Gschöllkopf (2039 m)

Piste und unerschlossenes Berggelände. Im Prinzip ist die Tour auch oberhalb der Pistenhänge nicht schwierig, doch die Querung des langen Osthangs oberhalb der Erfurter Hütte ist nur bei sicherem Schnee zu verantworten. Östlich des Gschöllkopfs ist ein kurzer, recht verzwickter Anstieg in eine breite Scharte zu meistern, das erfordert alpines Geschick. Auch der Gipfelhang ist zwischendurch steil. Deshalb ist die Tour nur für fortgeschrittene Anfänger die richtige Wahl.
Exposition: Überwiegend Süden / Lawinengefahr: Hoch! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Von der Talstation der Rofanseilbahn erst einmal auf der Skiabfahrt nach Norden durch Maurach hinauf und auf dem Fahrweg zur Buchauer Alm. Von dieser Jausenstation auf breiter Piste über einige grimmige Steiletappen, die bei hartem Schnee Harscheisen verlangen, und in der Nähe der Mauritzalm auf die flachen Hänge nördlich der Erfurter Hütte. Sich links haltend auf dem Sommerweg einen von Lawinen (und abbrechenden Wechten) gefährdeten, steilen Osthang queren und auf eine breite Scharte zuhalten.
Nur bei guten Verhältnissen lässt sich diese Scharte mit Ski meistern. Meist wird man abschnallen und die Brettel über eine felsige Rippe etwa 10 Höhenmeter tragen müssen. Anschließend kommt man in sehr flaches Gelände hinein. Nun links schwenken und zu den Nordhängen des Gschöllkopfs. Steil über den nach Süden ansteigenden Rücken hinauf und das letzte Stück fast eben zum Gipfel.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMaurach, Talstation der Rofanseilbahn (990 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIm Sommer wuseln Spaziergänger auf den Gschöllkopf hinauf, dass es oft zugeht wie auf einem Ameisenhaufen. Dieser recht markant aussehende Gipfel kann nämlich von der Bergstation der Rofanseilbahn mit minimalem Aufwand erreicht werden. Im Winter schaut das ganz anders aus. Tourengehern ist dieser Berg oft zu klein, und wer sich auf der Skipiste tummelt, hat nicht die Ausrüstung dabei, dass er den Gschöllkopf bei hoher Schneelage erreichen kann. Steigen wir einfach auf der Skiabfahrt von Maurauch herauf an, dann haben wir einen schönen, langen, mitunter sogar steilen Anstieg auf einer am Morgen wenig befahrenen Skipiste und können uns in unmittelbarer Nähe der Pistenarena auf einen einsamen, aussichtsreichen Gipfel mit einer anfangs ziemlich verwegenen Abfahrtsvariante freuen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes ZillertalRofan–Wildschönau)
VerkehrsanbindungBusverbindung ab Jenbach oder Lenggries; mit dem Auto über Achenpass oder Sylvensteinsee bzw. von Wiesing über die Kanzelkehre nach Maurach
GastronomieErfurter Hütte bzw. Mauritzalm bei der Bergstation der Rofanseilbahn
Tipps
Abfahrtsvariante für Sichere Skifahrer. Nur bei stabiler Schneelage am unteren Rand des Gipfelrückens links abdrehen und durch eine Mulde nach Südwesten hinaus. Dann durch steile Schattenhänge flott in die Vordere Gschöll hinab und noch vor dem Talgrund links abdrehen. An einem kleinen See vorbei und zum Sessellift. Von dort auf Pisten zur Buchauer Alm und entlang der Aufstiegsroute nach Maurach zurück.
Informationen
Dauer 4.15 Std. ('3.15 Std. '1 Std.)
Unterkunft
Erfurter Hütte
Tourismusbüro
Achenseetourismus, Tel.: +43(0)5246/5300; www.achensee.com
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