Grubenkopf, 2307 m

Obwohl die beliebte und schneesichere Tour sich anfangs zieht, belohnt schon die beeindruckende Umgebung die Mühen; und dann ist da noch die Vorfreude auf den sagenhaften Gipfelblick. Die Route ist nicht immer logisch (eigene Spuranlage erfordert Orientierungsvermögen) und im Gipfelbereich gelegentlich lawinengefährdet.
Exposition: Nord, Ost / Lawinengefahr: mäßig (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
10 km
880 m
3.00 h
Aufstieg.
Südwärts auf dem geräumten Fahrweg zum Gasthaus am Obernberger See talein bis zu einer linksseitig ansteigenden Almfläche. Über diese rechts haltend (südostwärts) aufwärts von der Unterreinsalm zur Oberreinsalm, hier rechts und südwärts über eine Brücke zum Gasthaus Obernberger See (1593 m) queren. Auf der (linken) Ostseite des kleinen vorderen Sees zu einem Fahrweg, rechts auf diesem kurz talein und links ab (rechts beginnt der große hintere Obernberger See). Südostwärts durch eine Schneise, dann frei an Stadeln vorbei und rechts über eine Bachsenke. Südwärts über Auf-schwünge und Flachstücke aufwärts und rechts haltend in eine Mulde unter dem überwechteten Grenzkamm. Erst rechts (westwärts) relativ steil hinauf, dann links haltend über den Rücken in die Südostflanke des Grubenkopfs, hinauf zum Grubenjoch und am Kamm zum Gipfel.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Ab dem Gasthaus Obern-berger See kann man auch über den als Schlittenbahn verwendeten geräumten Fahrweg hinunter zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied880 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortObernberg am Brenner (1394 m)
AusgangspunktParkplatz/Haltestelle am Gasthaus Waldesruh (1440 m)
TourencharakterFür Christoph und mich ist es heute schon die zweite Skitour, nachdem wir in der Früh hergedüst sind und uns im Jugendheim für die kommende Nacht vorgemerkt haben. Die Siestazeit haben wir dösend im freigeblasenen Schneekolk einer metertief verschneiten Almhütte verbracht, bis ein Berg uns die Sonne nahm. Am abends menschenleeren Gipfel ragt der spitze Wolfendorn hinterm sanften Brennerkamm in die klare Hochwinterluft. In Südtirol laden die unvergletscherten südlichen Stubaier neben den Sarntaler Alpen zu weiteren Skitouren ein, während die Felstürme der Dolomiten bereits an den kommenden Bergsommer denken lassen. Über dem zugeschneiten Obernberger See steht der König des Tals, der in gestaffelten Felsbastionen zum blauen Himmel emporleitende Obernberger Tribulaun (2780 m). Schon beim Anblick seiner bei Frontalansicht übersteilen Ostrinne schießt uns Abfahrtsfreaks das Adrenalin ins Blut, schlägt das Herz bis zum Hals: Der Berg steht ab heute auf unserem Programm!
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 36, Innsbruck-Brenner oder Blatt 83, Stubaier Alpen; Freytag & Berndt-Wanderkarte 1:50000, Blatt 241, Innsbruck-Stubai-Sellrain-Brenner
VerkehrsanbindungÜber die Brenner-Autobahn bis Ausfahrt Nösslach, links (südwärts; evt. Schneeketten) auf einem Sträßchen etwas abwärts nach Vinaders und hier rechts aufwärts nach Obernberg ÖV - Mit der Bahn über Innsbruck Richtung Brenner bis Steinach am Brenner und mit dem Bus nach Obernberg
GastronomieRudolf Pfeningberger-Haus (alias Jugendheim Spot), gj. bew. außer November (an Wochenenden anmelden!), 80 Schlafplätze, Tel. (0043)(0)5274/87475
Informationen
Variante (bis über 35° steil, hohe Lawinengefahr!). Hinüber zum Grubenjoch, über dessen Nordrücken hinab in einen flachen Sattel und rechts (nordostwärts) abwärts bis in eine weite Mulde unterhalb des Hohen Sattels (2117 m). Auf einem flachen Absatz links (nordwärts) ausqueren zu einer Schulter (kurzer Gegenanstieg). Dahinter nordwestwärts hinab zu einem freien Nordhang und über diesen zur flachen Steineralm (1737 m). Rechtsquerung evtl. mit Fellen zur Auf-stiegsroute; oder links an den Almgebäuden vorbei, rechts haltende Abfahrt durch den Kaserwald bis zu einem Fahrweg und auf diesem zur Aufstiegsroute am kleinen Obernberger See.
Höchster Punkt
Grubenkopf, 2307 m
Unterkunft
Rudolf Pfeningberger-Haus (alias Jugendheim Spot), gj. bew. außer November (an Wochenenden anmelden!), 80 Schlafplätze, Tel. (0043)(0)5274/87475
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