Anhalter Hütte

Weiter, aber unschwieriger Hüttenzugang; markierte Route durch das Plötzigtal (Autor: Siegfried Garnweidner)
18 km
700 m
5.00 h
Hüttenzustieg.
Es gibt mehrere Hüttenzugänge. Einer führt vom Hahntennjoch über das Steinjöchl in einer Stunde herauf. Von Norden gibt es von Namlos am Brentersbach entlang und durch das Brennhüttental einen dreistündigen Zustieg und von Fallerschein kann man in ebenfalls drei Stunden über das Putzenjoch und das Grubigjoch zur Hütte hinaufgehen.
Der hier vorgestellte Zugang beginnt in der Nähe von Bschlabs und ist satte sechs Kilometer lang, was ebenso drei Stunden Zeit erfordert. Dafür fällt der Höhenunterschied mit rund 700 Metern eher bescheiden aus – Schwierigkeiten sind dort nicht zu erwarten.
Südöstlich von Bschlabs gibt es in einer engen Kehre der Hahntennjochstraße einen kleinen Parkplatz, hinter dem eine Brücke über den Plötzigbach führt. Man muss rund 15 Minuten durch den Wald zur Weggabelung hinauf wandern und dann dem Wanderweg nach rechts immer flacher werdend durch das lange Plötzigtal folgen. Vor sich sieht man schließlich auf einem Steilaufschwung die Obere Plötzigalm und die Anhalter Hütte. Auf der Höhe von 1700 Metern weisen die Markierungszeichen ein wenig links. Weiter geht es über der steilen, ausgewaschenen Rinne »Staffalle« durch eine schöne, weite Bergwiese. Wieder etwas rechts haltend gelangt man jetzt über einen Aufschwung geradewegs zur Anhalter Hütte, die über dem steilen Kromsee vor dem markanten Maldongrat steht.
Tschachauntour.
Es gibt etliche interessante Gipfeltouren, die teilweise anspruchsvoll ausfallen: Namloser Wetterspitze (2553 m, 3 1/4 Std.) über Grubigjoch und Grubigkopf unschwierig; Falschkogel (2388 m, 1 1/4 Std.) unschwierig; Maldongrat (2544 m, 2 Std.) unschwierig; Gabelspitze oder Steinmandl (2581 m, 3 Std. ) ausgesetzt II.
Ein eher moderater, leicht zu erreichender und von reicher Blumenpracht gezierter Wandergipfel, der ab der Hütte in rund einer Stunde erreicht werden kann, ist der Tschachaun (2334 m). Der Anstieg führt von der Hütte nach Osten und unter der Heiterwand, am Rande einer tiefen Mulde, in den Kromsattel (2137 m). Im Sattel den beschilderten Weitwanderweg verlassen und nach links, gegen Nordwesten, dem Gratverlauf folgend, steil zum Gipfel ansteigen. Zurück geht es auf der Anstiegsroute.

Dauer: Auf: 3 Std. Ab: 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied700 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der scharfen Kehre der Hahntennjochstraße, am Eingang ins Plötzigtal (1347 m). Man könnte auch vom Hahntennjoch (1894 m, 1 Std.) losgehen.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie abgeschiedene Anhalter Hütte steht in idyllischer Lage über dem malerischen Kromsee, zu Füßen des Tschachauns. Die markanten Felsenberge rund um den Maldongrat und die lange Heiterwand mit ihren im Westen anschließenden Berggestalten trennen die Hütte vom Hahntenntal und bescheiden ihr so eine recht abgeschiedene Lage. Das Berghaus ist eine der raren Alpenvereinshütten, die weder mit Materialseilbahn noch mit Straße erschlossen sind. Die isolierenden topografischen Verhältnisse lassen weitergehende Erschließungsmaßnahmen nicht zu. Deshalb wird die Hütte vom Hubschrauber versorgt. Was nicht mit dem Heli kommt, wird im Rucksack und manchmal sogar mit Pferden heraufgebracht.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarten 1:50000, Blatt 351 (Lechtaler–Allgäuer Alpen) oder Blatt 352 (Ehrwald–Lermoos–Reutte–Tannheimer Tal); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 24 (Lechtaler Alpen–Hornbachkette)
VerkehrsanbindungMit Bus oder Auto von Elmen im Lechtal oder ab Imst über das Hahntennjoch
Tipps
Firngleiten Ende Mai. Wenn im Frühjahr die Hahntennjochstraße nach langer Wintersperre geöffnet wird und die Motorradfahrer mit ihren lärmenden Maschinen wieder über den Pass brausen, findet eine kleine Schar engagierter Genuss-Alpinisten dort oben ein ideales Gelände für ihren exotischen Sport. Die Rede ist von Firngleiter-Fans, die ihre kurzen Flitzer zu Fuß steile Firnflanken hinauf tragen und durch wadentiefen Sulz (oft in kurzen Hosen) rasant talwärts wedeln. Etliche dieser sportlichen Figltouren beginnen am Hahntennjoch. Bei einer muss man allerdings erst einmal den langen Südhang zum Steinjöchl hinauf, ehe man rasant durch das Steinkar nach Norden abfahren und zur Anhalter Hütte hinüberrutschen kann. Zur Firngleiterzeit ist die Hütte allerdings noch geschlossen.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2038 m, Erbaut: 1912, DAV–Sektion Oberer Neckar, Bewirtschaftet: von Mitte Juni bis Anfang Oktober, 12 Betten, 80 Lager, Winterraum mit AV-Schlüssel (9 Schlafplätze), Telefon: +43(0)664/4618993, www.anhalter-huette.gmxhome.de.
Tourismusbüro
Boden-Bschlabs, Tel.: +43(0)5635/330; www.tirol.at/boden–bschlabs

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