Aussichtswandern: La Traversata

Ziemlich lange, aber nur wenig anstrengende Kammwanderung auf viel begangenen, ordentlichen Bergwegen. Wer auf die Benutzung der Bergbahnen verzichtet, hat allerdings einen vollen Wandertag vor sich; dann Gesamtgehzeit etwa 9 Std.! (Autor: Eugen E. Hüsler)
13 km
830 m
4.00 h
Knapp eine Viertelstunde dauert die luftige Fahrt von Miglieglia (706 m) hinauf zum Berghaus (1550 m) am Monte Lema (1620 m); in der gleichen Zeit spaziert man vorbei an der modernen, schon vom Tal aus sichtbaren Wetterstation (Pietro Boschetti, 1993) zum Gipfelkreuz, wo sich ein erstes Panorama bietet. Im Blickfeld hat man auch den lang gestreckten, über mehrere Kuppen zum Támaro hin ansteigenden Kamm, dem die »Traversata« – gelegentlich als dünne Spur auszumachen – folgt: Zunächst geht's kurz hinab in die Forcella d'Arasio (1481 m), gleich hinter der Scharte bergan zum Piano del Poncione (1624 m) und anschließend links unter der Graskuppe des Poncione di Breno (1634 m) hindurch. In der Folge weitgehend am Kamm entlang, wobei mehrere kleine Graterhebungen umgangen werden. Hinter dem Monte Magno (1636 m) beginnt ein längerer, recht steiler Anstieg, der über den Monte Pola (1742 m) an den Monte Gradiccioli (1935 m) heranführt. Nun entweder links um den Berg herum oder – natürlich schöner! – über den Südgrat hinauf zur großen Rundumschau. Vom Gipfel kurz zurück, dann nördlich hinunter in die Bassa di Montoia (1764 m) und über den abgeflachten Rücken mit etwas Höhenverlust in die Bassa di Indemini (1723 m). Aus dem Wiesensattel kann man direkt den Ostgrat des Támaro ansteuern; das spart fast 150 Höhenmeter, doch entgeht einem dann das grandiose Panorama mit tausend Zacken vom Monviso in den Cottischen Alpen bis zur Bernina und in die Bergamasker Alpen.
Beim Abstieg vom Monte Támaro (1961 m; 3:30 Std.) dient der riesige Antennenstachel als Richtungsweiser. Zunächst am Ostgrat hinunter in die Scharte (1843 m) vor dem Motto Rotondo (1928 m), dann mit einem kleinen Gegenanstieg hinüber zur Capanna Támaro (1867 m). Von der Sendeanlage auf dem Serpentinensträßchen durch die nordseitigen Grashänge abwärts zur Alpe Foppa (1530 m; 4:30 Std.) mit der Seilbahnstation und dem bemerkenswerten Bau der Kapelle Santa Maria degli Angeli von Mario Botta (1996).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied830 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Monte-Lema-Gondelbahn (1550 m).
EndpunktBergstation der Gondelbahn zur Alpe Foppa (1530 m).
TourencharakterGut zehn Kilometer lang ist der hohe, kahle Kamm zwischen dem Monte Lema und dem Támaro, mit zehn kleineren und größeren Gipfeln. Diesem Grat folgt die »Traversata«, nur gelegentlich in die Flanken ausweichend – eine Panoramaroute ersten Ranges, mit Fernsicht bis zum Monte Rosa, zur Bernina und zum Monviso. Die hat man allerdings nur recht selten, am ehesten noch im Herbst, wenn der Nordföhn den Dunst weit in die Poebene hinausbläst und für kristallklare Luft sorgt. Im Sommer sind solche »Panoramatage« rar, statistisch gesehen werden es überhaupt immer weniger. Eine entsprechende Untersuchung hat dies eindeutig bestätigt: eine Klimaveränderung, hervorgerufen durch Immissionen aller Art. Natürlich ist die »Traversata« ein Renner unter den Tessiner Wanderwegen, auch deshalb, weil Ausgangs- und Endpunkt der Tour in angenehmen Höhen liegen – an den Bergstationen der Gondelbahnen Lema (1550 m) und Foppa (1530 m). Vor allem im Hochsommer weiß man es schon zu schätzen, wenn schweißtreibende Anstiege entfallen. Wer die gesamte Überschreitung ohne »Seilbahnhilfe« – von Astano (631 m) bis Rivera (471 m) – an einem Tag machen will, braucht allerdings eine gute Kondition und dazu sicheres Wetter, vor allem in den Gewittermonaten Juli und August. Bei einem »Einstieg« oben am Monte Lema kann man's gemütlicher angehen, Gipfelglück, Aus- und Tiefblicke in Muße genießen. Zu sehen gibt es ja allerhand auf der dreieinhalbstündigen Wanderung vom Lema zum Támaro: zwei große Seen, den Maggiore und den Ceresio, und ein Halbrund voller Bergspitzen.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 286 T »Malcantone«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungVon Lugano nach Miglieglia (706 m) mit der Bahn oder dem Postbus. Die Gondelbahn auf den Monte Lema verkehrt Anfang April–Mitte November tägl. 9–17 Uhr, Sommer 8.30–17.30 Uhr. Direkte Bahnverbindung von Rivera-Bironico nach Lugano und Bellinzona. Die Gondelbahn zur Alpe Foppa ist von Anfang April–Anfang November tägl. 8.30–17 Uhr in Betrieb. Zwischen Rivera und Miglieglia verkehrt ein Shuttlebus.
GastronomieBergrestaurant auf der Alpe Foppa (1530 m), bei der Gondelbahn.
Unterkunft
Ostello Monte Lema (1550 m) an der Bergstation der Monte-Lema-Gondelbahn, Juni–Oktober; Tel. 091/9 67 13 53. Capanna Támaro UTOE (1867 m), Juni–Oktober; Tel. 091/9 46 10 08.
Tourismusbüro
Ente Turistico del Malcantone, Piazza Lago, CH-6987 Caslano; Tel. 091/6062986, info@malcantone.ch, www.malcantone.ch

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eugen E. Hüsler

Tessin

Im diesem Stück Erde, zu wandern garantiert Landschafts- und Kulturgenuss. Variierende Schwierigkeitsgrade machen die 40 Wanderungen attraktiv.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema