Aussichtsloge mit Hüttenzauber

Über die Aueralm zu den Neuhütten Einfache Bergwanderung auf im ersten Abschnitt schattigen breiten Waldwegen, von der Aueralm bis Neuhütten fast eben, aber kein Schatten. Wenn die Zeit ausreicht, können Gipfelstürmer den Fockenstein erobern. Der Abstieg führt über den Maximiliansweg E 4 auf schmäleren Wegen mit vielen offenen Wurzeln und auf einer steilen Skiabfahrt. Die Tour ist für Kinder gut geeignet. (Autor: Lisa Bahnmüller)
13 km
450 m
3.00 h
Die Aueralm ist neben der Neureuth wohl eines der beliebtesten Ausflugsziele in den Bergen des Tegernseer Tales. Schon ab den frühen Morgenstunden geben sich Bergsteiger, Wanderer, Mountainbiker und Jogger auf der Hütte ein Stelldichein. Am Wochenende wird es oft ziemlich turbulent. Und wo bleibt nun der Spaß an diesem Berg? Schön ist es trotzdem, man kennt sich, die Aussicht ist für alle da und ein paar Meter hinter der Aueralm ist es erheblich ruhiger. Wegverlauf - Vom Wanderparkplatz überqueren wir den Zeiselbach und folgen links der Beschilderung zur Aueralm. Nach insgesamt 15 min. wandern wir an der Gabelung geradeaus (Schild »Aueralm über Zeiselbachtal«). Das Plätschern und Rauschen des Baches begleitet unseren Weg, so kommen wir rasch vorwärts. Wir passieren die Zeiselbacher Winterstube, einen großen Holzplatz und nach einer Schranke wird der Weg schmäler. Wenn wir nun im selben Tempo wie bisher weiterlaufen, bricht uns mit Sicherheit der Schweiß aus allen Poren. Vorbei ist es mit der Gemütlichkeit und nun entpuppt sich die Wanderung als eine handfeste Bergtour. Zum Glück spendet der Wald angenehmen Schatten und irgendwie müssen nun einmal Höhenmeter gewonnen werden. Rechts zweigt ein schmaler Pfad ab. Wir bleiben aber auf unserem Hauptweg, der hier wieder flacher wird, und treten in einer Rechtskurve aus dem Wald. Vor uns liegen die Berge rund um das Söllbachtal und die Aueralm mit dem Fockenstein im Hintergrund. Von viel besungener Bergeinsamkeit ist auf der belebten Aussichtsterrasse nicht viel zu spüren. Kein Wunder, die Küche ist bodenständig bayerisch und sehr gut. Mehlspeisen, wie knusprige Topfenstriezel, lassen manches Herz höher schlagen. Den ganzen Tag scheint die Sonne auf die hölzernen Bankreihen. Wer jetzt keinen Platz findet, versucht es einfach später nochmals, denn am Rückweg kommen wir wieder zur Alm. Weiter geht es an der kleinen Gedenkkapelle und der Abzweigung zum Fockenstein vorbei, wir wandern fast eben auf einem breiten Weg am Hang entlang. Unter uns liegt das Söllbachtal, dahinter erhebt sich der Hirschberg, Roß- und Buchstein, der Kampen und der grasbewachsene Gipfel des Lenggrieser Seekar-Kreuzes. Nach einem Weiderost sind wir gleich darauf an den vier Neuhüttenalmen. Wer den Fockensteingipfel in Angriff nimmt, marschiert an der letzten Hütte weiter, passiert die Kapelle und steigt am Sattel rechts bergauf. Bis zum gut ausgeschilderten Gipfel sind es ca. 45 min. Zum Abstieg wählt man den Weg über die Ostflanke und erreicht dann nach weiteren 45 min. die erste Fockensteinabzweigung kurz hinter der Aueralm. Wenn die Zeit für den Gipfel knapp wird (Gewittergefahr), drehen wir an den Neuhüttenalmen um. Zurück geht es über die Aueralm bis zum Waldrand des Aufstiegsweges. Nun bleiben wir geradeaus und wandern auf dem Maximiliansweg E 4 bergab. Der Weg teilt sich, wir wählen den linken und folgen dem Schild »Sonnbichl über Waxelmoos« durch ein Viehgatter. Nach einem leichten Anstieg – vorbei an einer Skihütte –, kommen wir auf einen freien Hügel, auf dem eine mächtige alte, von vielen Blitzeinschlägen geschädigte Wetterfichte steht. Die Waxelmoosalm markiert den Weg. Nach der Hütte geht es immer bergab, an einem Windbruch vorbei und durch etwas feuchtes Gelände. Viele freiliegende Wurzeln bedecken den Waldboden – wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht ausrutschen. Kurz nach dem ersten Skiliftmast gibt der Wald den Blick auf den blauen Tegernsee frei. Das im Boden verlegte Betonpflaster soll wohl den Hang sichern. Es sieht nicht nur hässlich aus, sondern belastet die Knie beim steilen Abstieg zusätzlich. Wir haben es aber bald geschafft und sehen schon das Hotel Sonnbichl unter uns. Im Wald halten wir uns rechts, unten vor dem Hotel zuerst links und dann gleich wieder rechts zum Wanderparkplatz. Wissenswertes: Die kleine Kapelle in Neuhütten wurde vom »Club alpiner Skiläufer« zum Gedenken an ihre im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder erbaut. Eine Bergmesse findet jedes Jahr am letzten Oktobersonntag statt. Bad Wiessee ist einer der Hauptorte des Tegernseer Tales. Kunsthistorisch ist der Ort nicht sehr bedeutend, er bietet jedoch eine touristisch voll erschlossene Infrastruktur mit allen Freizeitmöglichkeiten, die das moderne Urlauberherz begehrt. Im Ortskern finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Wiessee/Tegernsee - Wanderparkplatz am Hotel Sonnbichl.
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Holzkirchen, auf der B 318 Richtung Tegernsee. Bad Wiessee liegt am Westufer, der Parkplatz befindet sich am Ende des Ortes rechts in der Söllbachstraße, dann der Beschilderung »Hotel Am Sonnbichl« folgen. Bahn/Bus Von München über Holzkirchen Richtung Tegernsee, Haltestelle Gmund. Weiter mit dem Bus. Von München Hauptbahnhof verkehrt außerdem täglich ein RVO Bus nach Bad Wiessee und Tegernsee.
GastronomieAueralm, fast ganzjährig geöffnet, montags ist Ruhetag.
Tipps
Der 1564 m hohe Fockensteingipfel kann mit einem Umweg von insgesamt 1,5 Stunden leicht bezwungen werden. Die Gipfelaussicht ist ein Klassiker der oberbayerischen Alpen. Weit reicht die Sicht in das Tölzer Land – die Berge rund um die Isar – in die Voralpenebene bis München und natürlich über den Tegernsee zu den Inntaler Bergen. Wer nach der Tour noch baden möchte, kann das im »Bad Wiesseer Badepark« tun. Ein schönes Erlebnishallenbad mit Wasserrutsche, Kinderbecken und großer Saunalandschaft. Im Sommer gibt es aber auch an allen ausgewiesenen Badestellen des Tegernsees viele erfrischende Alternativen.
Tourismusbüro
Informations-gemeinschaft Tegernseer Tal, Tel. 08020/180149

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