Wurmtaler Kopf, 3225 m

Sehr lange, vor allem in Gipfelnähe landschaftlich besonders ansprechende Skihochtour. An der großen Querspalte am Rifflferner ist große Vorsicht angebracht. Wegen des Lawinenrisikos darf man den Steilhängen am Grubengrat nicht zu nahe kommen.
Lawinengefahr: gering/mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
22 km
1650 m
7.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Erst einmal muss man zum Riffelsee hinauf. Das geht recht bequem mit der Seilbahn und dann über den zugefrorenen See. Wer früh dran sein will, muss weitaus sportlicher und mit 1 1/2 Stunden Mehraufwand mit Ski ansteigen. Dazu folgt man von der Seilbahn-Talstation der Piste ins Seebachtal hinein und geht auf ihr in weitem Rechtsbogen über die Taschachalpe, immer dem Seebach entlang, bis der Rifflsee erreicht ist. Von dort neben dem Rifflbach anfangs gegen Westen, dann gegen Südwesten und immer schön flach im langen Talgrund dahin. Man hält sich an die linke, also die südöstliche Talseite und geht durch den Boden unter dem langen, markanten Grubengrat endlos lange in der gleichen Richtung weiter. Im Wesentlichen folgt man dem Offenbacher Höhenweg und kommt an die Löcher heran. Wenn wenig Schnee liegt, sind diese auch gut zu sehen. Man lässt sie rechts liegen und steigt allmählich zum breiten, behäbig ansteigenden Riffelferner. Etwas steiler in Kehren hinauf, an der weiten Kluft links vorbei und links haltend zu einer breiten Gletscherschulter hinauf. Auf ihr wieder links abdrehen, in weitem Bogen am Wurmtaler Joch vorbei und mit Fellen bis kurz vor den Gipfel. Die letzten Meter muss man meist zu Fuß gehen, aber das ist sehr leicht.
Abstieg.
im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Nordosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied1650 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortPlangeroß im Pitztal, 1612 m.
AusgangspunktTalstation der Riffelseebahn in Mandarfen, 1675 m
TourencharakterDie Riffelseehütte ist der ideale Stütz- und Ausgangspunkt für eine ganze Reihe interessanter, aber leider auch sehr langer Skihochtouren zu diversen Gipfeln des Kaunergrats. Die längste dieser Routen führt auf den Wurmtaler Kopf, von dem man großartige Blicke zur Wildspitze und dem zerrissenen Taschachferner hat. Aber sie ist wohl auch die leichteste und am nordostseitigen Riffelferner gibt es bis weit ins Frühjahr hinein Pulverschnee.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1 - 50000, Blatt 43 (Ötztaler Alpen)
VerkehrsanbindungVon Imst durch das Pitztal bis zum Ausgangspunkt; Bushalte- stelle
GastronomieRiffelsee- hütte
Tipps
Anspruchsvolle Route zum Rostizkogel. Wer sich am Wurmtaler Kopf technisch unterfordert fühlt, kann sich den 3394 m hohen Rostizkogel vornehmen. Dieser Berg ist deutlich steiler, höher und auch schwieriger zu erreichen als der Wurmtaler Kopf. Vor allem aber ist das Spaltenrisiko nicht zu unterschätzen. Außerdem muss man das Lawinenrisiko beachten und früh aufbrechen, denn die Hänge sind überwiegend süd- und ostseitig ausgerichtet. Die Route führt vom Riffelsee ins Riffeltal hinein und zu den Katzenköpfen hinauf. Dann geht es am Schneidigen Wandle vorbei und rechts haltend auf den dunklen Seekogel zu. Nahe an die Felswand heran (Vorsicht: Eisschlag, Steinschlag und Lawinen!) und nach links zum Nördlichen Löcherferner, der seinem Namen alle Ehre macht. Zwischen anfänglichen Spalten hindurch und dann immer flacher an den Gipfelaufbau heran. Nur bei optimalen Bedingungen mit Ski zum Gipfel, sonst zu Fuß über den steilen Firndom zum höchsten Punkt. Die Abfahrt verläuft im Wesentlichen auf der Anstiegsroute.
Höchster Punkt
Wurmtaler Kopf, 3225 m
Unterkunft
Riffelsee- hütte
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