Heuberg, 1603 m

Beliebte, aussichtsreiche Skitour, die meist über freies Almgelände führt. Es sind beachtliche Entfernungen zu überwinden. Der Zustieg zum Jöchl und der Gipfelhang sind etwas steil. Die letzten paar Meter zum Gipfelkreuz werden meist zu Fuß zurückgelegt. Vorsicht, wenn die Felsen vereist sind!
Exposition: Nordost bis Süd / Lawinengefahr: überwiegend gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
7 km
865 m
2.00 h
Aufstieg.
Vom kleinen Parkplatz am Waldrand geht man gering ansteigend ein paar Meter gegen Südwesten auf der Straße hinauf, biegt am Waldrand links ab und steigt am Rande einer weiten, freien Almwiese nach Süden auf. Man kann in dieser Richtung weitergehen und zur Straße am Waldrand aufsteigen, was besonders bei geringer Schneehöhe zu empfehlen ist. Liegt genug Schnee, folgen wir dem Sommerweg (etwas links haltend), um im Wald in der Nähe des Erzbaches aufzusteigen, bis wir rechts abdrehen können und den Fahrweg erreichen. Die Fellspur verläuft nun auf der Straße gegen Südosten und schwenkt auf einer Höhe von knapp 900 m an beschilderter Stelle nach rechts auf dem Sommerweg in den Wald. Nun geht es durch einen kurzen, dichten Waldgürtel und anschließend in einer schattigen, breiten Lichtung deutlich steiler gegen Süden hinauf. Am Waldrand stoßen wir wieder auf die Straße. Dort drehen wir rechts ab und gehen oberhalb der Straße am Sommerweg gegen Südwesten weiter, queren den Fahrweg abermals und steigen, anfangs im Wald, weiter oben wieder in einer breiten Lichtung, über die Hänge westlich der Wolfingeralm auf. Oberhalb der Alm bringt uns die Aufstiegsspur an einem Felsenköpferl vorbei, und die Route fällt über eine flache Kuppe etwas ab, bis sie wieder auf einen schmalen Fahrweg stößt. Auf ihm gehen wir nun ziemlich eben gegen Südwesten und erreichen nach einem kurzen Waldstück die Osthänge der Hageralm. Auf diesen schönen Berghängen spuren wir gegen Westen hinauf. Der Hang flacht immer mehr ab. Erst oberhalb der Hageralm steigt er kräftig an, dreht nach rechts ab und mündet im Jöchl. Dort öffnet sich ein großartiger, freier Rundumblick (von hier auch Blick ins schattige Winkelkar). Wer nicht sicher ist, sollte die Tour dort beenden. Das Gleiche gilt, wenn die Lawinensituation das Weitergehen nicht zulässt. Bei guten Bedingungen steigen wir aber am Südgrat steil zum Heuberg hinauf. Knapp unter dem Gipfel muss man normalerweise die Ski ab-stellen und die letzten Meter zu Fuß zum Kreuz hinaufgehen.
Abfahrt.
Im Wesentlichen fährt man entlang der Aufstiegsroute ab. Besonders lohnend ist eine kleine Zwischenabfahrt. Sie beginnt unter der Hageralm beim Sträßchen am Waldrand und führt im schattigen Osthang rund 100 Höhenmeter traumhaft schön hinunter, ehe man mit Fellen wieder zur Straße aufsteigt. Wenn wenig Schnee liegt, sollte man unterhalb der Wolfingeralm dem Fahrweg gegen Osten folgen, um von einer Geländekante direkt zur Gwirchtalm hinunterzufahren. Von der Gwirchtalm folgen wir dem Sommerweg, queren den Erzbach und fahren auf der Straße zum Ausgangspunkt hinaus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied865 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortWalchsee (658 m)
AusgangspunktParkplatz oberhalb vonOed südwestlich des Walchsees (ca. 740 m)
TourencharakterEs ist der gleichmäßig steil zulaufenden Pyramide des Heubergs mit seinem schroffen Gipfelzacken vom Tal aus wahrlich nicht anzusehen, dass sie einen besonders lohnenden Skigipfel abgibt. Doch solche Touren sprechen sich unter Interessierten schnell herum, und deshalb ist der Berg schon lange kein Geheimtipp mehr. Abgesehen von den etwas stärker geneigten Gipfelhängen ist das Lawinenrisiko am Heuberg normalerweise gering. Deshalb darf man beruhigt Tage mit hoher Schneelage abwarten, was angesichts des Ausgangspunktes (nur 740 m!) sogar sehr empfehlenswert ist. Außerdem muss man ein paar Mal durch dichten Wald, wo ja eine solide Schneeunterlage auch kein Nachteil für Natur und Skifahrer ist.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blatt 8, Kaisergebirge; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 9, Kaisergebirge; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 301, Kufstein-Kaisergebirge-Kitzbühel
VerkehrsanbindungAuto - Inntalautobahn bis Oberaudorf und weiter Richtung Walchsee/Kössen. Unmittelbar vor dem Walchsee nach Süden abbiegen, am Tennisplatz und am Moorbad vorbei bis Oed. ÖV: Buslinie ab Kufstein-Bahnhof – Kössen
GastronomieHageralm
Tipps
Wer noch fit ist, kann – eine hohe Schneelage vorausgesetzt – auch noch dem Ebersberg (1165 m) einen Besuch abstatten, um anschließend über die freien, hindernislosen Südwesthänge zum Erzbach hinunterzuschwingen.
Informationen
Überwiegend leichte Tour, nur der Schlusshang ist steiler und der Gipfelanstieg (ohne Ski) auf ein paar Meter felsig (nur bei Vereisung gefährlich).
Höchster Punkt
Heuberg, 1603 m
Unterkunft
Hageralm
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