Auf das Sparrhorn

Gipfeltour mit felsigem Finale, Trittsicherheit und etwas Bergerfahrung sind unerlässlich. Vom Sparrhorn genießt man eine fantastische Rundschau, dazu Tiefblicke auf die Gletscherströme von Beich und Oberaletsch. Ganz fern im Süden: das Matterhorn! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Das geht beim Sparrhorn (3021 m) vergleichsweise leicht, erst am markanten, lang gestreckten Südgrat wird’s leicht felsig, zum Finale steht ein Schrofenhang an. Oben am kleinräumigen Gipfel gibt es zur Belohnung einen fantastischen Blick in den Fels- und Gletscherraum des Beich- und Oberaletschgletschers. Ziemlich genau im Norden steht der zweithöchste Gipfel der Berner Alpen, das Aletschhorn (4193 m). Nicht zu übersehen ist am Fuß des Fusshorn-Westgrats der Steinbau der Oberaletschhütte (2640 m) – ein weiteres sehr lohnendes Wanderziel der Aletschregion (siehe Tour 11). Zum Tyndall-Denkmal Die Gipfeltour beginnt als Höhenwanderung, führt von der Seilbahnstation auf der Belalp (2094 m) flach hinüber zum Hotel Belalp (2130 m), das an der Abbruchstelle des Aletschbords steht und einen ersten Blick auf den (stark geschrumpften) größten Eisstrom der Alpen bietet: den Aletschgletscher. Wenig oberhalb des Gasthauses steht eine kleine Kapelle, noch etwas höher am felsdurchsetzten Wiesenhang das Haus von John Tyndall (1820–1893). An den irischen Physiker und Erstbesteiger des Weisshorns erinnert auch eine Stele, an der man beim weiteren Anstieg zum Sparrhorn vorbeikommt. Das Sparrhorn An der Weggabelung im Rücken des Denkmals hält man sich rechts und folgt den Trittspuren und weiß-rotweißen Markierungen. Sie leiten über Schafblattjni, zweimal einen Bergbach querend, zum Ansatzpunkt des markanten Sparrhorn- Südgrats. Einen ersten Steilaufschwung überwindet das Weglein in kurzen Kehren, dann steigt es knapp rechts unter der felsigen Gratschneide weiter an bis unter den Gipfelaufbau. Im Frühsommer, wenn noch Schnee liegt, ist es ratsam, den Grat direkt zu überklettern (I). Zuletzt über die schrofige Südostflanke zum höchsten Punkt (3021 m; 3 Std.). Faszinierend die Rundschau, die 25 Viertausender und weit über 150 Dreitausender einschließt. Blickfang im Süden ist neben der firnschimmernden Pyramide des Weisshorns (4505 m) die Mischabel (4545 m); fast etwas mickrig wirkt zwischen diesen beiden Bergriesen das Matterhorn (4478 m). Abstieg Der Abstieg verläuft bis zur Verzweigung beim Tyndall- Denkmal auf dem Anstiegsweg. Hier biegt man in den rechten Weg ein, der über die Schafwiesen von Lüsga hinabzieht nach Bruch egg (2130 m). Auf der Sandstraße geht’s zurück zur Seilbahn (5 Std.) und mit dieser hinunter nach Blatten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour1 km
Höhenunterschied930 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortBlatten (1327 m)
AusgangspunktBergstation der Belalp-Seilbahn (2094 m)
EndpunktBergstation der Belalp-Seilbahn (2094 m)
TourencharakterGipfel, die in ihrer Höhenkote eine Drei vorne haben, stehen auf dem Wunschzettel von Bergwanderern ganz vorn. Und wenn das Traumziel dann auch noch in einer Gebirgsregion steht, die mit Viertausendern und viel Gletschereis aufwartet, gibt es bei schönem Wetter nur noch eins: hinauf!
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 264 T
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungBlatten erreicht man von Brig-Naters über eine gut ausgebaute Straße, 9 km; Postbus. Die Seilbahn Blatten–Belalp ist ganzjährig in Betrieb.
GastronomieHotel Belalp (siehe Kasten). Einkehrmöglichkeit bei der Seilbahnstation
Tipps
Das Schwarznasenschaf Das weiße Schaf mit den spiralförmigen Hörnern und der schwarzen Nase ist ein echter Walliser: robust, ausdauernd und bestens an den alpinen Lebensraum angepasst. Typisch ist sein dichtes Fell, auch an den Beinen. Die Füße sind schwarz, was ein bisschen so aussieht, als trügen die Schafe Stiefelchen. Heimisch sind die Schwarznasenschafe seit Jahrhunderten im Wallis. Sie werden nur während der Wintermonate im Stall gehalten, das übrige Jahr auf den Weiden und auf der Alp. Männliche Tiere (Widder) erreichen oft ein Gewicht von über 100 Kilogramm (!) bei einer Risthöhe von durchschnittlich 80 Zentimetern; bei der Schur fallen pro Tier etwa vier Kilogramm Wolle an.
Informationen
Tourist-Info Brig Belalp Tourismus, CH-3900 Brig, Tel. 027/921 60 30, E-Mail: info@brig-belalp.ch, www.brig-belalp.ch