Seekofel

Rasanter Anstieg auf einen grandiosen Dolomitengipfel. Lawinengefahr: Im Hochwinter häufig lawinengefährdet, deshalb am besten im Frühjahr. (Autor: Janina und Markus Meier)
Aufstieg.
Vom Parkplatz wandern wir am Hotel am Pragser Wildsee (1490 m) vorbei und (je nach Verhältnissen) über den zugefrorenen See oder am westlichen Ufer zum Südende des Sees. Jetzt beginnt der Anstieg in Richtung der Steilrinne des Nabigen Lochs. Die Rinne ist bald erreicht und erfordert bei harten Verhältnissen eine saubere Aufstiegstechnik (und eventuell Harscheisen). Von den Steilhängen rechts oben ist diese Schlüsselstelle lawinengefährdet, deshalb sind sichere Verhältnisse unbedingt erforderlich. Bald wird das Gelände wieder flacher; wir fahren sogar kurz mit Fellen ab zu einem kleinen, im Winter kaum erkennbaren Bergsee, dem ?Seebel (2026 m).
Kurz danach zweigen wir rechts ab und erreichen über einen kurzen Steilhang eine kleine Einsattelung mit einer dahinter befindlichen Mulde. Diese durchqueren wir. Dabei halten wir zuerst direkt auf den Seekofel zu. Vor den Osthängen biegen wir nach Süden ab und gelangen zur Scharte über der im Winter geschlossenen Seekofelhütte (2327 m). Hier bietet sich erstmals eine wunderschöne Aussicht auf die südlich befindlichen Dolomitengipfel.
Jetzt packen wir die Skier an den Rucksack und stapfen auf dem anfangs noch breiten Grat bergwärts. Der Grat schnürt sich bald zusammen, an dieser Stelle sind Seilsicherungen angebracht. Mit deren Hilfe überwinden wir diese Passage und stehen bald schon am deutlich breiteren Rücken. Wir schnallen wieder unsere Skier an und wandern über den ausgedehnten Rücken zum aussichtsreichen Gipfel des Seekofel (2810 m). Im Osten erblicken wir die Drei-Zinnen, im Süden stehen der Cristallo und die Tofanen, und im Westen reicht der Blick bis zum Peitlerkofel. Beeindruckend ist vor allem der direkte Tiefblick nach Norden zum Pragser Wildsee. Wir sollten aber nicht zu weit nach Norden treten, da der Gipfel häufig überwechtet ist.
Abfahrt.
Die Abfahrt erfolgt am Anstiegsweg. Bei guter Schneelage kann man vorsichtig neben den Seilversicherungen abrutschen. Ist man sich unsicher, trägt man die Skier über den Grat nach unten. Ganz sichere Skifahrer können bei sehr guten Verhältnissen kurz nach den Versicherungen nach Norden in eine Rinne einfahren und über diese die große Mulde unterm Gipfel erreichen. Hier treffen wir wieder auf die Aufstiegsspur.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1350 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortPrags
AusgangspunktPragser Wildsee (1490 m)
EndpunktPragser Wildsee (1490 m)
TourencharakterDer Seekofel zählt sicherlich zu den anspruchsvollsten Skitouren in der Umgebung des Pragser Wildsees. Bei guten Verhältnissen ist der Anstieg durch das Nabige Loch und den Westgrat ein eindrucksvolles Erlebnsi, das einem lange im Gedächtnis bleibt. Vor allem der Westgrat mit seiner Seilsicherung ist nicht zu unterschätzen.
Hinweise
Gehzeit. Pragser Wildsee-Nabiges Loch 2 Std., Nabiges Loch-Scharte (oberhalb Seekofelhütte) 1 Std., Scharte-Seekofel 1.30 Std.
KartentippTabacco Karte 1:25 000, Blatt 03 Cortina d'Ampezzo
VerkehrsanbindungAnfahrt von der Brennerautobahn über Brixen und Buneck.
GastronomieKeine
Höchster Punkt
Seekofel (2810 m)

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