Kuhscheibe, 3188 m

Aussichtsreiche, aber – als Tagestour – enorm lange und Kondition fordernde Skihochtour.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
22 km
1620 m
8.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Für die Winnebachseehütte und die Amberger Hütte ist am östlichen Ortsrand von Gries ein riesiger Parkplatz eingerichtet. Von ihm schiebt (oder trägt) man die Brettel auf der Straße nach Südosten ins Sulztal hinein. Nach etwa einer Stunde geht es an der Sulztalalm, 1898 Meter, und nach einer weiteren Stunde an der Amberger Hütte, 2136 Meter, vorbei. Dort weht dem Skibergsteiger ein etwas strenger Duft um die Nase. Das kommt nicht etwa von mangelhaft gewarteten Sanitäranlagen auf der Hütte. Verantwortlich für den strengen Geruch ist der Schwefelsee neben der Hütte, in dem sich nach faulen Eiern riechendes, warmes Wasser sammelt. Selbst im strengsten Winter friert dieser See kaum ein. Knapp einen Kilometer weit muss man nun die Ski fast eben nach Norden durch das breite Tal »In der Sulze« schieben, ehe auf der Höhe von 2155 Meter, unter dem Jägerstein, nach rechts der Anstieg ins Roßkar abzweigt. Dort geht es auf der Tour erstmals zur Sache. Denn die steile Westrinne verlangt neben guter Kondition auch stabile Verhältnisse. Weiter oben, im Roßkar, flacht der Anstieg etwas ab und dreht ein wenig nach links, um gegen Süden anzusteigen und neben dem Roten Kogel auf den abschmelzenden Roßkarferner zu führen. Am Gletscherrest zwischendurch steiler, dann wieder flacher nach Südosten hinauf und an den steilen Gipfelaufschwung heran. Dort meist Skidepot und die letzten Meter zu Fuß zum höchsten Punkt hinauf.
Abstieg.
im Wesentlichen entlang der Aufstiegsroute

Exposition - Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied1620 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGries bei Längenfeld, 1569 m, Parkplatz am Eingang ins Sulztal, 1569 m
TourencharakterRund um die Amberger Hütte baut sich eine Reihe von Skitourengipfeln auf. Der markanteste und höchste davon ist der Schrankogel, dem mit 3497 Meter immerhin das Prädikat des zweithöchsten Gipfels der Stubaier Alpen gebührt. An einem Tag ist er mit Ski kaum zu schaffen. Das gilt auch für den ebenfalls beliebten Windacher Daunkogel, 3348 Meter. Die Kuhscheibe, mit 3188 Meter deutlich niedriger, aber nicht minder schön, lässt sich mit bester Kondition und enormer Ausdauer an einem Tag bewältigen, wenn man nicht auf der Hütte übernachten will. Kommt man früh im Jahr, was dort etwa April bedeutet, kann man auf den weiten Nordhängen noch mit Pulverschnee vom Feinsten rechnen, doch sicher ist das nicht.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 83 (Stubaier Alpen – Serleskamm)
Verkehrsanbindungvon Längenfeld im Ötztal mit Bus oder Pkw auf gut ausgebauter, aber sehr kurvenreicher Bergstraße zum Ausgangspunkt
GastronomieAmberger Hütte, 2136 m
Tipps
Über die Winnebachseehütte. Vom Talort Gries könnte man durch das von Lawinen stark bedrohte Winnebachtal zur Winnebachseehütte ansteigen. Von dort gibt es im Frühjahr (bis Mitte Mai) ebenfalls eine Fülle besonders lohnender Skitouren. Dazu gehören der Breite Grieskogel, 3287 m, der Längentaler Weiße Kogel, 3217 m, und über den Bachfallenferner der Kleine Gaißlehnkogel (oder Murmenteler), 3145 m.
Höchster Punkt
Kuhscheibe, 3188 m
Unterkunft
Amberger Hütte, 2136 m
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