Hochfelln (1664 m)

Steile Pisten und eine Tourenabfahrt, kaum Wald. Landschaftlich sehr schöne und aussichtsreiche Skitour auf überwiegend kalten Schattenhängen. Eine Lawinenkontrolle findet nur bei Pistenskibetrieb statt. Außerhalb dieser Zeiten muss man auf die teilweise erhebliche Lawinengefahr selber achten! Steil und anstrengend. Bei eingefahrener und harter Piste nur für sichere Aufsteiger geeignet (Harscheisen!). Am schönsten ist die Tour, wenn die Lifte nicht in Betrieb sind. Da die Aufstiegsspuren in den Pistenhängen meist viel zu steil angelegt werden, bleibt dem, der lieber etwas flacher und in Kehren ansteigt, oft nichts anderes übrig, als selbst eine Spur anzulegen.
Exposition: Norden / Lawinengefahr: Bei Liftbetrieb gering, ansonsten mitunter erheblich (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz unter dem Gasthaus Kohlstadt nach Osten in den Wald und auf dem Sommerweg über zwei Brücken zum Gasthaus hinüber. Dort in eine freie Lichtung und nach rechts auf den Pistenhang abdrehen. Der Skihang wird nach rund 10 Minuten Aufstiegszeit von einem Fahrweg gequert und schwingt sich gegen Südosten ziemlich forsch auf. Im weiteren Verlauf flacht er etwas ab, und auf der Höhe von etwa 1050 Metern führt noch einmal ein Fahrweg in die Piste hinein. Nun über die Farnböden hinauf. Auf der Höhe von rund 1100 Meter schnürt sich die breite Waldschneise zusammen; dort flacht der Hang auf etwa 30 Entfernungsmeter deutlich ab, ehe er sich rechts abdrehend wieder stramm aufschwingt. Unter einem kreuzgeschmückten Felsenköpfel in Spitzkehren gegen Süden hinauf und vor den Steilhängen bei der Tröpflwand (mit schönen Ausblicken auf den Chiemsee) nach links abdrehen. Deutlich flacher gegen Südosten weiter zu den Bergstationen der Skilifte. Dort sich etwas rechts haltend durch einen felsigen Engpass und auf der Höhe von etwas über 1300 Meter in eine eindrucksvolle Felsenlandschaft. Die Route führt unter der Gondelbahn durch, folgt gegen Osten einem Straßenverlauf und steigt neben den Seilbahnkabeln auf der Skipiste nach Südwesten steil an. Oben dreht die Skiabfahrt weiter nach links ab, schwingt sich noch steiler auf und führt über eine Geländerippe. Dort rechts halten und auf breiten, freien, mäßig ansteigenden Hängen zur Gipfelkapelle hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied945 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergen, Kohlstadt (723 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterStramme Anstiege und Abfahrten kennzeichnen diese Tour im Pistenbereich, die vor allem vor dem Saisonstart sehr beliebt ist.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 14 (Berchtesgadener Land–Chiemgauer Alpen)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Traunstein nur bis Bergen; mit dem Auto von der A 8 (Ausfahrt Bergen) durch Bergen nach Süden zum Ausgangspunkt
GastronomieGasthaus Kohlstadt (Mittwoch Ruhetag) am Ausgangspunkt, Hochfellnhaus auf dem Gipfel
Tipps
Vorher mit dem Lift. Um böse Überraschungen zu vermeiden: Wenn sich Anfänger die Tour auf den Hochfelln zutrauen, sollten diese das Gelände mit Hilfe des Skilifts erst einmal erkunden, damit sie vor möglichen Problemen weitgehend gefeit sind.
Informationen
Dauer - 3.30 Std. ('2.45 Std. '0.45 Std.)
Unterkunft
Hochfellnhaus auf dem Gipfel
Tourismusbüro
Bergen, Tel.: +49(0)8662/8321; www.bergen-chiemgau.de
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