Hirschfäng, 1905 m

Diese Tour – anfangs in dichtem Wald, dann auf freien, steilen Hängen – verlangt etwas Erfahrung. Das gilt besonders, wenn noch keine zuverlässige Spur vorhanden ist, denn dann heißt es gut aufpassen, dass man am streckenweise etwas schmalen Grat nicht zu nahe an die Steilabbrüche herankommt. Die Hänge am Gipfel können stark von Lawinen bedroht sein, aber sie lassen sich umgehen. Auch die Abfahrt fordert einen versierten Brettelschwinger, denn sie wird zwischendurch sehr steil.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
830 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom großen Parkplatz des Tagungshotels Ammerwald am Sträßchen nach Nordwesten und zum Jagdhaus an der Staatsgrenze. Dort nach links auf den Schützensteig, der in Kehren lange durch den Wald ansteigt. Schließlich mündet er in einen weiten Wiesensattel auf der Höhe von 1431 Meter. Dort links schwenken und durch schönen, schütteren Wald gegen Süden zu einer Geländekante, von der man einen guten Überblick auf das Gelände und die weitere Route hat. Von dieser breiten Rippe geht es nun relativ flach gegen Südwesten zur Hirschwängalpe, 1565 Meter, hinüber. Gleich darauf fällt der Anstieg zu einem Bachgraben ab, hinter dem man zum Gipfel-Ostgrat aufsteigt. Am licht bewaldeten Gratrücken rechts ab und auf seiner Scheitelstrecke gegen Westen immer steiler werdend zum Gipfelkreuz hinauf. Von ihm sind es nur noch ein paar Meter zum Gipfel hinüber.
Abstieg.
Bei sehr guten Verhältnissen kann man eine Direttissima-Abfahrt vom Gipfel in den rund 40° steilen Osthang riskieren. Wer sich das nicht traut oder keine optimale Schneesituation antrifft, bleibt vorsichtshalber 30 Höhenmeter am Gratrücken und schwenkt erst dann links in diesen Hang ein. Dort ist das Gelände etwas flacher. Bei weniger stabilen Verhältnissen fährt man am langen Gipfelgrat entlang der Aufstiegsroute etwa bis zum Waldrand ab. Sich von dort über die Hirschwängalpe und am Schützensteig mühsam hinunterzuplagen, hat wenig Sinn. Deshalb sollte man – wenn es die Schneelage zulässt – vom Auslauf des Gipfelgrats dem Höhenrücken in den Wald hinein folgen und in der schmalen Waldlichtung (Grenzverlauf), die sich immer steiler werdend gegen Osten hinabzieht, abfahren, bis sie kurz vor Ammerwald den Schützensteig erreicht. Auf ihm zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied830 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortPlansee, 979 m.
AusgangspunktHotel Ammerwald, 1079 m
TourencharakterHirschfäng, Älpeleskopf oder Ochsenälpleskopf wird dieser Berggipfel genannt. Zusammen mit dem benachbarten Kreuzkopf hat er sich längst zu einem beliebten, aussichtsreichen Wandergipfel gemausert. Der skitouristische Bekanntheitsgrad ist allerdings deutlich niedriger. Vielleicht liegt es daran, dass es dem Berg vor lauter Wald nicht anzusehen ist, dass er sich für unseren Sport hergibt. Während sich der lange Schützensteig gut für den Aufstieg und weniger für die Abfahrt eignet, findet sich in einer langen Waldschneise, durch die die Grenze zwischen Tirol und Bayern verläuft, eine nahezu ideale Piste, in der es mit Schneebeschaffenheit bisweilen allerdings nicht zum Besten steht. Etwas Mut muss man also für diese Tour mitbringen. Das gilt auch für die steilen Gipfelhänge.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 4 (Füssen – Außerfern)
Verkehrsanbindungvon Reutte über Plansee zum Ausgangspunkt oder von Ettal durch das Graswangtal
GastronomieHotel Ammerwald am Ausgangspunkt
Tipps
Auf die Hochblasse. Ganz in der Nähe des Älpelekopfs findet sich noch ein weiterer schöner, einsamer Skiberg: die Hochblasse, 1989 m. Der Anstieg führt von der Lichtung auf 1431 m zum Ochsenängerle hinüber und über den Südwestrücken der Hochblasse zu den weiten Gipfelwiesen. Bei stabilem Firn (meist ab Mai) kann man von dort sogar durch den Roggentalgraben und das Roggental mit Kurzski bis in den Ammerwald abfahren (extrem steil und lawinengefährlich!).
Höchster Punkt
Hirschfäng, 1905 m
Unterkunft
Hotel Ammerwald am Ausgangspunkt
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