Schildenstein, 1613 m, und Platteneck, 1618 m

Beliebte Skitour in der anmutigen Berglandschaft der Bayerischen Voralpen. Viele Wanderer und Schneeschuhgeher in der Aufstiegsspur!
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
19 km
820 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz auf einer Brücke die Weißach queren und der Straße (Rodelbahn) in Kehren im Wesentlichen gegen Süden durch den Wald hinauffolgen, bis das ausgedehnte, etwas abfallende Wiesengelände der Königsalm erreicht ist. Über die weiten Wiesen zur Alm und von dort ein paar Meter unbequem mit den Fellen in den oft extrem kalten Bachgraben abrutschen. Auf einem engen Steg vorsichtig über den Klammbach und gegen Nordosten weite Hänge in Richtung Graseck queren. Dann etwas nach rechts abdrehen und in schütteren Wald hinein. Auf dem langen Rücken über der Graseckwand nach Süden hinauf. Dabei wird es stellenweise etwas eng und bei geringer Schneehöhe auch steinig. Die tiefen Löcher in der Fellspur, die von Winterwanderern stammen, machen den Aufstieg nicht leichter, und wenn die Spur vereist ist, kann es dort durchaus gefährlich werden, weil in den Löchern Harscheisen nicht greifen können. Westlich des Schildenstein-Gipfelaufbaus geht es schließlich in den breiten, fast ebenen, Sattel des Schanzls. Zum Schildenstein nach links weiter, kurz eben dahin und dann immer steiler gegen Norden auf den Gipfel. Normalerweise muss man beizeiten die Ski abstellen, um zu Fuß zum Kreuz anzusteigen. Wer zum Platteneck will, verlässt die viel begangene Route zum Schildenstein im Schanzl nach rechts (gegen Westen) und quert idyllisches Bergwaldgelände. Dabei geht es ein wenig auf und ab zu einem Höhenrücken, von dem man etwa 30 Höhenmeter (mit Fellen) abfahren muss. Aus der weiten Mulde steigt die richtige Route anfangs etwas rechts des Gipfelrückens (also nördlich davon) an und dreht im Latschenbuschwerk links (gegen Süden) ab. Am höchsten, aussichtsreichen Punkt des Höhenzugs lässt man sich zur einsamen Gipfelrast nieder.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute mit einem kurzen Gegenanstieg am Platteneck

Exposition - überwiegend Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied820 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz gegenüber der Winterstube an der B307 (Achenpassstraße). Zielpunkt der Weltmeisterschafts-Naturrodelbahn (826 m)
EndpunktParkplatz gegenüber der Winterstube an der B307 (Achenpassstraße). Zielpunkt der Weltmeisterschafts-Naturrodelbahn (826 m)
TourencharakterAm Schildenstein kann es bei guten Tourenbedingungen zugehen wie auf einem Ameisenhaufen. Dabei lässt sich der Gipfel nur bei außergewöhnlich guten Bedingungen mit Ski besteigen. Normalerweise muss man die Brettel vorher abstellen und zu Fuß die steile Gipfelflanke hinaufkrabbeln. Der Kenner wird schmunzeln, denn gleich neben dem Schildenstein gibt es einen Skiberg, der sich bis obenhin mit Fellen besteigen lässt, der traumhafte Wedelhänge im Programm hat, der aber – leider – einen Gegenanstieg verlangt. Die Rede ist vom Platteneck, das den Schildenstein um ganze 5 Meter überragt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von der A8 Ausfahrt Holzkirchen auf der B318 und der B307 über Gmund, Rottach-Egern und Kreuth zum Ausgangspunkt; Parkplatz südlich der Straße
Tipps
Abfahrtsvariante vom Platteneck für Spezialisten. Nur ausgesprochen versierte, mit dem Gelände vertraute Tourengeher dürfen sich bei sehr hoher, aber sicherer Schneelage auf folgende Variante einlassen: Kurz vor der tiefsten Stelle der Verbindung zwischen Platteneck und Schanzl nach links zwischen quer verlaufenden Felsenbändern gegen Nordwesten hinunterschwingen und auf stellenweise schmalen Bändern in felsigem Gelände zwischen tiefen Gräben steil hinab. Dabei immer etwas mehr auf der rechten Hangseite bleiben und Felsabbrüchen ausweichen. Nicht zu nahe an den linken Graben heran! In lichtem Wald durch steile Mulden und dann in viertelstündigem Gegenanstieg gegen Osten hinauf. Dann wieder nach Nordwesten hinab und in der Nähe eines Bachgrabens steil zur Aufstiegsroute hinab, die kurz vor der Königsalm erreicht wird. Bei der folgenden Talabfahrt kann man die Straße am Punkt 1022m nach rechts verlassen und durch steilen Hochwald nach Norden abfahren. Dann wieder ein Stück auf der Straße talaus und beim Starthäuschen der Rodelbahn die Straße nach links verlassend durch steile Gräben ins Tal zurück.
Informationen
Höchster Punkt
Platteneck, 1618 m
Tourismusbüro
Kreuth, Tel.: 08029/1819; www.kreuth.de
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