Herzogstand (1731 m)

Piste bis zum Herzogstandhaus. Bis auf den Gipfelanstieg unschwierige, aber stellenweise steile Skitour auf langer Skipiste. Der Gipfelhang bleibt guten Skifahrern vorbehalten.
Exposition: Osten und Süden / Lawinengefahr: Am Gipfelhang mäßig, sonst kein Risiko (Autor: Siegfried Garnweidner)
302 km
930 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom (viel zu kleinen) Parkplatz kurz nach Norden und dann links auf einen Fahrweg (Reitweg) abbiegen. Man folgt ihm in mäßiger Steigung durch den Wald und stößt bei der Stromleitung zur Skipiste. Auf ihr in wechselnder Steigung eine lange Strecke weiter. Vor der Schlehdorfer Alm legt sich der Hang deutlich zurück, und es geht in einem weiten Rechtsbogen in freies Gelände östlich des Herzogstandhauses hinein. Dann werden die Hänge wieder steiler und man folgt im Wesentlichen den Kehren des Fahrwegs. Wer will, kann auch über deutlich steilere Pistenhänge direkt ansteigen, bis schließlich das beliebte Herzogstandhaus auf 1575 Meter Höhe erreicht ist. Wie gesagt, dort ist die Tour normalerweise für Anfänger und bei geringer Schneelage für alle Skifahrer zu Ende. Wer es unbedingt wissen will, folgt dem Wanderweg zunächst recht eben unter dem Martinskopf nach Norden und steigt anschließend in vielen engen Kehren durch Latschenkrummholz zum Kreuz und weiter zum Pavillon auf dem Gipfel auf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

pistenskitour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour302 km
Höhenunterschied930 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz zwischen Kesselberg und Urfeld an der B 11 (850 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Gemeinde Kochel geht es nicht anders wie vielen Seilbahnbetreibern im Voralpenbereich. Sie haben zwar schöne Pisten, liegen nicht weit von den Großstädten entfernt, aber mit den großen Skigebieten, die ganze Bergregionen in Freizeitparks umfunktioniert haben, können sie nicht konkurrieren. Deshalb lohnt sich der Skibetrieb am Herzogstand kaum noch. Was dem Seilbahnbetreiber Sorgen bereitet, gefällt natürlich uns Tourengehern, denn so haben wir wieder einen Berg mehr, den wir ins Repertoire aufnehmen können, jedenfalls unter der Woche, wenn der Lift still steht. Dem Pächter des Herzogstandhauses ist das recht, denn trotz Liftpause kommen viele Tourengeher und Winterwanderer herauf, um bei ihm gemütlich einzukehren. Bei dieser Tradition sollten wir auch bleiben. Die Skipiste kann man nicht verschwinden lassen und deshalb ist die Tour nicht schwierig. Das gilt jedenfalls bis zum Herzogstandhaus zwischen Fahrenbergkopf und Martinskopf, wo viele den Anstieg beenden. Bei guten, also hohen Schneeverhältnissen kann man auch noch den Gipfelanstieg über den südseitigen, steilen Latschenhang riskieren. Zum Schmankerl wird dieser Rasse-Hang, wenn dort Firnschnee anzutreffen ist.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 6 (Alpenwelt Karwendel)
VerkehrsanbindungBahnverbindung von München nach Kochel, von dort mit dem Bus; mit dem Auto von der A 95 (Ausfahrt Kochel) über Schlehdorf nach Kochel und auf der B 11 zum Ausgangspunkt
GastronomieHerzogstandhaus
Tipps
Steilaufstieg zum Gipfel. Noch unter dem Herzogstandhaus kann man aus einer scharfen Linkskehre der Skiabfahrt nach rechts in eine Mulde abbiegen und bei sehr guter Schneelage (vor allem bei Firn) über tief verschneitem Latschenbuschwerk aufsteigen und abfahren. Zum Fahrenbergkopf Wenn die Bedingungen für den Herzogstandgipfel nicht passen, ist ein kleiner Nebengipfel, der Fahrenbergkopf (1627 m), als lohnendes Ziel nicht zu verachten. Allerdings endet auf ihm die Herzogstandbahn, und deshalb kommt er für viele nur dann in Betracht, wenn keinerlei Lift in Betrieb ist. Um auf dieses nette Ziel hinaufzukommen, muss man kurz vor dem Herzogstandhaus links abdrehen und einfach nach Osten zu den Antennenmasten aufsteigen. Dieser Exkurs endet bei der Gipfelkapelle. Die Abfahrt vom Fahrenberg fällt recht rasant aus. Man kann nämlich direkt von der Seilbahnstation geradewegs nach Norden hinunterflitzen, bis die Aufstiegsroute erreicht ist.
Informationen
Dauer 3.30 Std. ('3 Std. '0.30 Std.)
Tourismusbüro
Kochel am See, Tel.: +49(0)8851/338; www.kochel.de
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