Bettelwurfhütte

Die Bettelwurfhütte, eine kleine Alpenvereinshütte auf einem großartigen Aussichtsplatz in der steilen, sonnenverwöhnten Südflanke der langen Gleirsch-Halltalkette im Herzen des Karwendelgebirges, zählt zu den beliebten Übernachtungsquartieren bei den vielen Varianten von Karwendeldurchquerungen. Aber auch als selbstständiges Ausflugsziel oder Stützpunkt für die unten vorgeschlagene Bergtour zu Großem oder Kleinem Bettelwurf (oder gleich zu beiden) erfreut sie sich großer Beliebtheit. (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
1025 m
4.00 h

Der Hüttenzustieg

Beim Parkplatz beginnt ein markierter Bergweg, der in den Wald hineinführt, nach Norden ansteigt und den Bach quert. Gleich hinter dem Wasserlauf rechts schwenken und in steile Geröllreißen hinein. Von Südosten kommt der Weg von der Alpensöhnehütte herüber und dort muss man sich links halten, um sich mühselig durch Schotter hinaufzuarbeiten. Die Route quert die triste Geröllbahn und führt in felsige Latschenhänge hinein. Dann geht es im Wesentlichen gegen Norden über den Alten Schlag hinauf, ein paar Mal etwas ausgesetzt, bis sich nach vielen Serpentinen der Weg verzweigt. Wer gleich zum Großen Bettelwurf hinauf will, hält sich rechts. Zur Hütte folgt man der linken Wegspur, die im Sonnenhang direkt zum Unterkunftshaus führt.

Auf den Großen Bettelwurf

Als Gipfel locken der Große und der Kleine Bettelwurf mit 2726 bzw. 2650 Metern Höhe. Doch sind die Anstiegsrouten auf diese stolzen Ziele nichts für Angsthasen, denn der Berg fordert am 300 Höhenmeter langen Klettersteig einen einigermaßen versierten Bergsteiger. Und für die 640 zusätzlichen Höhenmeter muss man mindestens 1 3/4 Stunden Auf- und 1 1/4 Stunden Abstiegszeit einplanen. Der Übergang zum Kleinen Bettelwurf und von dort der Abstieg zur Hütte sind sogar noch etwas anspruchsvoller. Auf der gesamten Strecke muss man mit Steinschlag rechnen. Deshalb wäre ein Helm dringend zu empfehlen, obwohl man kaum jemanden damit sieht.

Der stramme Gipfelanstieg führt von der Hütte zunächst nach Osten zu einer Geländerippe, die sich über dem Bettelwurfkarl hinaufzieht. Auf ihr nun unerschrocken steil hinauf, bis auf der Höhe von etwa 2400 Metern der solide ausgebaute Klettersteig beginnt. Man hantelt sich an den Drahtseilen bis fast zum Gipfelgrat steil und streckenweise luftig hinauf. Knapp unter der Gratschneide bieten sich zwei Aufstiegsalternativen an. Die eine verläuft etwas rechts durch steilen Fels am Drahtkabel und über einen ausgesetzten Grat hinüber. Die andere steigt durch eine Rinne an, ist ebenfalls recht steil, aber etwas einfacher zu bewältigen und führt ebenfalls zum Grat. Auf ihm ziemlich ausgesetzt ein paar Meter bis zum Gipfelkreuz, wo es bequeme Rastplätze gibt.

Wer beim Aufstieg an die Grenzen seiner alpinen Leistungsfähigkeit gestoßen ist, sollte entlang der Aufstiegsroute absteigen. Traut man sich aber noch mehr an alpiner Spannung zu, kann man den stellenweise ausgesetzten Steig zum Kleinen Bettelwurf in Angriff nehmen. Vom zweiten Gipfelziel kurz am Grat wieder zurück und auf einer langen Rippe nach Süden zur Hütte hinunter.

Wer robustes Schuhwerk hat und seinem Schuster nach der Rutschpartie eine sichere Einnahmequelle verschaffen will, fährt beim Abstieg unerschrocken durch die steilen Schotterreißen ab, muss aber auf alle Fälle aufpassen, dass er durch die herabrollenden Steine niemanden gefährdet.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1025 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz im Halltal, über dem Bettelwurfbründl (1065 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterSteiler Anstieg zur Hütte, gut markiert und leicht zu finden; etappenweise Steinschlaggefahr!
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte, 1:50000, Blatt 26 (Karwendelgebirge)
VerkehrsanbindungVon Inntalautobahn, Abfahrt Hall Mitte, dann Richtung Absam, von dort ins Halltal (Beschilderung beachten). Parkmöglichkeit beim Eingang ins Halltall. Das Halltal ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Taxidienst tel. ab Parkplatz anforderbar: +43(0)5223 - 45500 bzw. +43(0)5223 - 56111 oder Shuttelservice an den Wochenenden von Juli bis September
Tipps
Ein weiter Exkurs
Von der Hütte wäre der lange Übergang mit 200 Metern Gegenanstieg in das Lafatscher Joch möglich. Vom Joch kann man zur Kohlstatt, zum Issanger, durch das Isstal bis St. Magdalena und auf der Straße zum Ausgangspunkt zurückgehen oder sogar die Speckkarspitze (2621 m) ins Visier nehmen, wenn man vorher auf der Bettelwurfhütte übernachtet hat. Im oberen Halltal gab es Salzbergbau (daher der Name). Einige alte Anlagen und ein Museum erinnern daran.
Informationen

Hüttensteckbrief

Höhe: 2079 m
Erbaut: 1893 ÖAV Zweig Innsbruck
Pächter: Nina und Florian Dullinge
Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Mitte Oktober
Unterkunft: 32 Betten in 4 Bett-Zimmern, 30 Plätze in Matratzenlagern
Einrichtungen: WC und Waschräume vorhanden
Kontakt: +43 5223 533 53 (nur während der Öffnungszeiten), Mobil: +43 699 191 500 16, info@bettelwurfhuette.at, www.bettelwurfhuette.at
 
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