Zwieselberg, 1348 m

Die nicht schneesichere Isarwinkler Eingehskitour bietet bis auf eine Waldpassage unerwarteten Abfahrtsgenuss, der mit einem 2 km langen Zustiegshatscher erkauft wird. Der unscheinbare Gipfel bietet hübsche Aussicht auf Isartal und Benediktenwand sowie Fernsicht bis zum Großvenediger.
Exposition: Ost, Süd / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
7 km
630 m
2.00 h
Aufstieg.
Auf dem meist geräumten Fahrweg am Steinbach westwärts talein und nach gut 1,5 km kurz rechts (nordwestwärts) ab in den Einschnitt des Großbachtals. Hier links (westwärts) über ein Brückerl mit Geländer, abschnallen und zu Fuß die Stufen hinauf. Anschnallen, in ausholender Linksschleife durch eine Mulde auf einen Rücken und über diesen zu einer Jagdhütte am Beginn einer Freifläche (ca. 930 m, ca. 60 Hm Wald). Über den freien Rücken west- und nordwestwärts aufwärts und nach einem Flachstück in ein Waldstück. Wieder frei links haltend aufwärts zur Schnaiteralm (1245 m) queren, westwärts den Ostrücken des Zwiesel hinauf und flach zum Gipfel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied630 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortBad Tölz (657 m)
AusgangspunktParkplatz unterhalb der Waldherralm (740 m)
TourencharakterErstaunt sehen wir zu, wie Skifahrer und Snowboarder aus einem Seiteneinschnitt flitzen. »Da muss ein Wurmloch im Raum-Zeit-Kon-tinuum sein, durch das Skifahrer herausfallen …« So klingt das, wenn man mit Physikern unterwegs ist, denen weder das Schneetreiben noch die verspurten Hänge oder die Aufstiegsanstrengung bis zum freien Gipfel etwas ausmachen. Die Physik des Skitourengehens ist schon erstaunlich genug - Nicht nur, dass man sich Steigfelle auf den Skibelag klebt, deren nach hinten gerichtete, kratzbürstige Haare (je nach Modell sogar echte von Seehund oder Mohair-Ziege) sich unerwartet zuverlässig in den Schnee krallen. Die »Spannklebefelle« lassen sich wie durch Zauberei für die Abfahrt wieder problemlos und praktisch rückstandsfrei vom Belag lösen. Und dann legt man sie Haftfläche auf Haftfläche zusammen, damit man sie beim nächsten Mal kaum mehr auseinanderreißen kann. Mit den Dingern kann man unerwartet steil ansteigen, wilde Stiere schaffen Steilhänge ohne Serpentinen. Was so eine Summierung von kleinen Härchen, die einzeln ganz wenig Widerstand haben, an Haltekraft ergibt! Und noch etwas Physikalisches: Geht man durch warmen, nassen Schnee und anschließend durch kalten Wald, erweist sich, dass Kälte Wasser zum Gefrieren bringt, was eine dauerhafte Ver-bindung von Fell und Schnee zur Folge hat. Viel Spaß!
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Bad Tölz – Lenggries; Alpen 1:40000, Blatt 305 Tölzer Land zwischen Isar und Loisach, KompassWanderkarte 1:50000, Blatt 182, Isar-winkel.
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn A8 bis Ausfahrt Holzkirchen und über Holz-kirchen nach Bad Tölz (B13). Dort Richtung Bad Heilbrunn/Bichl, hinter der Isarbrücke abbiegen und entlang der westlichen Isarseite Richtung Arzbach bis Steinbach. Rechts hinauf Richtung Wackersberg und nach gut 0,5 km links auf einem Sträßchen zur Waldherralm. ÖV - Mit der Bayerischen Oberland-Bahn von München nach Bad Tölz und mit dem Bus Richtung Arzbach/Lenggries bis Steinbach. Weiter zu Fuß wie mit dem Auto zur Waldherralm.
GastronomieWaldherralm
Tipps
Auf der Wackersberger Hochfläche unterhalb des Zwiesel ist meist eine – allerdings unpräparierte – Loipe. Sehr schöne Umgebung!
Höchster Punkt
Zwieselberg, 1348 m
Tags: 
Mehr zum Thema