Weitalpspitz, 1870 m

Spannende Skitour auf einen wenig bekannten Gipfel in den Ammergauer Alpen. Die Route führt zum Teil durch schonungsbedürftigen Jungwald, auf den man beim Anlegen der Spur und bei der Abfahrt besondere Rücksicht nehmen muss. Aufstieg und Abfahrt fallen recht forsch aus, verlangen gute Kondition und einen Skifahrer, der seine Brettel einwandfrei beherrscht. Die Hänge über der Waldgrenze eignen sich nur für stabile Schneeverhältnisse. Die mögliche Abfahrt über das Hintereck soll man auf Bitten des Alpenvereins meiden.
Lawinengefahr: mittel (Variante extrem gefährdet: Steilabfahrt vom Weitalpjoch) (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
795 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Von der Ammerwaldalm etwa einen Kilometer auf der Autostraße gegen Osten, bis nach links ein Fahrweg abzweigt. Auf ihm gering ansteigend nach Nordosten durch den Wald. Wo die Straße vor dem Fischbach eine enge Linkskehre beschreibt nach Norden abbiegen und der grünen Alpenvereins-Skiroutenmarkierung folgend anfangs weiter gegen Norden, später Nordwesten durch dichten Hochwald in Richtung Vordereck. Langsam lichtet sich der Wald und man kommt auf einem Höhenrücken ziemlich steil weiter. Die Route führt an der kleinen Weitalmhütte (1694 m) vorbei, dann im Latschenkrummholz am Kammverlauf (Gefahr von Wechten), bis schließlich am höchsten Punkt das Gedenkkreuz für ein Lawinenopfer aus dem Jahr 1995 erreicht ist.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Die Abfahrt über das Hintereck bitte meiden.

Exposition - Südosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied795 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAmmerwaldalm (1079 m)
EndpunktAmmerwaldalm (1079 m)
TourencharakterViel Besuch bekommt der Weitalpspitz nicht. Dafür ist die südostseitige Tour im Wald zu hackelig und der Schnee oft zu schlecht, denn die Sonne leistet meist kräftige Arbeit. Außerdem muss man am Gipfelrücken recht sicher auf dem Ski stehen, denn dort geht es – je nach Schneesituation – bisweilen etwas luftig zu. Wer jedoch das Glück hat, guten Pulverschnee zu erwischen, wird ins Schwelgen kommen, denn an landschaftlicher Großartigkeit ist das Gipfelerlebnis kaum zu überbieten.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts München 1 - 50000, Blatt Werdenfelser Land
VerkehrsanbindungMit dem Auto ab Ettal durch das Graswangtal oder von Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt
GastronomieHotel Ammerwald oder Ammerwaldhütte
Tipps
Steilabfahrt. Vom Weitalpjoch gibt es eine extrem steile Abfahrtsmöglichkeit über einen stark lawinengefährdeten Osthang zum Weidentalbach. Wer sich diese wirklich zutraut, muss absolut stabile Schneeverhältnisse abwarten (siehe Gedenktafel am Gipfel).
Informationen
Höchster Punkt
Weitalpspitz, 1870 m
Unterkunft
Hotel Ammerwald oder Ammerwaldhütte
Tourismusbüro
Ettal, Tel.: 08822/3534; www.ettal.de
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