Rechelkopf, 1330 m

Weitgehend einsame Skitour, die überwiegend im Wald verläuft und deshalb auch für Schlechtwettertage oder ungünstige Lawinensituation geeignet ist. In Gipfelnähe finden sich allerdings sehr schöne, freie Hänge, die man nach Bedarf auch mehrmals hinaufsteigen und herunterflitzen kann.
Lawinengefahr: gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
22 km
650 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz beim Sperrschild östlich von Lehen auf dem Sommerweg nach Osten zum Waldrand und auf einem schmalen Fahrweg relativ steil den Berg hinauf. Bei der Verzweigung links weiter, um dem Sommerweg gegen Nordosten, anfangs im Wald, später durch eine Lichtung zu folgen. Schließlich wird eine Hütte erreicht, bei der die Route rechts schwenkt. Nun gegen Süden weiter und zu einem Wanderweg, der von rechts (Westen) heraufkommt. Dort links abdrehen und unbequem und steil im dichten Wald weiter, bis nach einem Rechtsschwenk ein breiter Fahrweg erreicht wird. Jetzt auf der Straße zur Schwaigeralm weiter oder auf dem Sommerweg noch ein Stück in südöstlicher Richtung zur Straße und der weiten Lichtung der Schwaigeralm. Von der Alm an der kleinen, idyllischen Holzkapelle vorbei und über die Lichtung nach Osten zum Waldrand. Der Bergpfad steigt im Hochwald in der gleichen Richtung weiter an, dreht unter dem Sulzkopf ein wenig nach rechts ab und führt geradewegs zur Gipfelkuppe des Rechelkopfs.
Abfahrt.
Bis zur Schwaigeralm in jedem Fall entlang der Aufstiegsroute. Wenn der Schnee nicht besonders hoch liegt, sollte man ab der Schwaigeralm auf dem langen Fahrweg nach Norden hinausrutschen und auf der Straße am Rande der Hochfilzen nach Südwesten zum Ausgangspunkt zurückschieben.

Exposition - Norden und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied650 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz (680 m) östlich von Lehen
EndpunktWanderparkplatz (680 m) östlich von Lehen
TourencharakterDer Rechelkopf, ein unbedeutender Voralpenmugel, wird selbst im Winter oft von Wanderern besucht. Vier Skirouten gibt es auf den unscheinbaren Waldgipfel und alle haben ihre Reize. Die lohnendste Route ist hier ausführlich beschrieben, die anderen werden im Tipp vorgestellt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
VerkehrsanbindungOberlandbahn, Haltepunkt Gaißach-Mühle; mit dem Auto von Bad Tölz auf der Kreisstraße TÖL16 Richtung Lenggries und auf Nebenstraßen zum Ausgangspunkt
Tipps
Varianten für Spezialisten. Möglich ist auch ein Anstieg über den Sonntraten. Zum Rechelkopf: Sollte jemand mit dem Sonntraten nicht ausgelastet sein, kann er gut durch den Wald nach Norden zur Schwaigeralm weiterspuren und von dort noch den Rechelkopf in Angriff nehmen. Allerdings ist dieser schöne Hang nur selten vom Schnee verwöhnt, und der weitere Anstieg zum Rechelkopf verläuft durch dichten, für Skifahrer wenig interessanten Wald. Eine spannende Variante für Aufstieg und Abfahrt beginnt in Greilling. Von dort kann man auf Fahrwegen ziemlich eben zur alten Liftschneise auf dem Vorberg hinübergehen und durch sie aufsteigen. Im dichten Wald nun auf Wanderpfaden und gelegentlich auch Forststraßen nach Süden hinauf, am Sulzkopf vorbei und zum Rechelkopf hinüber. Beliebt ist auch der monotone Anstieg von Marienstein auf der langen Forststraße zur Sigrizalm. Ein paar nette Skivarianten findet der nimmermüde Tourengeher, wenn er vom Rechelkopfgipfel über pfundige, freie Hänge zur Sigrizalm abfährt, eventuell von dort noch zum 1280 Meter hohen Mitterberg aufsteigt und über die schönen Nordhänge abfährt, um am Waldrand sich links haltend zur Sigrizalm und zum Rechelkopf weiterzugehen.
Höchster Punkt
Rechelkopf, 1330 m
Tourismusbüro
Gaißach, Tel.: 08041/1889; www.gaissach.de
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