Gras hinab ins Törl mit einem Unterstandshütterl.
Auf das Böse Weibl (2 Std.).
Vom Törl um ein Köpfchen herum, dann immer auf dem erst ganz breiten, später ausgeprägteren, am Schluss schmalen Kamm bis in das Becken am Westfuß des Gipfels. Über Geröll oder Schnee zum Kamm, links über eine Stufe in die Gipfelscharte und nach Norden auf den höchsten Punkt.
Abstieg (2.45 Std.).
Hinüber auf den nur fünf Meter niedrigeren Südgipfel, dann über den Ostgrat rasch abwärts und über einen Zwischenkopf in den Kesselkeessattel mit einer halbrunden Alutonne als Biwakschachtel. Nach Norden über die Hänge und Böden wieder hinab ins Peischlachtörl und direkter Abstieg zum Parkplatz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1220 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortKals am Großglockner (1324 m), Bergsteigerort in einem sonnigen, geschützten Talkessel
AusgangspunktLucknerhaus (1918 m) im oberen Ködnitztal
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterNatürlich kann man das Böse Weibl auf die Schnelle »erledigen« - Fahrt ins Ködnitztal, Aufstieg ins Peischlachtörl und dann von Norden und Westen auf diesen Gipfel mit seiner Kegelform. Das ist eine relativ einfache Sache und eine schöne und lohnende Bergfahrt noch dazu. Vor allem der obere Teil des Aufstiegs macht besonderen Spaß, bleibt der ordentliche Steig doch stets dem Grat treu, und so kann man ungehindert nach Westen, Norden und Osten schauen. Den besonderen Blickfang liefert dabei natürlich der Großglockner (3798 m) mit seinen wilden Südabstürzen. Vom abschließenden Kopf unseres Gratrückens geht es dann nur noch über ein Blockfeld oder über Schnee auf den Zwillingsgipfel. Die große Überraschung für den Gebietsfremden: Der gesamte Raum im Süden wird von einem Gewirr dunkler Felsberge gefüllt, auffallend scharfkantigen Gestalten, die mit Minigletschern und Eisrinnen geschmückt sind. Wussten Sie, dass die Schobergruppe zu den ausgesprochen wilden Felsgebirgen gehört? Auf den folgenden Seiten werden wir Ihnen noch zwei Ziele in diesem Bereich vorstellen, zwei der höchsten Gipfel werden dort beschrieben.
Hinweise
Siehe Tour 54 in Karte.
KartentippAV-Karte, Blatt 41 (Schobergruppe)
VerkehrsanbindungVon Norden kommend durch den Felbertauerntunnel und 36 km durch das Tal der Isel bis nach Huben, dort links ab und 13 km hinauf nach Kals und weiter nach Nordosten zum Ausgangspunkt (Maut)
Tipps
Für eilige Genießer. In nur 1.30 Std. kann man das Peischlachtörl direkt erreichen - Vom Parkplatz auf einem Sträßchen durch die Hänge zur Nigglalm. Auf dem guten Steig über eine Steilstufe zur Geländekante, dann schräg durch die Hänge empor ins Törl. Von hier auf das Böse Weibl folgt man der beschriebenen Route (siehe Wegverlauf). Rückweg auf der Aufstiegsroute.
Informationen
Dreitausender-Hungrige lockt vom Kesselkeessattel aus noch die Besteigung des Südlichen Gridenkarkopfs (3031 m). Bei dem nötigen Anstieg von 20 Minuten gibt es zwar keinen Weg, aber man trifft auch auf keine Schwierigkeiten im Geröll und Blockwerk, wenn man die Felsköpfchen am Beginn des Grates links umgeht.
Höchster Punkt
Böses Weibl (3121 m)
Unterkunft
Glorerhütte (2651 m), DAV, 50 Schlafplätze, Tel. - 04876/ 566

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Dieter Seibert

Leichte 3000er in den Ostalpen

50 hochalpine Touren über Wege und Steige zwischen Verwall und Dolomiten. Mit Karten, Piktogrammen und detaillierten Routencharakteristiken.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema