Auf den Monte Falterona (1654m)

»Alpine« Rundwanderung mit beachtlichen Höhenunterschieden; Trittsicherheit erforderlich. Bei Nässe stellenweise rutschig. Unterwegs kein Trinkwasser! (Autor: Helmut Dumler)
In der Sommerfrische Castagno d'Andrea, an der Westseite der Pfarrkirche San Martino leiten die Markierungen in die Via della Rota. Wir überqueren die Piazza Andrea del Castagno. Das vorletzte Haus rechts an der Straße, vor der Kreuzung, ist das Geburtshaus (Gedenktafel) des Malers Andrea del Castagno (1412–1457), einem bahnbrechenden Künstler der Frührenaissance in Florenz.
Wir kreuzen die Umgehungsstraße, kommen auf die Via del Borbotto, laufen links an der kleinen Kirche (1840) vorbei und über den Bach. Etwa 50m danach verlässt man die Straße rechts und geht mit den Farbzeichen bergan. Wenig später nicht die Asphaltstraße betreten, sondern gleich wieder rechts, zwischen Haus Nr.40 und 42 auf grasigem Weg, und erst dann bei einem Terrakotta-Marienbildstock auf die Straße.
Die Route folgt der Straße rechts und biegt nach 150m vor dem Bach rechts in die Via Pianrenzoli ein. An der Gabelung geht es links zur breiten Via del Falterona. Auf ihr knapp 100m links, dann zweigt vor dem Bach rechts ein Pfad (Wegnummer 18) ab. Auf die Markierung achten, da die Route schon nach kurzem Weg unerwartet nach links abbiegt (weiß-rote Markierung an den Bäumen) und durch Farne führt. Nun spürbar steiler weiter, teilweise auf überwachsenem Weglein. Nach insgesamt 40Min. stößt man auf den quer verlaufenden Weg 18a. Wir gehen rechts. Das Rauschen eines Baches kommt näher. Schließlich erreicht die Wanderung eine Wiesenlichtung (50Min.).
Man hält sich links an den Rand des Laubwaldes. Die Grasspur passiert Felsblöcke (Markierungspunkte). Weiter im schattigen Laubwald; drei Bäche werden überschritten.
Rund 1/2Std. nach der unteren Wiese sind wir am Colle di Castagno (1250m). Etwa 5Min. kommt man über die Waldkuppe La Macia (1260m). Dahinter abwärts in einen Sattel, voraus baut sich der Monte Acuto auf. Durch Wald geht es 25Min. hinan zum unteren Rand einer Wiese und über diese weiter schwach rechts haltend zum oberen Rand. An ihm leiten Grasspuren rechts durch ein Waldstück. Über die nächste Wiese links entlang und wieder in den Wald. Dann nochmals über eine Wiese und durch Laubwald zum 1481m hohen Monte Acuto (21/4Std.).
Der Gipfel des Monte Falterone erscheint im Blickfeld – noch 1Std. entfernt. Dieser Richtung folgen wir nun. Nach 10Min. beginnt eine anhaltende Traverse. Wo sich der Kamm zusammenschnürt, etwa 25Min. vom Monte Acuto, sind wir im Varco Crocicchie (1407m). Rechts, ein Stück tiefer, entspringt in einer Hangfalte eine der sagenumwobenen Arnoquellen (1358m). Auf unserer Route folgt ein stellenweise luftiger Gegenanstieg an felsigen Abstürzen. Vom höchsten Punkt (1537m) der schroffen Felspartien setzt der Aufstieg zum Gipfel an. Steil durch Wald aufwärts zu einer Wiese. Schließlich erreicht die Tour das Holzkreuz des Monte Falterona. Im Jahre 1883 baute die Sektion Fiorentina/Florenz des Club Alpino Italiano (CAI) etwas unter-halb des Gipfels eine Hütte, die aber längst verschwunden ist. Aussicht nur nach Südwesten in Richtung Passo della Consuma Pratomagno.
Vom Kreuz geht man 30m ostwärts, dann links mit der Markierung 16 durch Latschen. In Serpentinen bringt uns der Weg durch den Laubwald in 35Min. hinunter zu einem Schottersträßchen. Links kommt man über Abkürzungen zum Rastplatz Fonte del Borbotto (1200m) an der Nationalparkgrenze. Vorsicht: Die Qualität des Wassers der Quelle wird nicht kontrolliert! Das geschotterte (2km) und geteerte Sträßchen zieht sich in langen Serpentinen abwärts; Farbzeichen deuten auf Abkürzungen hin, falls man nicht auf der bequemen »Piste« bleiben will. Etwa 1Std. nach dem Rastplatz biegen wir rechts in die Via del Borbotto (Weg Nr.16), die alte Straße nach Castagno d'Andrea, ein.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1060 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktCastagno d'Andrea (716m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer mächtige Bergkörper des Monte Falterona in der Montagna Fiorentina findet sich in der Nordostecke der Toskana und gehört zum Appennino Tosco-Romagnolo bzw. zum Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campigna (36400ha). Angesichts der Bronzefunde etruskischer Weihegaben am Monte Falterona spricht der Kunsthistoriker Renato Aprile von einer »der am höchsten verehrten heiligen Stätten« der Etrusker.
Beste Jahreszeit
KartentippMultigraphic 1:50000, Blatt Appennino Toscoromagnolo e Pratomagno.
MarkierungenRot-weiß-rote Farb- zeichen.
VerkehrsanbindungZufahrt (6,5km) und Busse von San Godenza (45km von Florenz). Parken unterhalb der Pfarrkirche.
GastronomieIn Castagno: Osteria il Rifugio, lobenswerte ländliche Küche.
Informationen
Chiesa San Martino. Die dramatisch-realistischen Malereien (Johannes und Maria bei der Kreuzigung) in der Kirche San Martino von Pietro Annigoni aus dem späten 20.Jh. werden hoch- gelobt, sind aber auch heftig umstritten. Der Künstler versteht sich als Repräsentant eines »Neuen Humanismus«.
Unterkunft
Bed & Breakfast in Castagno: Via del Falterona Nr.3, Nr.13, Nr.19. In San Godenza, z.B. Albergo Silvano**, auch gutes Ristorante, Tel. 055/8374043.
Tourismusbüro
Centro Visita Parco Naturale Foreste Casentinesi, Via della Rota 8, I-50060 Castagno d'Andrea, Tel. 055/8375125, E-Mail: cv.castagno@virgilio.it
Region:
Italien
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