Aggenstein, 1987 m, oder nur Breitenberg

Markante Wächter über dem Pfrontener Land Zum Breitenberg ganz einfach. Bei der Aggenstein-Rundtour steile, steinige, am Gipfel auch etwas felsige Stellen mit Sicherungen; Trittsicherheit wichtig. (Autor: Dieter Seibert)
15 km
350 m
3.00 h
Der Breitenberg (1838 m) Wir fahren zunächst mit der Kabinenbahn zur Bergstation in 1500 m Höhe am Rand der Weideflächen auf der Hochalpe; nebenan lädt das gleichnamige Berggasthaus zur Einkehr. Weiter geht es mit dem Lift zu dessen Bergstation (1680 m), einer Schulter im Südosten des Breitenbergs. Ein sehr gut ausgebauter Zickzackweg führt nun über einen Grashang zum Kamm und zwischen Latschen in 25 Min. auf den Gipfel mit der Ostlerhütte. Auf den Aggenstein (1987 m) Von der Bergstation des Lifts (1680 m) wandern wir über den Grasrücken kurz nach Süden hinab in den tiefsten Sattel (1635 m). Danach steigen wir zu einer Geländerippe hinauf, dann rechts in den anfangs schrofendurchsetzten Steilhängen, dem »Langen Strich«, auf steinigem, teilweise gesichertem Steig. Später führen bequemere Serpentinen zu einer Lücke östlich unter den Gipfelfelsen (Grenze), wo sich von einem Schritt zum anderen der Blick nach Süden öffnet. 20 m hinter der Kante beginnen die Sicherungen, die über gut gestuften, festen Fels zum nahen Kreuz hinaufleiten. Abstieg über Bad Kissinger Hütte Nach der Rückkehr über die Gipfelfelsen geht es in die Lücke, dann auf der Tiroler Seite auf einem breiten, jedoch steinigen Weg in Kehren die sehr steile Grasmulde hinab und schräg links zur Bad Kissinger Hütte (1788 m), die malerisch auf einigen Felsen thront und mit einem freien Blick in die Bergwelt des Tannheimer Tals aufwartet. Weiterhin queren wir schräg durch die südseitigen Hänge zum nahen Grat (Grenze). Auf der Nordseite steigen wir über die hohe, üppig bewachsene Steilstufe hinab zu einem Hüttchen; man ist hier von einer recht eindrucksvollen Felsszenerie mit rotem Gestein und kleiner, glatter Felswand umgeben. Bei der Wegverzweigung halten wir uns rechts in ein kleines Becken mit imposanter Kulisse, dann immer westlich oberhalb des Plattenbachs erst zwischen Bäumen und über Matten (im Winter Piste), dann durch teilweise steilen Hochwald weit hinab – rechts die Reichenbach-Wasserfälle – zum blockgefüllten Bett des unteren Reichenbachs (siehe unten), schließlich auf den Bauernwiesen noch 1,3 km zurück zur Talstation. Wird ein bequemerer Rückweg gewünscht, kann man bei der Wegverzweigung links abbiegen und über welliges Gelände zur Bergstation der Bahn auf der Hochalpe wandern (deutlich kürzer als der Abstieg). Mit Familie und Kindern Ganz rasch und völlig problemlos kann man auf den Breitenberg steigen, aber außer der Gipfelhütte ist das alles andere als spannend. Umso eindrucksvoller, gerade für wirklich trittsichere Kinder, ist der Aufstieg zum Aggenstein; man benützt dann am besten die gleiche Route für den Rückweg, um dem Nachwuchs lange »Hatscher« zu ersparen. Beim Abstieg von der Bad Kissinger Hütte wurde der Reichenbach, der die Grenze zwischen Bayern und Tirol bildet, kurz erwähnt. Er zählt mit seinen unendlich vielen rund geschliffenen Felsblöcken jeder Größe zu den interessantesten Zielen – vor allem für Kinder – in der Region. Der beste Zugang - Vom Hinteren Eck des Bergbahnparkplatzes auf einem Weg über die Wiesen zu einem Fahrweg. Auf ihm nach links zu einer Brücke am Waldrand. Hinter dieser halb rechts zu einer Verzweigung bei einem Stadel. Dort rechts und auf dem Weg, der auch zur Bad Kissinger Hütte führt, diagonal über die Wiesen zu den ersten Bäumen, hinter denen man auf den Reichenbach trifft. Nun entweder weglos beliebig in dem blockgefüllten Bachbett aufwärts – ein ausgesprochen spannendes Turnen, das einiges Geschick erfordert – und bei der Bachverzweigung links weiter. Wer es etwas einfacher haben will, hält sich an das rechte Ufer.

Dauer - Gesamtgehzeit knapp 4 Std. Aufstieg zum Aggenstein 1 1/4 Std., Abstieg zur Talstation gut 2 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied350 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPfronten (882 m), beliebte Ferienmetropole mit 13 Ortsteilen in einem weiten, sonnigen Becken. Start an der Talstation der Breitenbergbahn (845 m) östlich des Ortsteils Steinach.
TourencharakterPfronten – der Name kommt vom lateinischen »ad frontes Alpium« – ist ein Phänomen. Dieser beliebte Ferienort setzt sich nicht nur aus 13 einst selbstständigen Dörfern zusammen, sondern die Bäche in dem weiten Becken fließen scheinbar verkehrt, nämlich nach Süden in die Berge hinein, statt nach Norden ins Alpenvorland. Sie münden in die Vils, und jene strömt nach Südosten zum Lech. Für einen Urlaub mit Kindern bildet das Pfrontener Land das ideale Ziel, gibt es doch außer unseren beiden Gipfeln eine Fülle kleiner Unternehmungen wie einen Besuch des Reichenbach-Tobels. Dort füllen auf einem langen Abschnitt teilweise gewaltige, auffallend rund geschliffene Felsblöcke das weite Bachbett, ein Schlaraffenland für Expeditionen und Kletterkunststücke. Vom Restlichen seien hier nur die Burgruinen von Hohenfreyberg und Eisenberg erwähnt, die wir noch genauer vorstellen wollen. Der Aggenstein besticht vor allem durch seine unverkennbare Form - Der linke Teil des Berges besteht aus einem runden Kopf mit einer 300 m hohen, sehr steilen, trotzdem grasdurchsetzten Nordwand, der höhere rechte bildet eine zackige Spitze. Dieser Ausnahmegipfel dominiert den gesamten Westteil des Füssener Landes. Es ist deshalb verständlich, dass viele den Aggenstein auf ihrer Wunschliste haben, zumal ihnen Kabinenbahn und Lift den größeren Teil der Aufstiegsmühe abnehmen. Wem dieser Gipfel zu anspruchsvoll ist, kann ganz gemütlich auf den Breitenberg wandern.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Füssen und Umgebung.
VerkehrsanbindungAuf der Allgäu-Autobahn zur Ausfahrt Oy und durch Nesselwang rasch nach Pfronten. Bahnhof der Strecke Kempten–Reutte in Pfronten-Steinach.
GastronomieGasthäuser bei der Bergstation; Ostlerhütte (1838 m) auf dem Breitenberg, privat, 63 Schlafplätze, Tel. 08363/424. Bad Kissinger Hütte (1788 m), ehemals Pfrontener Hütte, DAV, 65 Schlafplätze, Tel. 0043/676/3731166.
Tipps
Pfarrkirche in Berg Die Pfarrkirche im Pfrontener Ortsteil Berg liegt auffallend auf einer Anhöhe und entpuppt sich als sehenswerte Barockkirche aus dem späten 17. Jh. mit mächtigem Turm, dessen Zwiebel einen auf dem Kopf stehenden Enzian darstellt. Innenausstattung von 1780 mit Freskomalereien von Josef Anton Keller. Eisenberg und Hohenfreyberg Von Pfronten-Kreuzeck erreicht man nach gut 2 km das Dorf Zell (902 m) in sonniger Lage am Fuß zweier 1055 m hoher Hügel, die gewaltige Burgruinen krönen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Burgen von den eigenen Tiroler Herren in Brand gesteckt, um den anrückenden Schweden keine festen Stützpunkte zu bieten. Die mächtigen Reste hat man in unserer Zeit zum Teil wieder saniert, um das mittelalterliche Leben zu dokumentieren.
Höchster Punkt
Breitenberg (1838 m) Aggenstein (1987 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Pfronten Tourismus, Vilstalstr. 2, 87459 Pfronten, Tel. 08363//69888, E-Mail: info@pfronten.de.
Mehr zum Thema