Jägerkamp, 1746 m

Die kurze, abwechslungsreiche Schraube um die Schönfeldalmen im Skigebiet der Taubensteinbahn ist eine skifahrerisch lohnende Einstiegstour ohne Zustiegsmühen. Im unteren Bereich Piste, oben lockt gute Skifahrer eine steile Abfahrtsvariante.
Exposition: West, Südwest / Lawinengefahr: gering bis mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
8 km
830 m
2.00 h
Ostwärts auf der Piste durch Wald hinauf, ein schlauch-artiges Flachstück weiter und in eine Senke. Leicht links haltend und etwas ansteigend zu einem meist geräumten Fahrweg und auf diesem kurz nordwärts Richtung (Unterer) Schönfeldalm durch ein Waldstück. Im offenen Gelände dahinter rechts und über eine Piste und durch eine Mulde nordostwärts hinauf, zum Schluss in einem Linksbogen zur Schnittlauchmoosalm (1620 m). Rechts eines felsigen Sporns kurz nordwestwärts aufwärts bis zu einem Sattel und dahinter links haltend unterm Benzingspitz (1735 m) kaum ansteigend zum niedrigsten Punkt eines Kamms queren. Westwärts über diesen aufsteigen zum Jägerkamp. Abstieg - Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied830 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortSchliersee (784 m)
AusgangspunktParkplatz der Tauben-steinbahn (außerhalb Betriebszeit) bzw. rechts an der Straße (bei Liftbetrieb; kostenpflichtig; ca. 1090 m)
TourencharakterJeder Skitourengeher aus München und Umgebung muss einmal im Leben (wenn nicht einmal im Jahr) die Rotwandumrundung, kurz Rotwandreibn, gemacht haben. Als Einstimmung bietet sich da die aussichtsreiche Umrundung der im Schnee versunkenen Schönfeldalmen an – eine der wenigen leichten von vielen meist steilen Skirouten im Rotwandgebiet. Zusammen mit anderen Liebhabern von Spritztouren geht es durch die idyllische Senke der Schnittlauchmoosalm auf den zum Jägerkamp führenden Kamm. Über den dicht besiedelten Tälern der Voralpen im Norden, dem von Liften und Pisten umschlossenen Spitzingsee im Westen und im Angesicht der weißen Karwannen von Schinder und Sonnenwendjoch im Süden erreicht man den abschließenden Gipfelbuckel. Gegenüber lassen die Nordflanken der Rotwand und des einen Meter niedrigeren Hochmiesing das Herz eines jeden Skifahrers höher schlagen – und das eines noch un-erfahrenen Einsteigers in die Hose rutschen. Auf dem früher einsamen Gipfel ist jetzt mehr los: Im Rahmen des DAV-Projekts »Skibergsteigen umweltfreundlich« wurde das Mangfallgebirge als eine der ersten Gebirgsgruppen Deutschlands auf die Naturverträglichkeit (sprich Wildstörungen) populärer Skirouten durchleuchtet. Seitdem empfiehlt der Alpenverein, den Kammbereich der Benzingspitze östlich des Jägerkamps nicht zu berühren, da hier Raufußhühner aufgestört werden können. Grüne Pfeile weisen die empfohlene Aufstiegsroute aus. Ebenso sollte man die südseitige Rücken-abfahrt zum Wilden Fräulein bleiben lassen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Mangfallgebirge; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 8, Tegernsee-Schliersee
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf der A8 bis Ausfahrt Weyarn und über Miesbach Richtung Bayrischzell. Über Schliersee zum Ortsteil Neuhaus und dahinter rechts ab zum Spitzingsee ÖV: Mit der Bahn von München Richtung Bayrischzell bis Schliersee und mit dem Bus Richtung Spitzingsee bis zur Taubensteinbahn
GastronomieSchönfeldhütte (1410 m), DAV S. Bergbund, gj. bew., 42 Schlafplätze, Tel. (0049)(0)8026/7496
Informationen
Variante (über 35°, mäßige bis hohe Lawinengefahr!). Zurück bis zum Sattel am Sporn, südwestwärts steil abfahren zur Oberen Schönfeldalm und links haltend auf das Plateau mit dem Hüttendorf der Unteren Schönfeldalm (bewirtete Schönfeldhütte, 1410 m). Von dieser westwärts anfangs eben bis leicht ansteigend zum breiten Südrücken der Wilden Frau und westwärts hinab zur Piste. Auf dieser, am besten unter der Gondeltrasse abkürzend, zum Parkplatz.
Höchster Punkt
Jägerkamp, 1746 m
Unterkunft
Schönfeldhütte (1410 m), DAV S. Bergbund, gj. bew., 42 Schlafplätze, Tel. (0049)(0)8026/7496
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