Hirschhörnlkopf, 1514 m

Trotz relativ geringen Höhenunterschieds anstrengend, denn der Weg ist weit und man muss selber eine Spur anlegen. Die Abfahrt am langen Westrücken des Hirschhörnlkopfs verläuft in lichtem Wald. Dafür muss man die Ski zuverlässig beherrschen.
Lawinengefahr: sehr gering (Autor: Siegfried Garnweidner)
12 km
725 m
5.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz beim Schützenhaus in Jachenau auf dem Fahrweg nach Nordwesten, am Eislaufplatz vorbei und kaum ansteigend am Waldrand weiter. Bevor die Straße in den Wald hineinführt, kommt man neben einem Wegkreuz zur Brücke über die Kleine Laine. Dort rechts weiter und bei der Abzweigung gleich dahinter geradeaus. Nach etwa einer Dreiviertelstunde Anstiegszeit stößt man in einer Lichtung zur Wildfütterung. Man verlässt die Lichtung auf einem Ziehweg gegen Nordwesten und steigt im Wald nun deutlich steiler an. Bei der Wegverzweigung auf rund 1000 Metern Höhe geradeaus weiter. Der breite Bergweg quert moderat ansteigend den steilen Wald über der tief eingeschnittenen Schlucht der Kleinen Laine und des Kotbachs. Schließlich wird auf etwa 1050 Metern Höhe wieder ein Sträßchen erreicht, das ein wenig abfällt und kurz vor dem Kotbach auf eine Forststraße stößt. Dort links abdrehen, auf der Brücke über den Bach und in geringem Anstieg zur breiten Kotalmstraße hinauf. Auf sie rechts abbiegen und – anfangs fast eben – zur Kotalm weiter. Nun nicht dem beschilderten Sommerweg zum Hirschhörnlkopf folgen, sondern rund 100 Entfernungsmeter hinter der Almhütte nach rechts in eine Waldlichtung abzweigen und zum langen Westrücken hinauf. In wechselnder Steigung, unter dem Gipfel ein längeres Stück eben und zuletzt steil, zum Gipfelkreuz hinauf.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Wenn für die Abfahrt neben der Kleinen Laine zu wenig oder zu viel Schnee liegt, folgt man der langen Forststraße, die südlich der Aufstiegsroute verläuft. Allerdings hat sie auch längere Flachstücke und einige kurze Gegenanstiege zu bieten. Das kostet Zeit und Kraft.

Exposition - Südosten und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied725 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Schießstätte (790 m) in Jachenau
EndpunktParkplatz bei der Schießstätte (790 m) in Jachenau
TourencharakterAls ich im Januar bei geringer Schneelage zum ersten Mal auf dem Hirschhörnl war, traf ich auf dem Gipfel einen Jachenauer, der mir erzählte, dass er seit 20 Jahren jede Woche mindestens einmal zu Fuß auf den Hirschhörnlkopf steigt, und dass ich in dieser langen Zeit jetzt immerhin der zweite Skitourengeher wäre, den er am Gipfel träfe. Ein anderes Mal hatte es viel geschneit und die Lawinengefahr war sehr hoch. Doch meine Bergkameraden wollten eine Tour unternehmen. Da fiel mir das Hirschhörnl ein. Wir sind damals zu zehnt ausgerückt und waren wegen der harten Spurarbeit am Gipfel schon fix und fertig. Dass wir durch den grundlosen Tiefschnee auch talwärts die Ski noch schieben mussten, war damals nicht eingeplant...
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Lenggries nach Jachenau; mit dem Auto von Lenggries über Wegscheid bis Jachenau
GastronomieGasthäuser in Jachenau
Tipps
Für hohe Schneelage. Wenn viel Schnee liegt, ist die oben geschilderte Anstiegsroute nicht empfehlenswert, dann ist sie in ein paar steilen Hangreissen einigermaßen riskant, denn man könnte abrutschen und in die Bachschlucht fallen. In diesem Fall also nicht oberhalb der Kleinen Laine ansteigen, sondern auf dem langen, langsam ansteigenden Fahrweg Richtung Jochberg weiter und bei der Abzweigung in 1040 Metern Höhe nach rechts zur Kotalm.
Höchster Punkt
Hirschhörnlkopf, 1514 m
Unterkunft
Gasthäuser in Jachenau
Tourismusbüro
Jachenau, Tel.: 08043/9581; www.jachenau.de
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