Bilderbuchlandschaft rund um Miesbach

Schöne Trachten, traditionelle Kirchenfeste und berühmte Märkte haben das Miesbacher Land bekannt gemacht. Nicht allseits herumgesprochen hat sich dagegen, dass Miesbach auch von reizvoller Landschaft umgeben ist, in der noch bäuerliche Idylle, parkartige Flure und prächtige Aussichtspunkte zu finden sind, vor allem aber wohltuende Abgeschiedenheit. (Autor: Armin Scheider)
7 km
30 m
2.00 h
Zwei kunstgeschichtliche »Highlights« als Auftakt. Die Pfarrkirche Weyarn, errichtet 1687–93, wird zu den schönsten Kirchen Oberbayerns gezählt. Ihr Ruhm gründet vor allem auf dem Werk zweier namhafter Barockkünstler, nämlich von Johann Baptist Zimmermann, der Stukkaturen und Fresken (1729) geschaffen hat, und von Ignaz Günther, von dem die bedeutenden Schnitzwerke (1755) der Kirche stammen, so eine Pietà, die Gruppe »Verkündigung« und die Mariendarstellung »Maria vom Sieg«. Als weltliche Einkehr in Weyarn empfiehlt sich der Alte Wirt. Der stattliche Gasthof mit schattigem Biergarten ging aus der ehemaligen Klosterwirtschaft hervor, die 1644 gegründet worden war. Über Wattersdorf und Kleinseeham geht es nach Reichersdorf. Dort hat der berühmte Münchner Sakralbildhauer Erasmus Grasser einen prächtig geschnitzten Flügelaltar (1506) hinterlassen. Die Mesnerin wohnt nahe der Kirche und schließt Ihnen gerne den Innenraum auf. Wandern um den Seehamer See. Das Becken des Sees ist vermutlich ein Toteisloch des Inngletschers. Solche Vertiefungen entstanden, als große isolierte Eisbrocken schmolzen, das Wasser aber wegen Geröllablagerung nicht mehr abfließen konnte. In den Röhricht- und Niedermoorzonen des Westufers wurden in den 1990er Jahren über 150 Vogelarten beobachtet, darunter sehr seltene und bedrohte Arten. Landschaftlich ist der See schön gelegen, wobei seine Ostseite etwas belebter und durch die nahe Autobahn lärmanfällig ist. Die Wanderroute ab Kleinseeham ist gut 6,5 Kilometer lang (siehe Karte) und beinhaltet am Südufer des Sees einen kurzen Abschnitt im Wald mit etwas schwierigeren Wegverhältnissen. Mit dem Auto durch Parklandschaften. Die folgende Fahrt verläuft durch besonders anmutige Landschaften rund um Miesbach. Da können die Sträßchen auch mal ziemlich schmal und auf kurzen Teilstücken geschottert sein. Von Thalham geht es hinunter ins Mangfalltal und drüben hoch nach Gotzing. Die dortige Kirche stammt aus der Zeit um 1500 und wurde 1761 barock umgestaltet. Im Innern fallen der Hochaltar von Joseph Götsch sowie der zarte Stuck und die Deckengemälde ins Auge. Beachten Sie am Gasthaus Gotzinger Trommel auch das gemalte Schild mit dem »Gotzinger Trommler«. Er soll die Oberländer Bauern beim Aufstand 1705 angeführt haben und fiel im Kampf. Jetzt durchqueren wir das schöne Hochtal Richtung Einhaus. Es ist eine so genannte Haglandschaft, eine Gegend also, in der die Felder mit Baumzeilen abgegrenzt sind. Die Bäume sollen Winde abmildern und Schatten spenden. Unterwegs passiert man den Zehenthof (18. Jh.), in dem regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden. Aufpassen heißt es kurz nach dem Daxerhof - Wir biegen links ab, fahren über Wall zur B 472, dort rechts ab und bei Thalmühl ins Mangfalltal nach Süden. Auf engen Sträßchen und mit reizvollen Ausblicken geht es über Schmerold und Waldhof zum Gieshof und durch die Obere Wies. Vor dem Gieshof kann man auf der Terrasse des Giglbergstüberls eine Kaffeepause einlegen. Wieder an der B 472, fahren wir hoch nach Lichtenau und weiter über Krauthof durch die Untere Wies, um dann bei Klafflehen rechts abzubiegen nach Miesbach. Wissenswert ist, dass in der Oberen Wies Zweihofanlagen mit abgrenzenden Hagen stehen, während es in der Unteren Wies nur Einzelhöfe sind. In Miesbach biegt man nach der Bahnunterführung links, dann rechts auf den Nordgraben und Am Windfeld wieder links ab und kommt zur Straße Miesbach–Weyarn. Dort kann man einen Abstecher nach Wallenburg machen. Von dem ehemaligen Vierflügel-Schloss steht heute nur noch ein Flügel mit dem Rittersaal. Besichtigt werden kann er nicht. Weiter geht es auf der B 472 bis zur Linksabzweigung Riedgasteig und von dort über das Huber-Anwesen mit seinem prächtigen Alpenpanorama zum Gasthof Auerschmied im Leitzachtal. Hier führt die Route wieder hinauf in ein landschaftlich ebenfalls sehr ansprechendes Hochtal zwischen Hinteröd und Kleinpienzenau mit blumengeschmückten Höfen und weiten Ausblicken. Anzumerken ist noch, dass die Ab- und die Auffahrt beim Auerschmied relativ steile Schottersträßchen sind, die aber bei vorsichtiger Fahrweise problemlos bewältigt werden können. Von Kleinpienzenau aus kehren wir schließlich nach Weyarn zurück. Wandern in der Unteren Wies. Richtig auskosten kann man diese bäuerliche Kulturlandschaft beim Wandern. Von Miesbach aus kommt man auf Wallenburg-, Schützenstraße und Schopfgraben zum Klafflehen-Hof und – nach Süden abdrehend – über Krauthof und Lichtenau nach Schweinthal. Dort führt uns der Weg durch die Siedlung, dann auf der etwas lebhafteren Tölzer Straße am schmucken Birknerhof vorbei und schließlich über Ableitner- und Albert-Schweitzer-Straße ins Zentrum zurück. Der Kurs (siehe Karte rechts) ist zehn Kilometer lang und enthält auch ein paar Steigungen. Radeln rund um Miesbach. Was als Autorundfahrt ein Erlebnis ist, wird auf dem Fahrrad zum echten Genuss. Landschaftlich wohlgemerkt, denn konditionell sind satte 46 Kilometer zu bewältigen, und das bei einer Reihe kräftezehrender Steigungen. Eine schwere Tour also, die aber alle Mühen rechtfertigt. Der erste Teil ab Thalham bis zum Daxer-Hof stimmt mit dem Autokurs überein. Dann machen wir beim Meister-Hof einen Schlenker über Hairer und Schusterhäusl, kommen über Wall hinunter zur B 472 und fahren dort ins stille Mangfalltal ein. Fünf Kilometer danach, kurz vor der Schlierachbrücke, geht es scharf rechts im Wald hoch und durch Untere und Obere Wies zum Gieshof. Dort sausen wir links hinunter nach Agatharied und erreichen entlang der Schlierach Miesbach, um dann Wallenburg anzusteuern. Nächste Anlaufpunkte sind Potzenberg, der Huberhof und der Gasthof Auerschmied. Nach einem letzten Anstieg fahren wir im reizvollen Hochtal ab Hinteröd über Kleinpienzenau nach Thalham zurück. Route siehe große Karte.

Länge - Autoroute ca. 50 km (Weyarn-Miesbach-Weyarn) Radtour ca. 46 km Wanderung 1 ca. 8 km Wanderung 2 ca. 10 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied30 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKlosterkirche Weyarn Anfahrt auf A 8 oder auf Nebenstrecke über Faistenhaar und Valley. Anfahrt mit Bahn möglich
TourencharakterSchöne Trachten, traditionelle Kirchenfeste und berühmte Märkte haben das Miesbacher Land bekannt gemacht. Nicht allseits herumgesprochen hat sich dagegen, dass Miesbach auch von reizvoller Landschaft umgeben ist, in der noch bäuerliche Idylle, parkartige Flure und prächtige Aussichtspunkte zu finden sind, vor allem aber wohltuende Abgeschiedenheit.
Beste Jahreszeit
GastronomieWeyarn Gasthof Alter Wirt Biergarten, kein Ruhetag Gotzing Gotzinger Trommel Terrasse, Mo Ruhetag Giglberg Giglbergstüberl Terrasse, Mi Ruhetag Miesbach Gasthof Bräuwirt Terrasse, kein Ruhetag Gasthof Waitzinger, Garten, Di Nachm./Mi Ruhetage
Tourismusbüro
Weyarn Tel. 0 80 20/18 87-0 www.weyarn.de Miesbach Tel. 0 80 25/70 00-0 www.miesbach.de
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