Zirmkogel, 3278 m

Grundsätzlich wenig schwierige Skitour mit großartigen, freien Skihängen, die allerdings in Talnähe ein erhebliches Lawinenrisiko bergen; geringe Spaltengefahr.
Lawinengefahr: sehr hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
13 km
1380 m
4.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Von Pirchhütt am Sommerweg in das Tal der Gurgler Ache hinab. Über den Bachlauf und nach Norden den steilen Hang anschneiden. Der Sommerweg dreht etwas links ab und steigt gegen Nordwesten in Kehren an, bis auf der Sonnberg- alm bei 2510 Meter Höhe der Hang deutlich abflacht. Anschließend geht es gegen Westen am zugefrorenen Soomsee vorbei und zum Itlsee hinauf, von dem man auch nicht viel sehen wird. Allmählich nimmt die Hangneigung wieder deutlich zu und in der Gurgler Scharte öffnet sich ein großer Rundblick zum Weißkamm hinüber. Im schmalen Gurgler Schartl (auch Seiter Schartle genannt) muss man peinlich auf Wechten achten und dann steigt man nach links in muldiges Gelände hinein. In geringem Auf und Ab stößt man schließlich zum Stockferner. Nun immer auf seiner höchsten Stelle nach Südwesten zum kleinen Gipfelfelsen empor.
Abstieg.
entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Südosten, Osten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1380 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortObergurgl, 1907 m.
AusgangspunktPirchhütt, 1913 m
TourencharakterNeuerdings wird der Zirmkogel auch öfters Stockkogel genannt. Das mag uns Tourengehern egal sein. Hauptsache, die Tour ist schön und das kann man vom Stock- oder Zirmkogel mit Fug und Recht erwarten. Nur einen schweren Fehler hat die Unternehmung: Sie ist im unteren Bereich extrem lawinengefährdet. Deshalb darf man wirklich nur bei sehr sicheren Schneeverhältnissen aufbrechen, wie sie normalerweise erst im späten Frühjahr zu erwarten sind. Die grimmige erste Steilstufe am Soom wird dann zwar schon ausgeapert sein, doch ist es allemal besser, die Ski dort hinauf und hinunter zu tragen, als in zweifelhafte oder gar fatale Lawinenerlebnisse verwickelt zu sein. Die Sicherheit sollte hier absoluten Vorrang haben.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1 - 50000, Blatt 43 (Ötztaler Alpen)
Verkehrsanbindungmit Pkw oder Linienbus durch das Ötztal bis Obergurgl
GastronomieGasthäuser und Hotels in Obergurgl
Tipps
Spezialabfahrt durchs Lobkar. Bei sehr sicheren Bedingungen, also bei rauschendem Firn, muss man nicht unbedingt über den ganzen langen Stockferner wieder abfahren. Dann lohnt es sich, schon bald unter dem Gipfel rechts abzudrehen und nördlich der Karschneid durch das steile Lobkar hinunterzuschwingen, bis auf der Sonnbergalm die Aufstiegsspur erreicht ist. Keinesfalls darf man von dort direkt ins Gurgler Tal abfahren. Die felsigen Abbrüche und die steilen Rinnen dazwischen sind für eine Abfahrt viel zu gefährlich.
Höchster Punkt
Zirmkogel, 3278 m
Unterkunft
Gasthäuser und Hotels in Obergurgl
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