Teufelstättkopf, 1758 m

Beim Teufelstättkopf kommt es darauf an, welche Route man wählt. Folgt man dem Fahrweg über das Pürschlinghaus (August-Schuster-Haus), wird man sich – bis auf den Gipfelanstieg – in recht gemütlichem Gelände bewegen. Anders schaut es beim Aufstieg über den Nordrücken oder auf den vielen möglichen Abfahrtsvarianten aus. (Autor: Siegfried Garnweidner)
17 km
920 m
3.00 h

Start am Skilift in Unterammergau

Vom Parkplatz am Skilift unter dem Heiglesberg auf der Rodelbahn gegen Süden hinauf und bei der Verzweigung vor der Brücke über die Kurztallaine rechts abdrehen. In weit ausholenden Kehren etwas steiler hinauf, dann relativ eben nach Westen weiter. Bei der Straßenverzweigung am rechten Straßenast Richtung Kühalm. Knapp unter der Kühalm aus dem Wald heraus und am Jagdhaus vorbei. Dann nach links abdrehen und zu einer breiten Gratschulter hinauf. Über sie gegen Süden deutlich steiler erst im Wald, dann wieder in freiem Gelände und am Punkt »Auf dem Stein« (1579 m) vorbei.

Nach einem steilen Aufschwung wird ein schmaler Grat erreicht. Dort rechts abdrehen und über Latschenbuschwerk gegen Südwesten zu einem felsigen Vorgipfel. Von dort ein paar Meter steil hinab (Ski tragen) und zum Skidepot in der Mulde unter dem Gipfel. Den letzten Steilaufschwung mutig zu Fuß zum Kreuz hinauf.

Drei Möglichkeiten bei der Abfahrt

Die Abfahrt entlang der beschriebenen Aufstiegsroute wäre zwar möglich, doch empfehlenswert ist sie nicht. Schöner sind folgende Varianten.
  • Vom Skidepot nach Süden in den Sattel vor dem Latschenkopf. Dort rechts schwenken und durch die Pulverschneemulde vor dem Laubeneck rasant in den Wald hinab und im steilen Hochwald weiter, bis der – oft schlecht erkennbare – Querweg erreicht wird. Dort rechts abdrehen und in geringem Gegenanstieg zur Kühalm zurück. Ab dort entlang der Aufstiegsroute.
  • Entlang dem Sommerweg nach Südosten in die steilen Wiesen oberhalb des Pürschlinghauses. Dann links abdrehen, durch schütteren Wald gegen Nordosten allmählich in den Plattenberggraben und ab dem Jagdhaus in Langenthal auf der Rodelbahn zurück.
  • Knapp südlich des Skidepots nach Osten sich rechts haltend in einen steilen Hang hinein, am Rande (nur bei sehr sicheren Verhältnissen in) der steilen Mulde gegen Nordosten hinaus und durch den Kurztalgraben, bis die Aufstiegsroute erreicht ist. Auf ihr zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Norden und Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied920 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz beim Steckenberglift (880 m) in Unterammergau
EndpunktParkplatz beim Steckenberglift (880 m) in Unterammergau
TourencharakterAm Teufelstättkopf geben sich Skitourengeher, Winterwanderer, Schneeschuhwanderer und Rodler ein fröhliches Stelldichein. Und alle müssen sie zu Fuß zum Gipfel hinauf, denn die steile Flanke zum Kreuz lässt sich mit Ski nur bei extremer Schneehöhe und das auch nur von den wildesten Brettelschwingern meistern. Es gibt etliche Aufstiegs- und Abfahrtsmöglichkeiten zu diesem beliebten Berg. Am schönsten, wenn auch relativ selten durchgeführt, bleibt nach meinem Geschmack der Aufstieg über Kühalm und Nordrücken und die Abfahrt durch das steile, bisweilen lawinenbedrohte Kar zwischen Teufelstättkopf und Laubeneck.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der B23 über Saulgrub oder über den Ettaler Sattel zum Ausgangspunkt am südwestlichen Ortsrand von Unterammergau. Der Parkplatz neben der Schleifmühlenlaine ist gebührenpflichtig. Bahnverbindung bis Unterammergau; Busverbindung ab Bahnhof Garmisch-Partenkirchen nach Unterammergau
GastronomieAugust-Schuster-Haus am Pürschling
Tipps
Aufstiegsvarianten. Üblicherweise wird der Teufelstättkopf auf der Rodelbahn durch den Plattenberggraben oder etwas nördlich davon durch den Kurztalgraben bestiegen. Auf beiden Varianten kommt man zum August-Schuster-Haus am Pürschling, das auch im Winter zu angenehmer Einkehr lädt. Von dort steigt man nach Nordwesten in den Sattel zwischen Latschenkopf und Teufelstättkopf und geht wegen vieler Felsen meist zu Fuß auf den scharfen Gipfelaufbau zu.
Höchster Punkt
Teufelstättkopf, 1758 m
Unterkunft
August-Schuster-Haus am Pürschling
Tourismusbüro
Unterammergau, Tel.: 08822/6400; www.unterammergau.de
Mehr zum Thema