Hoher Fricken, 1940 m

Lange und anstrengende, aber landschaftlich sehr schöne Skitour mit etlichen Variationsmöglichkeiten. Die steile Anstiegsstrecke erfordert viele Spitzkehren und deshalb eine solide Aufstiegstechnik. Wenn sie nicht gespurt ist, muss man auch ein gehöriges Maß an Orientierungsgabe mitbringen. Alle Abfahrtsvarianten sind steil, verlangen einen guten Skifahrer und ebenfalls sichere Orientierungsgabe. Wegen des Lawinenrisikos darf die Tour nur bei stabilen Verhältnissen durchgeführt werden. Gefahr von Wechten am Gipfelgrat!
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom obersten Parkplatz der Straße, die von der Talstation der Wankbahn gegen Osten ansteigt, gleich neben dem Wasserbehälter auf der oberen Straße gegen Norden in den Wald hinein. Lange zieht sich der meist geräumte Fahrweg relativ flach in dieser Richtung dahin, schwingt sich zwischendurch etwas auf, führt an der Daxkapelle vorbei und dreht in einer längeren Steilstufe nach rechts gegen Osten ab. Bei der Frauenmahd flacht er deutlich ab und führt eben weiter. Nach rechts zweigt an beschilderter Stelle der Anstieg zum Wank ab, und etwa 100 Entfernungsmeter weiter knickt – ebenfalls beschildert – nach links der Anstieg zum Fricken ab. Auf dem Sommerweg in moderater Steigung gegen Nordosten weiter, durch ein paar Waldgräben und nördlich der Esterbergalm links abdrehen. In vielen engen Spitzkehren ziemlich steil nach Nordwesten hinauf, bis schließlich der lange Südgrat des Hohen Fricken erreicht ist. Über ihn zum Kreuz und weiter zum Gipfel.
Abfahrt.
Möglich entlang der Aufstiegsroute. Meist wird man jedoch über den Grat gegen Osten weiterrutschen und vor einer unbedeutenden Graterhebung rechts abdrehen, um am schütter bewaldeten Südrücken abzufahren. An geeigneter Stelle nach links auf einen breiten, mäßig steilen Rücken abdrehen und nach Osten zum Wald hinab. Durch ihn gegen Südosten hinunter zur Fahrstraße, die in der Nähe der Hinteren Esterbergalm erreicht wird. Auf dem Fahrweg an der Esterbergalm vorbei und – schiebend – etwas aufwärts, bis die Aufstiegsroute erreicht ist. Auf ihr (oder auf der Skipiste gleich daneben) ins Tal zurück.

Exposition - Westen, Süden und Osten /

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Talstation der Wankbahn (740 m) in Partenkirchen
EndpunktParkplatz bei der Talstation der Wankbahn (740 m) in Partenkirchen
TourencharakterDer dem Hohen Fricken benachbarte Wank (siehe Tour Wank) hat als Skitourengipfel eine Renaissance erlebt, seit die Wankbahn im Winter kaum mehr in Betrieb ist. Deutlich ruhiger und auch wesentlich anspruchsvoller geht es am Hohen Fricken zu, der ein Skitourenziel für Kenner und Könner bleibt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet)
VerkehrsanbindungMit der Bahn nach Garmisch-Partenkirchen und zu Fuß oder mit dem Bus zum Ausgangspunkt; mit dem Auto auf der A95 (München – Garmisch-Partenkirchen) bis Eschenlohe und auf der B2 nach Partenkirchen und über die Zufahrtsstraße zur Talstation der Wankbahn bzw. bis zum Wasserbehälter
GastronomieEsterbergalm (1264 m)
Tipps
Steilabfahrt mit Lawinenrisiko. Besonders schön ist die Abfahrt direkt vom Gipfel über die enorm steilen Südosthänge, die aber nur bei sehr sicherem Schnee, am besten bei stabilem Firn befahren werden dürfen. Leider reicht die Schneedecke für die meist südseitigen Hänge am Fricken oft nicht aus.
Informationen
Höchster Punkt
Hoher Fricken, 1940 m
Unterkunft
Esterbergalm (1264 m)
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen, Tel.: 08821/1807–00; www.garmisch-partenkirchen.de
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