Auf dem Gsponer Höhenweg

unschwierige Höhen-wanderung, die je nach Zeit und Kon-dition im Norden ab Visperterminen und im Süden über Kreuzboden hinaus nach Saas Almagell verlängert werden kann; gute markierte Bergwege. (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
18 km
450 m
5.00 h
Der Höhenweg - Nach dem Abstecher zum Aussichtspunkt wandern wir von Gspon nach Süden. Der Höhenweg durchzieht unterschiedlichste Vegetationsstufen und Landschaftsformen, über Alpwiesen und grobes Blockwerk, durch schattige Arven- und Lärchenwälder und ein Stück weit einer alten Wasserfuhre entlang. Aussichtshöhepunkte sind die Balfringruppe und die Mischabelkette über dem jenseitigen Talhang. Gleich zu Beginn zieht der firnumgürtete Balfrin den Blick auf sich. Auf einer Forststraße zum Riedbach, weiter dem gutem Weg zur kleinen Walsersiedlung Oberfinilu folgen (2039 m). Sanft ansteigend ins Arb, wo an verwitterten Arven blau-schwarze Zapfen hängen. Tief hat sich hier der Leidbach in den Berg hineingefressen. In leichtem Auf und Ab zur Höhe 2232. Dann erreichen wir die ausgedehnte Genossenschaftsalp Mattwald. Sie hat wie die nahe Alpe Siwiboden keine Stallungen, da das Gelände allein der Sömmerung von Schafen und Jungvieh dient. Es folgt schöner Mischwald mit uralten Arven, die zwischen mächtigen Felsblöcken herauswachsen. Zum Mattwaldbach hin verlieren wir leicht an Höhe, bevor ein Gegenanstieg zum Siwiboden führt. Immer eindrucksvoller wird die Aussicht nach Süden auf Allalinhorn und Alphubel. Und während wir bereits den Hauch der nahen Gletscherwelt über Saas Fee ahnen, zirpen am warmen Sonnenhang die Grillen zwischen Seidelbast und Heidekraut. Vom Siwiboden zieht sich der Höhenweg durch eine romantische Landschaft nach Linde Bode (P. 2243). Jetzt könnten Sie sich für den Weiterweg zum Kreuzboden entscheiden: es geht am Hoferälpji vorbei zur Grüebealp mit einem Gletscherseelein, weiter ansteigend zum Kreuzboden (2397 m) und dann Talfahrt mit der Gondelbahn nach Saas Grund. Das hat jedoch nur Sinn, wenn Sie bis 14.30 Uhr an der Weggabelung sind, um die letzte Gondel nicht zu verpassen. Abstieg von Heimischgarten nach Saas Grund: Wir folgen dem Hin-weis »Heimischgarten« und sind 15 Minuten später bei dem Bergrestaurant Heimischgarten (2074 m). Reizvoll ist der folgende Abstieg über die Sommersiedlungen von Heimischgarten, Brend und Tewaldji. Schöner Tiefblick ins Tal der Saaser Vispa. Nach Durchstreifen des zum Bannwald von Saas Grund heranwachsenden Föhren- und Lärchen-bestandes zur kleinen Josefskapelle und zum nahen Ortsteil Unter dem Berg von Saas Grund (1569 m). Dunkelbraun sind die alten Holzhäuser, schmal die Gassen und Wege. Von Saas Grund (Orts-mitte) per Bus zurück nach Stalden oder die Wanderung nach Saas Fee fortsetzen. Der Kapellenweg: Am orografisch linken Ufer der Saaser Vispa zum Campingplatz, bis kurz darauf rechts (markiert) der Kapellenweg nach Saas Fee abzweigt. 15 Rosenkranzkapellen, im Jahre 1709 aufgrund eines Gelübdes von privaten Stiftern erbaut, säumen diesen zauberhaften Felsenweg von Saas Grund nach Saas Fee. Etwas unterhalb von Saas Fee die Wallfahrtskapelle »Zur Hohen Stiege« (prächtiger Barock-altar), von dem Steinhauer und Maurermeister Anton Ruppen 1687 erbaut. 1747 wurde sie durch eine italie-nische Vorhalle vergrößert. Die große Lärche vor der Kapelle soll aus Macugnaga (Italien) stammen. Die Ge- betshäuschen beherbergen holzgeschnitzte (ca. 60 cm hohe) Figuren, die die fünf-zehn Geheimnisse des Rosenkranzes wiedergeben. Die Kapelle, mit der Berg-welt von Saas Fee im Hin-tergrund, bietet lohnende Fotomotive. Besonders reizvoll ist der Weg im Herbst, wenn die Lärchen ihr goldgelbes Kleid angelegt haben – oder am Abend, wenn die Sonne hinter den Bergspitzen der Mischabelgruppe versinkt und Schneefahnen über dem Dom hell durch-leuchtet werden. Nach 1 Stunde haben wir Saas Fee (1792 m) erreicht. Überwältigend ist der Anblick der nahen Firngipfel Alphubel, Täschhorn und Dom … Rückfahrt: von Visp/Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden; weiter mit der Gondelbahn über Staldenried nach Gspon. Von Saas Grund oder Saas Fee per Bus zurück nach Stalden. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied450 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortStalden (799 m) im Vispertal; Station der Matterhorn Gotthard Bahn.
AusgangspunktBergstation Gspon (1893 m).
TourencharakterVor dem Start zur geplanten Wanderung gehen wir von der Höhensiedlung Gspon – mit seinem romantischen Kapellchen von 1694 – ein kurzes Stück in entgegengesetzter Richtung. Nach 15 Minuten eine Lichtung mit prächtiger Aussicht ins Rhonetal und zu den Berner Alpen. Wie eine Pyramide reckt sich das Bietschhorn gegen den Himmel. Dieses Panorama kann man fast 2 Stunden lang auf dem Weg von Gspon nach Visperterminen genießen. Das einsame Gebiet wird in verschiedenen Höhenlagen durchwandert; eine Rundwanderung dauert 31/2 bis 5 Stunden. Von Visperterminen sollten Sie zur Waldkapelle, einem Marien-Wallfahrtsort von 1652, hinaufsteigen. Vorbei an zehn Wegkapellen (1. Hälfte 18. Jh.) mit lebensgroßen Figuren führt der Weg empor in die Einsamkeit und Stille. Doch auch ohne Wanderung ist das in einer alten Kulturlandschaft gelegene Bergdorf einen Besuch wert. Generationen von Bauern haben das Land in Terrassen angelegt – oft sind die Äcker nur so groß wie ein Wohnzimmer. Wir stoßen auf die Suonen von Visperterminen. Hier gibt es keine Gletscher, die im Sommer ausreichend Wasser für Felder, Wiesen und Weinberge spenden. So beziehen die Bergbauern seit Jahrhunderten das kostbare Nass aus dem benachbarten Nanztal, und zwar zunächst über den flachen Gebidumpass (erstmals 1305 erwähnt), später – nach dem Bau eines 2,7 Kilometer langen Tunnels (1897–1915) – verrohrt in 1700 Metern Höhe unter dem Pass hindurch. In der Gemeinde Visper-terminen liegt der höchste Weinberg Europas. Hier gedeiht bis zu einer Höhe von 1100 Metern der berühmte Heidenwein. Dauer - gesamt 5 (bei Gondelfahrt wie oben) bzw. 6 Std.; Gspon – Findeln 3/4 Std.; Findeln – Bergrestaurant Heimischgarten 2 Std.; Heimischgarten – Saas Grund 21/4 Std.; Saas Grund – Saas Fee 1 Std. Höhenunterschied: ? 450 m bei Endpunkt Saas Grund (bei Gondelfahrt Stalden-Gspon) bzw. ? 700 m bei Endpunkt Saas Fee, ? 780 m; Gspon – Findeln ? 150 m; Findeln – Bergrestaurant Heimischgarten ? 300 m und ? 220 m; Heimischgarten – Saas Grund ? 560 m; Saas Grund – Saas Fee ? 250 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blätter 274 T und 284 T (Visp und Mischabel; beide mit eingezeichneten Routen).
Verkehrsanbindungvon Visp/Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden; weiter mit der Gondelbahn über Staldenried nach Gspon. Von Saas Grund oder Saas Fee per Bus zurück nach Stalden.
GastronomieGspon, Heimischgarten, Kreuzboden.
Unterkunft
Gspon, Heimischgarten, Kreuzboden.
Tourismusbüro
Saas Fee und Saas Grund, siehe Tour 15; Stalden siehe Tour 9.

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