Schinder (Trausnitzberg), 1807 m

Sportliche Frühjahrsskitour, die einwandfreie Kondition erfordert. Bei geringer Schneelage kann es sein, dass man die Ski fast den ganzen Aufstieg tragen muss. Dann empfiehlt sich, durchs Schinderkar aufzusteigen.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf der Straße ein paar Meter gegen Osten und auf der Brücke über die weiße Valepp. Vom Fahrweg kurz gegen Süden hinauf und auf dem Sommerweg weiter. Unter dem Brennereck nach rechts, also gegen Westen, und bei einem Bachgraben wieder nach Süden. Nach einigen Richtungsänderungen den Wald kurz unter der Trausnitzalm verlassen. Von der Alm in weitem Bogen eine Talmulde nach Süden ausgehen und in einer steilen Senke (Vorsicht Lawinengefahr!) in weitem Bogen nach Nordwesten. Schließlich geht es auf einen Rücken. Er schnürt sich zusammen und wird immer steiler, bis er im Gipfel endet.
Abfahrt.
Auf der geschilderten Aufstiegsroute abzufahren lohnt sich auf keinen Fall. Bleibt also nur die ziemlich anspruchsvolle durch das Schinderkar. Dabei wird das erste Stück bis zum Schindertor am aufregendsten. Man muss nämlich erst einmal vom Gipfel durch Latschenbuschwerk (nur bei sehr viel Schnee mit Ski) nach Westen hinab, bis eine nach links abfallende Steilrinne erreicht ist. Durch diese etwas verwegen am Drahtseil hinab, am Querweg rechts halten und in eine Gratsenke am oberen Rand des Schinderkars. Bei sicheren Verhältnissen und guter Schneelage mit Ski in den 45 Grad steilen Hang hinein und links des Schindertors über Felsen in das Kar hinunter, wo der Hang deutlich flacher wird. Ansonsten trägt man die Brettel zum Schindertor und durch die Felsenhöhle hindurch, unter der man anschnallen kann. Versperrt Schnee den Felsentunnel, geht es das steile, aber breite Kar hinab und im Graben weiter. Schließlich wird ein Fahrweg erreicht, der zur Schlagalm und weiter bis zur Fahrstraße führt. Auf ihr zu Fuß durch die Brennerklamm zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Norden und Osten (Schinderkar: Norden)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied980 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Brennerklamm (878 m) kurz vor dem Forsthaus Valepp
EndpunktParkplatz bei der Brennerklamm (878 m) kurz vor dem Forsthaus Valepp
TourencharakterZwei Gipfel hat der Schinder, der übrigens nicht unbedingt seinem Namen Ehre macht. Nur der österreichische Schinder, der korrekt Trausnitzberg heißt, eignet sich als Skigipfel und das auch nur bedingt. Früher konnte man diesen Berg schon im Februar mit Ski besteigen. Das ist heute kaum noch möglich, weil die Fahrstraße vom Spitzingsee in die Valepp für den Autoverkehr gesperrt ist. Die freie Zufahrtsroute von Enterrottach hinauf wird im Winter nur bis zur Monialm geräumt. Das letzte Stück zur Valepp kann deshalb – je nach Schneesituation – erst ab etwa Mitte April befahren werden. Das ist für den Anstieg auf der geschilderten Route ein bisserl spät.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungRVO-Busverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von Enterrottach Richtung Valepp (mautpflichtig) bis zum Ausgangspunkt
Tipps
Tipp. Wer den langen Anstieg über die Trausnitzalm nicht mag, steigt gleich durchs Schinderkar an. So wird die Tour in der Regel durchgeführt. Diese Variante ist deutlich einfacher, als die oben geschilderte Route, wesentlich schneesicherer, aber steil. Zum Schindertor braucht man rund 2 Stunden.
Höchster Punkt
Schinder (Trausnitzberg), 1807 m
Tourismusbüro
Rottach-Egern, Tel.: 08022/6713–41; www.rottach-egern.de
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