Auerspitz vom »Schweren Gatter«

Sehr lohnende, wenig bekannte, unschwierige Rundtour; Trittsicherheit ist beim Schlussanstieg zum Auerspitz angenehm; die Aufstiegsroute verläuft rein südseitig, das heißt, sie kann im Hoch- sommer recht »hitzig« werden. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
15 km
980 m
6.00 h
Vom Parkplatz »Beim Schweren Gatter« (westseitig der Ursprungtalstraße) auf dem Forststräßchen südlich, dann westlich bis unter das Sillberghaus. Weiter dem Sträßchen taleinwärts folgen bis zur Verzweigung. Hier nicht auf dem unteren Fahrweg weiter und auch nicht nach rechts hinauf abbiegen, sondern geradeaus und durch Wald zur Wirtsalm. Bald nach dieser endet der Fahrweg. Der nun schöne Steig führt zur Sandbichleralm. Weiter auf schmalem Pfad zur verfallenen Niederhoferalm. Der Weg wird jetzt steiler und etwa 45 Minuten ab der Ruine erreicht man den Auerspitz-Südrücken. Auf ihm (Steig) zum Gipfelkreuz. Abstieg - Vom Gipfel durch Latschengassen nordwestlich hinab auf den Weg, der vom Rotwandhaus zu den Ruchenköpfen führt, und rechts in das Tälchen zwischen diesen und Auerspitz/Maroldschneid hinab. An der Bergwacht-, der Ruchenkopfhütte und an der Soinalm vorbei führt der Pfad durch den Soingraben bis zum Beginn einer Forststraße. Ihr folgt man weitläufig um den Sillberg herum und trifft zwischen Wirtsalm und Sillberghaus wieder auf den Anstiegsweg. Über ihn zum Sillberghaus und hinab zum »Schweren Gatter«.

Dauer - Ursprungtal – Sillberghaus 45 Min.; Sillberghaus – Auerspitz 2.45 Std.; Auerspitz – Sillberghaus gut 2 Std.; Sillberghaus – Ursprungtal 25 Min. Höhenunterschied: Ursprungtal – Sillberghaus 230 m; Sillberghaus – Auerspitz 750 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied980 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunkt»Beim Schweren Gatter« (etwa 830 m) im Ursprungtal, halbwegs zwischen Bayrischzell und Ursprungpass.
TourencharakterNur ein Katzensprung ist's vom »Schweren Gatter« bis zum gemütlichen Sillberghaus, wo Gehfaule Gefahr laufen, »hängen« zu bleiben. Der Weiterweg auf dem Almsträßchen ist etwas monoton. Plötzlich Kuhglockengeläute - Almabtrieb! Da kommen sie auch schon daher, die Rindviecher. Wir fliehen in den Wald und warten, bis die Herde vorüber ist. Noch vor der Wirtsalm wird das Gelände frei, und je höher man kommt, desto mehr »alte Bekannte« – sprich: Gipfel der Bayerischen Voralpen – tauchen auf. Ab der herrlich gelegenen Sandbichleralm windet sich der Steig schmal dahin, er »geht« jeden Rücken und jeden Graben aus. Die Niederhoferalm ist verfallen. Trotzdem legen wir gegenüber der Ruine eine Rast ein. »Schau, da bewegt sich doch was!« Tatsächlich, da »wuseln« ja richtige Pelzknäuel um die Hüttenfragmente: Murmeltiere, die sich jetzt so langsam ihren Winterspeck anfressen. Murmeltierkatzen und -bären sind jetzt also die Besitzer der Niederhoferalm. Wir würden ihnen am liebsten den ganzen Tag über zuschauen, aber wir möchten auch noch zum Gipfel. Der Auerspitz-Südrücken gibt sich zwar etwas mühsam, aber dann steht man doch vor dem schmiedeeisernen Kreuz und staunt über das im Süden mächtig aufragende Massiv des Hinteren Sonnwendjochs. Nördlich gegenüber stehen die Ruchenköpfe. Sie zeigen ihre steilen Südwände. Ich denke an meine lang zurückliegende Tour über den Westgrat mit seinem schikanösen »Briefkastl«. So richtig »warm« geworden bin ich mit dem Klettersport nie. Was macht's? Auch Rotwandhaus und Rotwand sind »zum Greifen« nah, der Guffert grüßt und die vielen Zacken des Karwendels heben sich scharf vom mittlerweile etwas bewölkten Herbsthimmel ab. Es ist still hier heroben, während es drüben an der Rotwand ziemlich »wurlt«. Beim Abstieg über die Soinalm wird der Blick immer wieder von den Traithen angezogen. Noch mehr aber freut man sich ob der Aussicht auf eine gute Brotzeit im Sillberghaus. Als wir die gastliche Hütte wieder verlassen, ist der Himmel plötzlich bleigrau: Ein Gewitter droht, und das im Herbst. Rasch laufen wir zum Parkplatz hinunter, es ist ja nicht weit, und mit den ersten Tropfen erreichen wir unser Auto. Maßarbeit! (G. W.)
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, BLVA.
VerkehrsanbindungVon Norden auf der B 307 nach Bayrischzell, von dort südlich (Richtung Kufstein) ins Ursprungtal. Von Süden über Kufstein, Vorderthiersee, Landl und Ursprungpass dorthin. Nächstgelegene Bahnstation ist Bayrischzell. Von dort Busverbindung ins Ursprungtal mit Haltestelle »Beim Schweren Gatter«.
GastronomieSillberghaus (1060 m), privates Berggasthaus, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. - 08023/533.

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