Halserspitze, 1863 m

Wegen hohen Lawinenrisikos auf den steilen Südhängen Tour nur ausführen, wenn mit sicherem Firn zu rechnen ist (warme Tage nach kalten Nächten). Die Routenfindung ist nicht einfach – sicheres Orientierungsvermögen Voraussetzung. Vorsicht auf Wechten am Gipfelgrat! So früh aufbrechen, dass man spätestens ab 10 Uhr vormittags im Firn abfahren kann! Die freie, weite Gipfelflanke ist rund 30° steil.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Parkplatz am Fahrweg nach Norden – anfangs fast eben – das Ampelsbachtal Richtung Gufferthütte hinauf. Allmählich nimmt die Neigung etwas zu, bis schließlich hinter der Brücke am Ampelsbach nach einer knappen Stunde Aufstiegszeit eine Straßenverzweigung erreicht wird. Dort links abdrehen und nach knapp 100 Entfernungsmetern nach rechts in schütteren Wald hinein. Durch einen engen Graben nach Norden hinauf, weiter oben in einen Stockhang und zu einem Fahrweg. Diesen queren, wieder in Wald hinein und zu einer malerischen Jagdhütte am Waldrand, 1433 Meter. Von ihr über mäßig geneigte, freie Hänge in zehn Minuten zur Schönleitenalm, 1478 Meter. Dort rechts abdrehen und gegen Osten durch lichten Wald sehr gering ansteigend, zwischendurch etwas abwärts, durch einen von Lawinen bedrohten Hang unter einem Felsenriegel. In dieser Richtung bis zur beschilderten Wegverzweigung Gufferthütte – Halserspitze. An der Verzweigung links abbiegen und, soweit erkennbar, dem Sommerweg nach Nordwesten über den langen, steilen Gipfelhang folgen. Bei der Spuranlage gewissenhaft die sicherste Route auswählen und geschickt das Gelände ausnützen, sonst wird es zu steil. Schließlich erreicht man östlich des Karspitz den Gipfelgrat, über den man die letzten Meter sorgfältig auf Wechten achtend zum Kreuz aufsteigt.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Wer mit dem Gelände gut vertraut ist, wird viele Abfahrtsvarianten finden, z.B. direkt zum Ludwig-Aschenbrenner-Haus und von dort am Fahrweg zurück.

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied900 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSteinberg am Rofan, 1000 m. Parkplatz Gufferthütte am Eingang ins Ampelsbachtal, 963 m
TourencharakterDie Halserspitze mit Ski zu besteigen ist etwas Besonderes. Es verirrt sich nämlich kaum jemand im Winter auf den Blaubergkamm und deshalb darf man sich mit ziemlicher Sicherheit auf mühsames Spuranlegen einstellen. Dafür gibt es Ein- samkeit pur und ein Gipfelerlebnis, das sich nicht jeder ins Tourenbuch schreiben kann. Klar, dass die Verhältnisse stimmen müssen. Voraussetzung sind eine hohe Schneelage und stabiler Firn, und das gibt es bekanntermaßen ja nicht allzu oft. Zudem ist wegen der Länge der Tour einwandfreie Kondition notwendig und etwas Toleranz, denn die lange Forststraße durch das Ampelsbachtal ist ja auch nicht nach jedermanns Geschmack.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
Verkehrsanbindungaus dem Achental die Straße nach Steinberg hinein bis zum Ausgangspunkt; Busverbindung
Gastronomiekeine Möglichkeit auf der Route; die Gufferthütte (Ludwig-Aschenbrenner-Haus) liegt abseits der Route und ist im Winter geschlossen
Tipps
Extratour. Stellt sich während des Aufstiegs heraus, dass die Schneelage doch nicht ganz koscher sein sollte, kann man umdisponieren und aus dem Ampelsbachtal zum Schneidjoch umschwenken. Diese wenig bekannte Skitour ist landschaftlich ebenfalls sehr schön, aber nicht ganz so einsam.
Höchster Punkt
Halserspitze, 1863 m
Unterkunft
keine Möglichkeit auf der Route; die Gufferthütte (Ludwig-Aschenbrenner-Haus) liegt abseits der Route und ist im Winter geschlossen
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