Naviser Kreuzjöchl, 2536 m

Schöne, aber anstrengende und im Gipfelbereich anspruchsvolle Genussskitour. Über der Stöcklalm besteht nach kräftigen Schneefällen erhebliches Lawinenrisiko.
Lawinengefahr: mittel/hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz am Ausgangspunkt geht es auf markiertem Fahrweg unter den Gallenschrofen nach Nordosten hinauf. Wer sich auskennt oder eine alte Spur findet, kann in der Nähe des Schranzbergs von der Straße weggehen und am Sommerweg durch den Wald zur Naviser Hütte abkürzen. Damit spart man sich einen weiten, etwas monotonen Straßenschlenker. Von der ganzjährig geöffneten Naviser Hütte spaziert man am Fahrweg zur Jausenstation Stöcklalm weiter und nach Süden über freie Almhänge zu einem steilen Bergrücken unter dem Weirichegg. Am Höhenrücken dreht die Spur scharf links ab und führt sehr steil nach Osten bergan. Im weiteren Verlauf flacht der Hang spürbar ab und man geht am Rücken zu dessen höchster Stelle hinauf. Das ist in der Nähe des Kotierungspunktes 2361 Meter. Dann geht es ein wenig abwärts und der Grat schnürt sich sehr eng zusammen. Etwas schwindelfrei muss man nun sein, denn der Gipfelanstieg zum Kreuz des Naviser Kreuzjöchls wird ein wenig ausgesetzt.
Abfahrt.
Zur Abfahrt bieten sich mehrere Varianten an. Eine verwegene verläuft vom Gipfel nach Norden durch die Knappenkuchl, zur Klammalm und am Fahrweg den Klammbach entlang. Eine andere, ebenfalls anspruchsvolle Abfahrtsalternative führt vom Gipfel auch nach Norden hinab und neben dem Innergriff (Lawinengefahr) zu Poltenalm und Naviser Hütte. Am einfachsten aber ist es, zunächst entlang der Aufstiegsspur auf die Graterhebung westlich des Gipfels zu steigen, dort ein paar Schwünge nach rechts zu fahren und geradewegs zu einem Kreuz hinabzuwedeln. Unter dem Kreuz wieder rechts und in der steilen Hangmulde nördlich der Aufstiegsspur zur Naviser Hütte hinab. Ab der Hütte entlang der Aufstiegsroute nach Navis zurück.

Exposition - Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNavis, 1337 m.Navis Häuserer, 1365 m
TourencharakterZu den leichtesten Skitouren des Naviser Tals gehört das Naviser Kreuzjöchl nicht. Und doch ist es ein Ziel, das wegen seiner rassigen Hänge Kenner und Könner anlockt. Insgesamt aber kann man diese Tourenarena noch als ruhig bezeichnen, und das gilt für die meisten Skitouren über dem Naviser Tal. Neben den flotten Wedelhängen reizt auf dieser Unternehmung auch eine weite Rundumschau, in der besonders der benachbarte Olperer glänzt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1 - 50000, Blatt 36 (Innsbruck – Brenner)
Verkehrsanbindungvon Matrei am Brenner durch das Navistal bis zum Ausgangspunkt am Ende der befahrbaren Autostraße; Linienbus ab Bahnhof Matrei a.Br.
GastronomieNaviser Hütte, 1767 m
Tipps
Weitere Naviser Skitouren. Das Navistal bietet neben dem Kreuzjöchl noch etliche pfundige Skitourenberge für jedermanns Geschmack. Dazu gehört die spannende und von Lawinen bedrohte Tour von Navis über die Stippleralm zum Kreuz, das etwas unter der 2602 m hohen Schafseitenspitze steht. Deutlich harmloser geht es am Pfoner Kreuzjöchl, 2640 m, zu. Zu ihm steigt man vom Wanderparkplatz Grün gegen Nordwesten zu einem Wetterkreuz auf 2148 m an und in der gleichen Richtung über wenig aufregendes Skitourengelände bis zum Kamm zwischen dem Punkt 2606 m und dem Gipfel. Dort links und zum höchsten Punkt hinauf.
Höchster Punkt
Naviser Kreuzjöchl, 2536 m
Unterkunft
Naviser Hütte, 1767 m
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