Stolzenberg (1609 m)

Kurze Piste und steiles, unerschlossenes Tourengelände, teilweise dichter Wald. Zünftige, kurze Skitour im Vorgebirge. Nicht lawinensicher und teilweise steil.
Exposition: Norden / Lawinengefahr: Hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Westende des Parkplatzes (neben dem Bergwachtstützpunkt) zur Piste hinauf und sich links haltend 70 Höhenmeter zur Loipe (Schlepplift-Talstation) abfahren. Dort anfellen und nach rechts weiter. Neben der Loipe über drei Wasserläufe zu den Valeppalmen. Dort rechts abbiegen und auf schmaler Straße links des Bachlaufs anfangs durch dichten Wald, später in freiem Gelände zur Haushamer Alm mäßig steil hinauf. Bei der Skihütte gegen Südosten und über einen Buckel dem markierten Sommerweg folgend in den Wald hinein. Vor den Felsen nach rechts und geradewegs in einer weiten, steilen Lichtung nach Westen auf den Stolzenberg zu. Einfacher und lawinensicherer ist es, dem schmalen Sommerweg zu folgen, der gegen Südosten führt, durch den Wald weist und über breite, aber stellenweise steile Lichtungen von Osten an den Gipfel heranführt. Den Gipfelgrat besteigt man östlich des höchsten Punktes und folgt dem Grat bis zum weitläufigen Waldgipfel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute oder unter der Haushamer Alm links auf die mitunter präparierte Piste abbiegen, die vom Roßkopf herabführt. Über sie zum Bach in der Nähe der Valeppalmen und (mit 70 Höhenmetern Gegenanstieg) zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied660 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee (Südwestende), Parkplatz bei der Stümpflingbahn (1124 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Stolzenberg müsste eigentlich ein klassischer Skiberg sein, der im Repertoire eines jeden gestandenen Skitourengehers seinen Stammplatz hat. Allerdings hat die Tour ein paar kleine Schönheitsfehler, von denen der gravierendste die bei ungünstigen Bedingungen hohe Lawinengefahr ist. Dazu kommt, dass man einen Gegenanstieg von rund 70 Höhenmetern zu überwinden hat und dass es beim Aufstieg im lichten Wald eine unangenehme Steiletappe gibt. Das hält viele davon ab, sich mit dem Stolzenberg auseinander zu setzen. Wenn jedoch die Verhältnisse gut sind, darf sich selbst der Anfänger den Stolzenberg als Tourenziel zutrauen. Angesichts der Kürze der Tour kann man ein paar Widrigkeiten schon in Kauf nehmen, für die man mit einem kleinen Bergabenteuer und einer pfundigen Abfahrt belohnt wird, die meistens mit Pulverschnee garniert ist, weil die steilen Nordhänge von der Wintersonne kaum erwischt werden.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee–Schliersee–Wendelstein)
VerkehrsanbindungOberlandbahn bis Fischhausen-Neuhaus, Bus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto über Schliersee und die Spitzingseestraße zum Ausgangspunkt
Tipps
Übergang zum Rosskopf. Nimmermüde Skiwanderer können vom Stolzenberg zum Roßkopf queren. Dazu folgt man dem Gipfelrücken nach Westen, dreht bald rechts ab, um auf steilem Waldrücken nach Norden abzurutschen. Anschließend in mehrfachem Auf und Ab, immer auf der Grathöhe, im dichten Wald über den Rothkopf (1602 m) und schließlich im freien Schlusshang zum roßkopf hinauf. Von dort auf der Valeppabfahrt zu den Valeppalmen hinab und entlang der Aufstiegsroute zurück. Möglich wäre es auch, auf der Skipiste (mit etlichen Variationsmöglichkeiten) vom Roßkopf in 10 Minuten zum Ausgangspunkt hinunterzuschwingen.
Informationen
Dauer 3 Std. ('2 Std. '1 Std.)
Unterkunft
Hotels in Spitzingsee
Tourismusbüro
Schliersee, Neuhaus/Spitzingsee, Tel.: +49(0)8026/60650; www.schliersee.de
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