Am Pas de Sen Nicolò

Parkplatz – Baita Locia Contrin (1736m) – Rifugio Contrin (2016m) – Pas de Sen Nicolò (2340m) – Val de Contrin – Parkplatz (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
850 m
5.00 h
Ins Val de Contrin.
Die Wanderung beginnt an der Talstation der großen Ciampac-Seilschwebebahn, führt gleich in den Wald und dann im Links-rechts-Takt ohne Aussicht auf einem breiten, geschotterten Fahrweg bergan. Nach etwa einer Dreiviertelstunde hat man die Steilstufe an der Mündung des Val de Contrin hinter sich gebracht, und bei der Baita Locia Contrin (1736m) wird der Blick ins Talinnere und auf die große Dolomitenkulisse frei: links das Marmoladamassiv, dann die Zime de Ombreta (3011m), von denen ein hoher Grat zum Sasso Vernale (3058m) zieht, und im Weiteren die Cime Cadine und der hohe, zersplitterte Felsdom der Cima dell’Uomo (3010m). Vergleichsweise filigran wirkt daneben das Felsdreieck des Col Ombert (2670m).
Zum Pas de Sen Nicolò.
Unterhalb der verfallenen Malga Contrin (1828m) führt der Hüttenweg über den Bach und am licht bewaldeten Hang in angenehmer Steigung zum bereits sichtbaren Rifugio Contrin (2016m; 2.15Std.). Bei der Hütte (Hinweisschilder) nimmt man Kurs Richtung Col Ombert. Der mit Nr.608 bezeichnete Weg quert den Talschluss leicht steigend nach Südwesten und gewinnt in ein paar Kehren den im Ersten Weltkrieg stark befestigten Rücken des Vernadais (2365m). Über Wiesenböden spaziert man hinüber zum Rifugio Passo di San Nicolò (2340m; 3.30Std.) am gleichnamigen Pass. Blickfang ist die Marmolada mit ihrer monumentalen Südwand; sehr stimmungsvoll der Blick nach Westen, durchs Nikolaustal zu den Türmen und Zacken des Rosengartens. Ein felsiger Zacken ragt direkt über der Hütte in den Himmel: der Col Ombert. Schwer vorstellbar, dass die Kaiserjäger im Ersten Weltkrieg durch die fast senkrechte (von den Italienern am Costabellakamm nicht einsehbare) Nordwand einen gesicherten Steig anlegten.
Abstieg.
Friedlichere Eindrücke vermittelt dann der Abstieg über die Blumen- und Murmeltierwiesen von Contrin. Über einen bewaldeten Steilhang zieht der rot-weiß markierte Weg neben dem Ru Vernadais hinunter in den breiten Boden des Contrintals. Auf dem Anstiegsweg wandert man talauswärts, mit schönem Blick auf das Langkofelmassiv, und über die Kehren des Fahrwegs hinunter nach Alba (5.15Std.).

Parkplatz – Baita Locia Contrin 45Min., zum Rifugio Contrin 1.30Std., zum Rifugio Passo di San Nicolò 1.15Std., zurück zum Parkplatz 1.45Std. Insgesamt 5.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied850 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortAlba (1517m), Nachbarort von Canazei an der Straße zum Fedaiasee
AusgangspunktParkplatz der Ciampac-Seilbahn (1486m)
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDen Fassatalern kann man ja nicht unbedingt nachsagen, dass sie sich bei der (winter-)touristischen Erschließung ihrer Berge stark zurückgehalten hätten – im Gegenteil. Trotzdem entdeckt man zwischen Langkofel, Marmolada und Monzoni überraschend viel Natur, der die Planierraupen (noch?) nicht zu Leibe gerückt sind. Beispielsweise das Val de Contrin. Wanderwege gibt’s hier einige, zwei Berghütten und eine grandiose Felskulisse mit der Marmolada (3343m) als absolutem Highlight. Vom Pas de Sen Nicolò, dem Nikolauspass, bietet sich ein besonders schöner Blick in die Südwand. Erstmals durchstiegen wurde diese monumentale Mauer vor gut einem Jahrhundert (1901), damals eine echte Sensation, zumal sich eine Frau, die schottische Lady Beatrice Tomasson, ans Seil der beiden Führer Michele Bettega (»Ein wilder Kerl mit struppigem Bart und lodernden Augen«) und Bortolo Zagonel band!
Für lange Zeit blieb es dann bei dieser einen Südwandroute (mit einer Ausstiegsvariante der Brüder Leuchs). Erst im Sommer 1936 eröffneten G.B.Vinatzer und Ettore Castiglioni eine weitere Führe, die ebenfalls längst zum Klassiker geworden ist. Im August 1969 beging Reinhold Messner die »Vinatzer« solo, wobei er oberhalb des markanten Horizontalbands gleich eine neue Variante kletterte – eine seiner herausragenden Leistungen.Klettern muss man auf der Genussrunde im Val de Contrin natürlich nicht, aber auch so ist – wenn das Wetter mitspielt – ein erlebnisreicher Tag mit viel Aussicht garantiert.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 06 »Val di Fasse e Dolomiti Fassane«
VerkehrsanbindungVon Canazei via Alba bis zur Seilbahnstation. Busverbindung
GastronomieRifugio Contrin, Juni bis September, Tel. 0462/601101. Rifugio Passo di San Nicolò, 20.6.–20.9., Tel. 0462/763269. Baita Locia Contrin, Einkehr im Sommer

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