Auf den Leonhardstein

Felsiger Adlerhorst über dem Weißachtal Bergwanderung auf gemütlichen schattigen Waldwegen mit abschließender Kraxeleinlage für geübte Bergsteiger (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt). (Autor: Lisa Bahnmüller)
7 km
680 m
4.00 h
Vom Weißachtal erhebt sich der Leonhardstein fast harmlos hinter dem Ort Kreuth. Von unten kann man sich kaum vorstellen, wie spektakulär die Aussicht von dieser Felsspitze aus ist. Die Gipfelbesteigung ist nur für geübte Bergsteiger. Wie es zu einer schroff abfallenden Felswand gehört, haben auf dem Gipfel auch nicht viele davon Platz. Dafür kann man sich rundum satt sehen an den aneinandergereihten Bergrücken und Pläne schmieden für die folgenden Sonntage. Wegverlauf - Wir starten an der St. Leonhardskirche im Ortszentrum von Kreuth und wandern, die Kirche im Rücken, in westlicher Richtung auf einem Wanderweg über freie Wiesen. Fast ein wenig vorwitzig und frech ragt aus dem Grün der bewaldeten Berghänge der spitze Felsen des Leonhardsteins hervor. Wir verlieren ihn jedoch bald schon aus den Augen, denn der Weg führt in einem schattigen Mischwald über ein paar Serpentinen bergauf. Wir klettern über einige Viehgatter und queren dann eine kleine Almwiese. An den ersten großen Felsbrocken vorbei geht es zur Abzweigung zum Leonhardsgipfel. Weniger geübten Bergsteiger, aber auch Meniskusgeschädigten sei ab hier der Abstieg geradeaus nach Süden ins Tal über die Schwarztennalm empfohlen. Das wäre eine Rundtour über das Schwarzenbachtal zur Winterstube im Kreuther Weißachtal, von wo aus man mit dem Bus zum Ausgangsort zurückkehren kann. Die abenteuerlustigen Bergsteiger zieht es jedoch links zum Gipfel hinauf. Zwischen den Felsbrocken findet der schwindelfreie Kletterer genügend Halt und schon nach wenigen Metern beginnt die Kraxelei so richtig Freude zu machen. Ehe man sich versieht, erblickt man schon steil oberhalb das Gipfelkreuz. Jetzt kann man nur hoffen, dass alle anderen den Berg schon in den frühen Morgenstunden besucht haben, denn für mehr als zehn Kletterfans ist kaum Platz auf dem kleinen Gipfelplateau. Wer jedoch einen Aussichtsplatz erobert hat, genießt den Rundblick über Roß- und Buchstein, den Hirschberg, das tief eingeschnittene Weißachtal mit Kreuth, auf den Wallberg und den Risserkogel bis weit nach Süden zu den Bergen des Hochkarwendels. Zurück nach Kreuth wandern wir auf unserem Hinweg. Wissenswertes: Der kleine Ort Kreuth am Südende des Tegernseer Tales besitzt die älteste dem Viehpatron Leonhard geweihte Kirche Bayerns. Südlich davon liegt an der Weißach Wildbad Kreuth, das heute der Hanns-Seidl-Stiftung gehört und eine Tagungsstätte für politische Bildung ist. Die Heilquelle wurde bereits im Mittelalter genutzt. Im 17. Jh. entstand das »alte Bad«, eine noch eher unkomfortable Badestube. Erst König Max Joseph I. von Bayern errichtete eine neue, prächtige und feudale »Molken- und Badeanstalt«. Dort fand sich schon bald der europäische Hochadel zum heilbringenden Umtrunk ein. In ihr wurden aber auch stets, denn so wollte es der sozial eingestellte Herrscher, ein gar nicht so geringer Prozentsatz armer Leute kostenlos behandelt.

Frühlingstour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied680 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKreuth, an der Kirche St. Leonhard
EndpunktWie Ausgangspunkt
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Auf der Salzburger Autobahn A 8 Ausfahrt Holzkirchen, auf der B 318 über Bad Wiessee und Rottach nach Kreuth ins Weißachtal. Parkplätze befinden sich rund um die Schule und Kirche. Bahn/Bus Stündlich von München zum Tegernsee, Endstation. Weiter mit dem Linienbus nach Kreuth.
GastronomieUnterwegs keine, in Kreuth gibt es mehrere Gaststätten und Cafés.
Tipps
Jedes Jahr am 6. November findet in Kreuth einer der ältesten Leonhardiritte Bayerns statt. Mit einem Sicherungsseil oder eventuell einem einfachen Klettergurt ist diese Tour hervorragend für Kinder geeignet. Hinweise auf »Ab hier nur für Geübte« verleihen den oft gehfaulen Jungalpinisten auf einmal richtig Flügel. Der Klettersteig ist für die meisten Kinder die Kirsche auf der Sahne. Zur Sicherheit wurden unsere Kinder während der Gipfelrast kurzerhand mit dem Seil am Gipfelkreuz festgebunden. Wer nach der Tour noch baden möchte, hüpft von Mai bis September in das Warmfreibad in Kreuth. Im Frühjahr und Herbst gibt es im Badepark in Bad Wiessee angenehm warmen Plansch- und Badespaß und eine herrliche Saunalandschaft.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Kreuth, Tel. 08029/1819

Buchtipp

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