Almbachklamm und Maria Ettenberg

Eine gute Steiganlage mit Holz- und Eisenstegen führt durch die Klamm. Der Weiterweg über Bergpfade durch blumenreiche Wiesen und Mischwald erfordert an manchen Stellen Trittsicherheit. (Autor: Gerlinde Witt)
4 km
440 m
2.00 h
Nach dem Bezahlen des Eintrittsgeldes am Almbachklamm-Eingang gelangt man zu dem gefahrlos begehbaren Steig, der durch die enge Klamm führt. Treppe um Treppe steigt man begeistert zwischen den steilen Klammwänden durch diese wildromantische Schlucht, wandert auf Stegen unter überhängenden Felsen entlang, überquert Brücken.
Glasklar kommt das Wasser daher, fließt an manchen Stellen scheinbar träge im breiteren Bett, bis es durch die Felsen eingeengt auf nur zwei bis drei Meter Breite wiederum mit Höllenlärm und Getöse tiefer schießt, um sich in ausgehöhlten Mulden, den Gumpen, zu sammeln, wo sich muntere Forellen tummeln. An steilerer Stelle wird der Bach fast zum Wasserfall. Wir verlassen die Klamm bei Steg 17, wo nach rechts der Wanderweg entlang des Talgrabens nach Ettenberg führt. (Geradeaus wird die Klamm breiter und endet bei Steg 19 an der Theresienklause; der Weiterweg führt nach Hintergern.) Ein wenig steil geht es nun zuerst durch dunklen Wald, der weiter oben zum Mischwald wird. In Kehren führt der Steig nun weniger steil bergan. Man erhascht gelegentlich schöne Ausblicke in die Felswände des Berchtesgadener Hochthron, an dessen Fuß wir uns befinden.
Unvermittelt tritt man auf eine Wiese hinaus, steht bald vor der prächtigen spätbarocken einschiffigen Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Ettenberg (832m), die zwischen 1724 und 1750 erbaut wurde unter dem Berchtesgadener Fürstpropst Julius Heinrich von Rehlingen. Der Spitzturm stammt allerdings aus dem 19. Jahrhundert. Sehenswert neben der üppigen barocken Innenaustattung sind das Deckengemälde und die zahlreichen volkstümlichen Votivbilder. Unser Abstieg – vielleicht nach einer Einkehr beim Mesner-Wirt – führt vor der Kirche in südöstlicher Richtung quer durch die Wiesen, bis der Pfad oberhalb der Hammerstielwand eine große Kehre nach links macht. Nun den Steig durch diese Barriere vorsichtig hinuntergehen, denn die Wand bricht rechts sehr steil ab. Zum Schluss noch durch den Wald und man ist wieder drunten bei der Kugelmühle.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied440 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Almbachklamm Gasthaus Kugelmühle, Hammerstiel.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuch wer keine Kinder auf dieser Wanderung dabei hat, wird als Erwachsener – der früher mit »Schussern« (auch »Klicker« etc.) gespielt hat (diesen Kugeln in allen Farben und Größen), seine Freude haben beim Besuch von Deutschlands ältester (seit 1683), letzter noch in Betrieb befindlichen Kugelmühle (von 40). Hier werden am Bach grobe Marmorbrocken zu glänzenden Kugeln aller Größen geschliffen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Berchtesgaden Ost 1:25000.
MarkierungenGute Wegbezeichnung, teilw. rote Punkte.
VerkehrsanbindungVon Berchtesgaden bzw. Marktschellenberg mit Bus. PKW-Anfahrt über die B 305 Berchtesgaden-Marktschellenberg: Hinweisschild Kugelmühle – Almbachklamm beachten. Parkplatz Almbachklamm.
GastronomieGasthaus/Pension zur Kugelmühle, Mesnerwirt Vorderettenberg.
Tipps
Die Almbachklamm. Die Almbachklamm, 1894 von bayerischen Pionieren erbaut, hat zwischen Theresienklause (680m) am oberen und dem unteren Klammende bei der Kugelmühle (495m) auf drei Kilometer Gesamtlänge ein Gefälle von etwa 200 Metern. Die gesamte Anlage aus Holz- und Eisenstegen zählt 320 Stufen, hat 29 Brücken und einen Tunnel. Sie wurde im Juni 1998 durch ein Unwetter beinahe völlig zerstört. Nach Aufräumarbeiten und Restaurierung (Kosten 200000 Euro) konnte die Klamm erst im Mai 1999 wieder geöffnet werden. Oben ist sie noch relativ breit, verengt sich jedoch nach dem Sulzer Wasserfall, der 114 Meter hoch (oberhalb der Abzweigung nach Ettenberg) herunterstürzt. Noch bis 1963 driftete man Holz durch die Klamm.
Unterkunft
Gasthaus/Pension zur Kugelmühle, Hammerstiel, Tel. 08650/461, Hotels und Gasthöfe in Marktschellenberg. Nächster Campingplatz: Allweglehen Berchtesgaden-Untersalzberg, Tel. 08652/2396, www.alpen-camping-allweg.de
Tourismusbüro
Verkehrsamt Marktschellenberg, Tel. 08650/988830, www.marktschelllenberg.de

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