Heißenplatte, 1593 m

Bis zu den Hängen der Geitauer Alm verläuft die Tour auf einem guten Waldweg. Darüber steigt sie über einen steilen Südosthang an. Das bedeutet hohes Lawinenrisiko. Deshalb darf man diese ziemlich unbekannte Tour nur bei wirklich sicheren Bedingungen angehen, am besten, wenn Firn zu erwarten ist. Dann muss man allerdings früh aufbrechen und früh abfahren.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
810 m
2.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Wanderparkplatz am Südrand von Geitau neben der Loipe auf einem Fahrweg kurz gegen Westen und dann nach links in eine breite Waldlichtung, die leicht gegen Südwesten ansteigt. Durch das Labyrinth von Bachgräben zur oberen Spitze dieser Lichtung hinauf. Spätestens dort erkennt man den schmalen Fahrweg, der sich im Wald nach Südwesten aufschwingt. Bei der Straßenverzweigung auf 940 Meter Höhe rechts abdrehen und unter dem Geitauer Berg in ein paar ausholenden Kehren lange hinauf. Nördlich des Alpgrabens durch dichten Wald – immer noch auf dem breiten Weg – weiter den Berg hinauf und bei etwa 1200 Meter Höhe in freie Berghänge. Über einem Abbruch stehen die beiden Hütten der Geitauer Alm (1331 m). Die Aufstiegsroute lässt die beiden Hütten links liegen und führt gegen Westen weiter hinauf. Etwa auf der Höhe der Almen dann rechts abdrehen und in dem steilen 300-Meter-Schlusshang Spitzkehre an Spitzkehre reihen. Dabei auf einem Höhenrücken zwischen den Gräben bleiben, dort ist man sicherer vor Lawinen. Oben wird es etwas flacher und man kommt endlich am breiten Gratrücken südlich des Gipfels an. Dort ist der skifahrerisch interessante Teil der Tour zu Ende. Wer mag, kann am Grat nach rechts bis zum Gipfel weitergehen.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute, wobei man bei guter Schneelage den Fahrweg am Waldrand nach links verlassen kann, um nach einer Schrägfahrt im Unterholz in einen Graben zu kommen, durch den man zur Aufstiegsroute abfährt. Auf ihr ins Tal zurück und nach Möglichkeit der Versuchung widerstehen, rechts im Graben zu bleiben. Denn von dort müsste man nach links ziemlich steil und mühsam zum Fahrweg aufsteigen.

Exposition - Osten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied810 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWander- und Langlaufparkplatz (790 m) in Geitau
EndpunktWander- und Langlaufparkplatz (790 m) in Geitau
TourencharakterVom Aiplspitz zieht sich nach Norden ein Bergrücken hin, der sich zu einem unbedeutenden Gipfel, der Heißenplatte, aufschwingt, bevor er in steilen Waldhängen abbricht. Dieser wenig beachtete Berg ist ein hochinteressantes Skitourenziel für Spezialisten, die das Spurenlegen im 300-Meter-Gipfelsteilhang nicht scheuen. Belohnt werden sie mit einem Abfahrtsgenuss der Sonderklasse – jedenfalls bis zur Geitauer Alm. Besonders pfundig wird die Abfahrt bei sicherem Firnschnee im zeitigen Frühjahr am Vormittag.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungOberlandbahn ab München, Haltepunkt Geitau; mit dem Auto von Miesbach über Schliersee oder durch das Leitzachtal bis Aurach und auf der B307 bis Geitau
GastronomieGasthof Rote Wand in Geitau (Dienstag Ruhetag)
Tipps
Auch für Kinder! Diese Tour eignet sich für sportliche Kinder ab etwa 12 Jahren.
Höchster Punkt
Heißenplatte, 1593 m
Unterkunft
Gasthof Rote Wand in Geitau (Dienstag Ruhetag)
Tourismusbüro
Bayrischzell, Tel.: 08023/648; www.bayrischzell.de
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