Röthenstein, 1703 m

Selten durchgeführte, enorm steile und relativ kurze Skitour für Individualisten.
Lawinengefahr: sehr hoch! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz bei der Hufnagelstube (noch unterhalb der Monialm) auf der Forststraße kurz nach Süden hinauf, dann scharf rechts abdrehen und sehr gering ansteigend gegen Westen dahin. Bei der Verzweigung rechts weiter, an der Siebli-Winterstube vorbei und neben dem Schiffbach moderat ansteigend in der gleichen Richtung weiter, bis sich die Straße unmittelbar vor der Rottachalm verzweigt. Dort links hinauf, den Bach queren und sogleich an der Straßengabelung rechts weiter. Recht flach nach Südwesten weiter, aus dem Wald heraus, an der Röthensteinalm vorbei und über die weiten Flächen bis unmittelbar vor einen Waldgürtel. Dort links abdrehen und durch die steile Hangmulde in vielen Spitzkehren hinauf. Oberhalb des auf der rechten Hangseite ansteigenden Felsenriegels nach rechts in den Wald ausweichen und wieder nach links zum höchsten Punkt hinüber.
Abfahrt.
Möglich entlang der Aufstiegsroute. Lohnend, aber nur absolut sicheren Skifahrern zu empfehlen: vom Verbindungsgrat zwischen Röthenstein und Blankenstein nach Osten hinab. Die ersten Meter muss man meist über eine Wächte und dann in eine gut 30 Grad steile Mulde hinein. Sogleich links halten, damit man heil an einem Felsenriegel vorbeikommt, der von oben nicht zu erkennen ist. Dann durch die Mulde unter dem felsigen Blankenstein flott hinunter. Links gibt es oft Sonne und Firn, aber Lawinen, rechts an den Felsen im Schatten eher Pulverschnee. Schließlich fährt man zur malerischen Blankensteinalm hinaus. Dann am Fahrweg links halten, etwas aufwärts und eben zur Aufstiegroute zurück. Auf ihr zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Nordwesten, Osten und Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied750 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHufnagelstube (950 m) unterhalb der Monialm
EndpunktHufnagelstube (950 m) unterhalb der Monialm
TourencharakterDie Tour ist von einem langen, einfachen Anstieg auf monotonen Forststraßen geprägt, die von einem 300-Meter-Steilhang abgelöst werden. Es gibt Abfahrtsvarianten, die im Einzelnen näher vorgestellt werden. Sie sind alle grimmig steil und von Lawinen bedroht.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungRVO-Busverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto ab Rottach-Egern nach Enterrottach und auf der Mautstraße zum Ausgangs- und Endpunkt
Tipps
Zum Blankensteinsattel. Sollte sich am Einstieg in den Steilhang hinter der Röthensteinalm herausstellen, dass die Lawinensituation zu brenzlig ist, geht man durch den Waldgürtel nach Süden weiter und dann nach links zum Blankensteinsattel hinauf. Von dort erreicht man über schöne felsdurchsetzte Hänge den Riederecksee, ehe nach einem kurzen Gegenanstieg der Riederecksattel erreicht wird. Von dort über die Sieblialm (wie beschrieben) zum Ausgangspunkt zurück.
Höchster Punkt
Röthenstein, 1703 m
Tourismusbüro
Rottach-Egern, Tel.: 08022/671341; www.rottach-egern.de
Tags: 
Mehr zum Thema