Alsbacher und Auerbacher Schloss

Burgen- und Blütenwanderung an der Bergstraße Bequeme Wald- und Weinbergewanderung mit hervorragenden Aussichtsstellen und zahlreichen ausgeschilderten Abkürzungsmöglichkeiten; lediglich der Aufstieg zum Melibocus ist steil. (Autor: Bernhard Pollmann)
24 km
400 m
5.00 h
Alsbacher Schloss Vom Rathaus-Parkplatz in der Ortsmitte von Jugenheim führt die Hauptstraße kurz bergwärts (Richtung Darmstadt), das fachwerkverzierte Haus Nr. 14 ist das historische Rathaus, es wurde 1559 erbaut; die am Haus angebrachte Sonnenuhr trägt die Jahreszahl 1743. Wo die Hauptstraße vor dem Kirchhügel links kurvt, geht es wenige Schritte geradeaus und rechts in den Plauerweg hinein, wobei die Markierung »blaues B« des Burgenwegs die Route weist (anfangs zusätzlich »gelbes B« für den Blütenweg = Rückweg). Während der Blütenweg geradeaus weiterführt, zweigt der Burgenweg halb links in den Hicklerweg ab, folgt ihm zum Waldrand hinauf und taucht dort links in Verlängerung der Jossastraße in den Wald ein. Schon bald ist Burg Jossa ausgeschildert, erreichbar auf einem Pfad - Die Ruinenreste der um 1260 erbauten Burg sind ein schöner Platz für eine Rast. Der Burgenweg führt in zahlreichen Windungen weiter durch den Wald und leitet schließlich zum Alsbacher Schloss hinauf. Die aussichtsreiche Ruine mit ihrem mächtigen runden Bergfried, der inneren Ringmauer sowie Fenstern und Kellerresten der Wohnbauten ist ein viel besuchtes Ausflugsziel oberhalb von Alsbach und bildet zugleich den Rahmen für Ritterspiele und anderen Veranstaltungen. Die ab dem 13. Jh. errichtete Burg der Herren von Bickenbach wurde 1463 niedergebrannt, dann wieder aufgebaut und verfiel im 17. Jh. Als die Ruinen im 19. Jh. als Ausflugsziel entdeckt wurde, erhielten sie ihren heutigen Namen. Die kleine Burgschänke Schloss Alsbach hat von 15. März bis 14. Oktober mittwochs bis freitags von 14–19 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 11–19 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag sind Ruhetage. Von 15. Oktober bis zum 14. März ist nur sonn- und feiertags geöffnet (11–18 Uhr). Melibocus Weiter geht es auf dem Burgenweg im Wald, bis im Westhang des Melibocus der von Zwingenberg heraufführende Weißstrich-Weg kreuzt. Bei klarer Sicht ist es lohnenswert, auf dem Weißstrich-Weg einen Abstecher zum aussichtsreichen Melibocus zu unternehmen. Der Malchen oder Melibocus ist mit 517 m der höchste Berg des Vorderen Odenwalds, dank seiner markanten, weit in die Rheinebene vorspringenden Gestalt gilt er als »König des Odenwalds«. Während der hintere Teil des Gipfelbereichs militärisches Sperrgebiet ist, ist der vordere Teil mit dem Aussichtsturm, der an Wochenenden geöffneten Turmschänke und der Drachenflugstartrampe frei begehbar. Bei schönem Wetter schweift hier der Blick bis zum Großen Feldberg im Taunus, über die Rheinebene hinweg bis zum Donnersberg und im Süden bis in die Gegend von Speyer. Um die Bedeutung dieses Granitkolosses zu unterstreichen, ließ Landgraf Ludwig IX. auf dem Gipfel 1772 den 25 m hohen Melibocusturm errichten, einer der ersten Bergtürme Deutschlands. 107 Stufen musste man erklimmen, um die herrliche Aussicht zu genießen. 1945 sprengte die Wehrmacht den Turm, aber auch der neue Aussichtsturm (aus dem Jahr 1966) bietet ein exzellentes Panorama. Not Gottes Vom Melibocus kehren wir zurück zum Burgenweg und folgen ihm weiter Richtung Auerbacher Schloss. Am Parkplatz »Not Gottes« kann man einen Abstecher zur gleichnamigen Kapelle unternehmen: Die ehemalige Wallfahrtskapelle liegt weiter unten am alten Hochstädter Wallfahrtsweg (geht man hinab, dem Rundwanderweg 4 folgend, kann man die Wanderung abkürzen und stößt am Parkplatz »Höllberg« wieder auf die vorgeschlagene Rundwanderroute). Die ehemalige Wallfahrtskapelle Not Gottes steht im Wald oberhalb von Auerbach und ist am Himmelfahrtstag ein viel besuchtes Ziel mit einem Gottesdienst im Wald. Die erste Kapelle an diesem Ort wurde bei einer mittelalterlichen Einsiedelei errichtet und avancierte zu einem überregional bekannten Wallfahrtsziel, nachdem im 15. Jh. ein Gnadenbild mit der Ölbergdarstellung (»Not Gottes«) aufgestellt wurde. Nach der Reformation verfiel die Kapelle und wurde als Steinbruch missbraucht. Im ausgehenden 19. Jh. begannen Gläubige, die Grundmauern des zerstörten Kirchleins wieder sichtbar zu machen, und riefen das »Not-Gottes-Fest« ins Leben. Seit 1891 findet hier am Himmelfahrtstag ein (Freilicht-) Gottesdienst statt. 1960 wurde auf dem ehemaligen Chorraum eine neue Kapelle errichtet; die Freilichtgottesdienste wurden beibehalten. Auerbacher Schloss Vom Parkplatz »Not Gottes« führt der Burgenweg an der Schutzhütte vorbei und folgt einem Waldweg zum Parkplatz beim Auerbacher Schloss. Die Ruine des Auerbacher Schlosses auf dem Ur- oder Auerberg hoch über Bensheim-Auerbach ist die bedeutendste Burganlage der nördlichen Bergstraße. Dank der Auerbacher Schlossfestspiele und zahlreicher weiterer Veranstaltungen (Reitturniere, Rittergelage, Varietee, Kleinkunst, Theater) erfreut sie sich im Sommerhalbjahr regen Besuchs. Der Südturm bietet einen einzigartigen Blick auf die Oberrheinebene und den nördlichen Odenwald. Errichtet wurde die Anlage um 1250 durch die Grafen von Katzenelnbogen zum Schutz der Auerbacher Besitzungen des Klosters Lorsch, 1674 wurde sie von Truppen des französischen Sonnenkönigs Louis XIV. zerstört. Wegen der herausragenden Aussicht avancierte die Ruine schon im ausgehenden 18. Jh. zu einem beliebten Ausflugsziel, Anfang des 19. Jh. begann die Sicherung und Restaurierung. Das Team der »Auerbacher Schlossgeister« begeistert die Gäste mit mittelalterlicher Erlebnis- und Eventgastronomie. Zwingenberg Auf der Schlosszufahrt kehren wir zurück Richtung Parkplatz und zweigen wieder auf den Burgenweg ab, der mit einigen prachtvollen Ausblicken im Wald talwärts führt und zuletzt in den Rebhängen auf den Blütenweg (Markierung »gelbes B«) mündet. Der Blütenweg führt aussichtsreich im Hang rechts weiter, kreuzt beim Wanderparkplatz Höllberg die Zufahrtsstraße zum Auerbacher Schloss und leitet dann mit immer wieder weiter Aussicht durch die Rebfluren des Höllbergs nach Zwingenberg. In Zwingenberg kann man den Bus zurück nach Jugenheim nehmen oder weiter dem Blütenweg folgen. Zwingenberg, die älteste Stadt an der Bergstraße, ist ein Juwel der Fachwerkkunst mit zahlreichen Häusern aus den Jahrzehnten nach der Zerstörung durch die Truppen des französischen »Sonnenkönigs« (1693). Wahrzeichen ist die Bergkirche (1258) in beherrschender Lage oberhalb der Altstadt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied400 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSeeheim-Jugenheim (133 m) liegt an der Bergstraße im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
AusgangspunktRathaus-Parkplatz in der Ortsmitte von Jugenheim (130 m).
TourencharakterDie Ruinen von Alsbacher und Auerbacher Schloss thronen aussichtsreich über der Bergstraße im Europäischen Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Zwischen beiden erhebt sich der aussichtsreiche Melibocus, der höchste Berg des Vorderen Odenwalds. Vom Luftkurort Seeheim Jugenheim an der Bergstraße führt diese Wald- und Aussichtswanderung auf dem Burgenweg zum Alsbacher Schloss und zum Auerbacher Schloss nach Zwingenberg, die älteste Stadt an der Bergstraße. Von dort leitet der Blütenweg zurück.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt NO West Nördlicher Odenwald West, oder Wanderkarte 1:20000, Blatt 2 Nördlicher Vorderer Odenwald (beide Hessisches Landesvermessungsamt).
VerkehrsanbindungA 5 Frankfurt am Main – Basel Ausfahrt Seeheim-Jugenheim. Straßenbahn Linie 8 Darmstadt – Eberstadt – Seeheim – Jugenheim – Alsbach. Bus Linie K 44 Jugenheim – Alsbach – Zwingenberg – Bensheim.
GastronomieJugenheim, Auerbacher Schloss, Zwingenberg. Saisonal an Wochenenden Kiosk auf dem Melibocus.
Tourismusbüro
Gemeinde Seeheim-Jugenheim, Schulstraße 12, 64342 Seeheim- Jugenheim, Tel. 06257/9900, Internet www.seeheim-jugenheim.de; Verein Naturpark Bergstraße-Odenwald/Europäischer Geopark, Nibelungenstraße 41, 64653 Lorsch, Tel. 06251/707990, Internet www.geo-naturpark.de.

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